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Fr, 15:51 Uhr
03.11.2006

Enttäuschung und Verärgerung

Nordhausen (nnz). Viel ist in dieser Woche über die Gesundheitsreform und ihre eventuellen Auswirkungen auf die Apotheker in der nnz geschrieben worden. An dieser Stelle einige Statements von Thüringer Apothekern, auch aus Nordhausen.


Heike Schenk, Breitenbrunn: "Zuzahlungsdumping darf nicht sein." "Vor allem werden durch die Gesundheitsreform die ländlichen Regionen gefährdet, wo sehr wahrscheinlich viele Apotheken zukünftig aufgeben müssen. Einige Punkte dieses Gesetzes müssen dringend überarbeitet werden, wie Zuzahlungsdumping und die Preisbindung. Diese Differenzen gefährden die weitere Arbeit aller Apotheken in Deutschland."

Freia Stöckel, Jena: "Der Schwarzmarkt wird angekurbelt." "Auch Studenten wurden aufgefordert, die Demonstration in Leipzig zu unterstützen. Für mich war von Anfang klar, die gute Sache zu unterstützen. Schließlich bin auch ich, als zukünftige Apotherkerin, davon betroffen. Ich finde besonders bedenkenswert, dass der Schwarzmarkt durch den Wettbewerb angekurbelt wird. Nicht auszudenken, welche Risiken Patienten eingehen müssen."

Nicole Gernandt, Treffurt: "Auf dem Land sucht der Patient in Zukunft eine Apotheke wie eine Nadel im Heuhaufen." "Ich arbeite in einer Apotheke auf dem Land und habe die Befürchtung, dass es gerade dort zu einem Abbau der Pharmazie kommt. Vor allem wurde bei der Ausarbeitung der Reform keineswegs an die ältere Generation gedacht, die nur noch schwerlich an ihre Medikamente kommen wird. Es geht für die Politiker und die Industrie doch nur ums Geld bei der ganzen Reform und das ist absolut nicht Sinn und Zweck der Sache."

Claudia Kloß, Obhausen: "Patient steht nur noch an zweiter Stelle." "Die neue Reform wird eine deutliche Verschlechterung der Versorgungsbedingungen mit sich bringen. Viele, vor allem kleine Apotheken sind gezwungen, zu schließen, weil sie dem neuen Wettkampf um Einsparungen bei möglichst gleicher Leistung nicht mehr standhalten können. Der Patient wird zum Spielball dieses Dilemmas und steht nicht mehr im Mittelpunkt, was doch aber eigentlich der Fall sein sollte."

Anke Saalbach, Nordhausen: "Wohnortnahe Versorgung gefährdet." "Ich befürchte eine Verschlechterung der wohnortnahen Versorgung. Die Patienten werden künftig viele Kilometer fahren müssen, um zu ihren Arzneimitteln zu kommen. Ob sich der Mehraufwand bei Altarzneimitteln am Ende rechnet, möchte ich anzweifeln. Ich denke, das ganze Problem wurde nur mal wieder von der Industrie auf die Apotheke verlagert."

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Autor: nnz

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