Mi, 08:41 Uhr
09.01.2002
nnz-Rückspiegel: 9. Januar 2001
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden.
Königstreffen im Sundhäuser Scheunenhof
Die Vorsitzenden der drei Fraktionen im Nordhäuser Kreistag trafen sich gestern im Scheunenhof in Sundhausen. Auf der Tagesordnung stand nicht etwa die Situation des Rindfleischmarktes im Landkreis, sondern die personelle Zukunft der Beigeordneten. Nach nnz-Informationen haben sich Dagmar Becker (SPD), Egon Primas (CDU) und Klaus Hummitzsch (PDS) auf einen Kompromiß einigen können. Und so soll der Kuchen der Macht nun in drei Teil geschnitten werden. Im Klartext heißt das: Es soll in der Nordhäuser Kreisverwaltung künftig zwei Beigeordnete und einen Dezernenten geben. Der Weg dahin ist plötzlich denkbar einfach geworden. So soll das Landesverwaltungsamt Weimar zügig die angekündigte Ersatzvornahme durchführen und die Wahl vom 5. September 2000 für ungültig erklären. Danach soll Landrat Joachim Claus (CDU) mit den Fraktionsvorsitzenden einen neuen Ausschreibungstext erarbeiten, der die Zugangslatte für die Beigeordnetenkandidaten Matthias Jendricke (SPD) und Loni Grünwald (PDS) tiefer ansetzt. Für die CDU, die ja bisher beim Poker um die Macht leer ausging, wird ein neuer Posten geschaffen: Der Dezernent. Der soll in der Struktur der Kreisverwaltung unterhalb des Landrates angesiedelt werden, ähnlich dem ehemaligen Hauptamt. Die CDU erhält für diesen Dezernent das Vorschlagsrecht. So einfach ist das in der Politik.
Diesmal jedoch gibt es auf vielen Seiten Verlierer und Sieger gleichermaßen. Die CDU muß erneut die Kandidatur von Plakatträger Matthias Jendricke schlucken, dafür kann Egon Primas seinem Parteivolk jedoch verkünden, daß die Christdemokraten als stärkste Fraktion im Kreistag einen eigenen Kandidaten aufstellen können. Die SPD muß nun vermutlich ihren Klagebeschluß zurückziehen, erhält dafür aber Jendricke als Beigeordneten. Wie Dagmar Becker das jedoch Teilen ihres Parteivolkes klarmachen wird, steht bislang noch in den Sternen. Nur die PDS kann sich zurücklehnen. Sie behält einen Kandidaten, bzw. eine Kandidatin. Für die Sozialisten bleibt alles beim Alten, deren Fraktionsvorsitzender muß sich weder verbiegen noch großartige Begründungen für diesen Kompromiß abgeben.
Jeder Fünfte im Landkreis Nordhausen ist ohne Job
9.748 Frauen und Männer im Landkreis Nordhausen waren im Dezember arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote wurde mit 20,6 Prozent angegeben. Sie stieg damit gegenüber November 2000 um 1,1 Prozentpunkte. Damit ist jeder Fünfte im Landkreis ohne Job. 813 Männer und 429 Frauen hatten sich im letzten Monat des zurückliegenden Jahres im Hauptamt Nordhausen arbeitslos gemeldet, 40 mehr als im Vormonat. Die Vermittlung auf den zweiten Arbeitsmarkt ist weiterhin rückläufig, in ABM konnten 32 Personen, in Strukturanpassungsmaßnahmen (SAM) lediglich zwei Personen vermittelt werden. Der bedrohliche Trend im Landkreis Nordhausen wird unter anderem auch dadurch sichtbar, daß im Dezember 1999 840 Frauen und Männer weniger von der Arbeitslosigkeit betroffen. Damals lag die Quote bei 19,3 Prozent.
Die Quoten in Nordthüringen:
Nordhausen: 20,6 %
Artern: 24,6 %
Sondershausen: 21,3 %
Heiligenstadt: 13,9 %
Leinefelde: 16,5 %
Mühlhausen: 17,5 %
Bad Langensalza: 17,1 %
Drei junge Nordhäuser zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt
Drei junge Männer aus dem Landkreis Nordhausen sind heute durch das Amtsgericht zu Geldstrafen und gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Die Anklage warf ihnen Sachbeschädigung und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor. Das Gericht sah es als erwiesen an, daß die drei Angeklagten bereits 1999 in der Nordhäuser Grimmelallee eine Ampelanlage und im Stadtpark eine Taubenvoliere zerstört haben sollen. Der durch das Trio angerichtete Schaden belief sich auf fast 2.000 Mark. Außerdem hatte einer der Angeklagte vier Tauben sinnlos getötet. Zwei der Angeklagten müssen neben der gemeinnützigen Arbeit zusätzlich 1.000 Mark bzw. 400 Mark Geldstrafe zahlen. Kommen die Verurteilten diesen Auflagen nicht nach, wurden ihnen durch das Gericht eine Arreststrafe angedroht.
Autor: nnzKönigstreffen im Sundhäuser Scheunenhof
Die Vorsitzenden der drei Fraktionen im Nordhäuser Kreistag trafen sich gestern im Scheunenhof in Sundhausen. Auf der Tagesordnung stand nicht etwa die Situation des Rindfleischmarktes im Landkreis, sondern die personelle Zukunft der Beigeordneten. Nach nnz-Informationen haben sich Dagmar Becker (SPD), Egon Primas (CDU) und Klaus Hummitzsch (PDS) auf einen Kompromiß einigen können. Und so soll der Kuchen der Macht nun in drei Teil geschnitten werden. Im Klartext heißt das: Es soll in der Nordhäuser Kreisverwaltung künftig zwei Beigeordnete und einen Dezernenten geben. Der Weg dahin ist plötzlich denkbar einfach geworden. So soll das Landesverwaltungsamt Weimar zügig die angekündigte Ersatzvornahme durchführen und die Wahl vom 5. September 2000 für ungültig erklären. Danach soll Landrat Joachim Claus (CDU) mit den Fraktionsvorsitzenden einen neuen Ausschreibungstext erarbeiten, der die Zugangslatte für die Beigeordnetenkandidaten Matthias Jendricke (SPD) und Loni Grünwald (PDS) tiefer ansetzt. Für die CDU, die ja bisher beim Poker um die Macht leer ausging, wird ein neuer Posten geschaffen: Der Dezernent. Der soll in der Struktur der Kreisverwaltung unterhalb des Landrates angesiedelt werden, ähnlich dem ehemaligen Hauptamt. Die CDU erhält für diesen Dezernent das Vorschlagsrecht. So einfach ist das in der Politik.
Diesmal jedoch gibt es auf vielen Seiten Verlierer und Sieger gleichermaßen. Die CDU muß erneut die Kandidatur von Plakatträger Matthias Jendricke schlucken, dafür kann Egon Primas seinem Parteivolk jedoch verkünden, daß die Christdemokraten als stärkste Fraktion im Kreistag einen eigenen Kandidaten aufstellen können. Die SPD muß nun vermutlich ihren Klagebeschluß zurückziehen, erhält dafür aber Jendricke als Beigeordneten. Wie Dagmar Becker das jedoch Teilen ihres Parteivolkes klarmachen wird, steht bislang noch in den Sternen. Nur die PDS kann sich zurücklehnen. Sie behält einen Kandidaten, bzw. eine Kandidatin. Für die Sozialisten bleibt alles beim Alten, deren Fraktionsvorsitzender muß sich weder verbiegen noch großartige Begründungen für diesen Kompromiß abgeben.
Jeder Fünfte im Landkreis Nordhausen ist ohne Job
9.748 Frauen und Männer im Landkreis Nordhausen waren im Dezember arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote wurde mit 20,6 Prozent angegeben. Sie stieg damit gegenüber November 2000 um 1,1 Prozentpunkte. Damit ist jeder Fünfte im Landkreis ohne Job. 813 Männer und 429 Frauen hatten sich im letzten Monat des zurückliegenden Jahres im Hauptamt Nordhausen arbeitslos gemeldet, 40 mehr als im Vormonat. Die Vermittlung auf den zweiten Arbeitsmarkt ist weiterhin rückläufig, in ABM konnten 32 Personen, in Strukturanpassungsmaßnahmen (SAM) lediglich zwei Personen vermittelt werden. Der bedrohliche Trend im Landkreis Nordhausen wird unter anderem auch dadurch sichtbar, daß im Dezember 1999 840 Frauen und Männer weniger von der Arbeitslosigkeit betroffen. Damals lag die Quote bei 19,3 Prozent.
Die Quoten in Nordthüringen:
Nordhausen: 20,6 %
Artern: 24,6 %
Sondershausen: 21,3 %
Heiligenstadt: 13,9 %
Leinefelde: 16,5 %
Mühlhausen: 17,5 %
Bad Langensalza: 17,1 %
Drei junge Nordhäuser zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt
Drei junge Männer aus dem Landkreis Nordhausen sind heute durch das Amtsgericht zu Geldstrafen und gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Die Anklage warf ihnen Sachbeschädigung und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor. Das Gericht sah es als erwiesen an, daß die drei Angeklagten bereits 1999 in der Nordhäuser Grimmelallee eine Ampelanlage und im Stadtpark eine Taubenvoliere zerstört haben sollen. Der durch das Trio angerichtete Schaden belief sich auf fast 2.000 Mark. Außerdem hatte einer der Angeklagte vier Tauben sinnlos getötet. Zwei der Angeklagten müssen neben der gemeinnützigen Arbeit zusätzlich 1.000 Mark bzw. 400 Mark Geldstrafe zahlen. Kommen die Verurteilten diesen Auflagen nicht nach, wurden ihnen durch das Gericht eine Arreststrafe angedroht.

