Di, 17:30 Uhr
11.03.2025
Frühlings Erwachen im Park Hohenrode
Neue Bäume braucht der Park
Der Park Hohenrode erwacht aus dem Winterschlaf, sowohl die Natur wie auch die Menschen regen sich wieder. Bevor es richtig grünt, mussten allerdings einige größere Einschnitte vorgenommen werden. Doch wo ein Baum fällt, sollen mit Unterstützung aus der Bürgerschaft viele neue Gehölze gepflanzt werden…
Gefallen, zersägt und bereit zum Abtransport - im Park Hohenrode musste man sich von einigen Bäumen verabschieden, plant aber bereits die Neupflanzungen für das Frühjahr (Foto: agl)
Alt wie ein Baum möchte man werden, heißt es im Lied, doch auch ein hölzerner Riese ist vor dem Marsch der Zeit nicht gefeit. Die Langzeitschäden der Trockenheit und das Alter haben jüngst dazu geführt, dass man sich im Park Hohenrode schweren Herzens von drei markanten Bäumen verabschieden musste. Der Winter war kein schlechter, mit der kalten Jahreszeit hatten wir keine Probleme. Was wir sehen sind die Folgen der Trockenheit in den letzten Jahren. Im Grunde konnten wir den Bäumen beim sterben zusehen, das geht nicht schnell vonstatten, sondern passiert Stück für Stück, erläutert Jochen Einenckel, der sich der Wiederherstellung des Arboretums, der historischen Bausammlung des Parks, verschrieben hat.
Aus Gründen der Sicherheit auf Wegen und Wiesen und nach dem fachmännischen Urteil des Baumchirurgen Björn Diener, hatte man nun keine andere Wahl mehr, als die darbenden Bäume zu fällen. Mit gut 12 Metern Höhe waren die Eschen auf der Wiese vor dem Pavillon eine besondere Herausforderung, erzählt Einenckel, zum Glück konnte man sich auf die Unterstützung der Stadt Nordhausen und des ThüringenForstes verlassen, die beim umlegen der Bäume aushalfen und eine stete Stütze für Hohenrode sind.
Neue Bäume braucht der Park
Bei den Eschen handelte es sich um das was man in Hohenrode unter Wildwuchs verbucht - Bäume die in der eigentlichen Anlage des Parks nicht vorgesehen waren, nach einem halben Jahrhundert Vernachlässigung aber von alleine in die Höhe schießen konnten. Zentrale Aufgabe des Fördervereins Park Hohenrode ist es aber im Sinne des Denkmalschutzes wieder zum Bestand der ursprünglichen Anlage zurückzukehren, deren erste Pläne noch aus den 1870er Jahren stammen. Allein 60 verschiedene Eichensorten umfasste das Arboretum einst, hinzu kamen Gehölze aus allen Ecken und Enden der Welt. Die alte Vielfalt wiederherzustellen gestaltet sich mitunter schwierig, manch historische Baumsorte gibt es nicht mehr, andere sind so obskur, dass man allein bei spezialisierten Baumschulen überhaupt eine Chance besteht, fündig zu werden. Jochen Einenckel pflegt dazu eine umfangreiche Wunschliste, die nun im Frühjahr wieder ganz aktuell ist. Zur Zeit konzentriere man sich auf Kiefern, Ahorn, Walnüsse und Tannen, aber auch Kastanien und Eichen stehen auf dem Programm.
Von der Wunschliste spricht man im Park auch, weil der Verein alleine Anschaffung, Transport und Pflanzung nicht stemmen kann und auf Spenden angewiesen ist. Dank der Unterstützung konnte man allein im vergangenen Jahr 40 Neupflanzungen durchführen, doppelt so viele Pflanzen, wie entnommen werden mussten. Da kam vieles aus der Bürgerschaft, den Leuten liegt der Park am Herzen, das kann man nicht anders sagen. Aber uns erreichen auch immer wieder Spenden von alten Nordhäusern, die nicht mehr hier leben, aber noch eine Verbindung zur Stadt haben., erzählt Einenckel. Die Spenden seien nicht selten mit persönlichen Geschichten verbunden, mit Geburt und Tod, Hochzeiten oder Jubiläen.
Auf finanzielle Pflanzhilfe hofft man auch in diesem Jahr, am unteren Ende koste ein Baum rund 500 Euro, nach oben sei die Grenze offen, kann die Vorsitzende des Fördervereins, Hannelore Haase berichten. Wir nehmen natürlich auch gerne kleinere Summen, die zusammengelegt werden können. Unser Parkstammtisch berät dann, was gebraucht und gepflanzt wird. Nähere Informationen und Kontaktdaten für Spender und Baumpaten finden sich auf der Website des Fördervereins.
Eine neue Küche für das Kutscherhaus
Bei aller Liebe zur Natur ist der Park aber mehr als die Summe seiner Bäume. Sobald es die Witterung zulässt, werden die Malerarbeiten an der Villa bis zum Mittelrisalit an der Nordseite fortgesetzt, erläutert Tom Landsiedel, der Vorsitzende der Parkstiftung, die sich primär um den Gebäudebestand kümmert. Für die Innensanierung gibt es ausführliche Pläne, wann und wie diese umgesetzt werden können, lässt sich aber nicht mit Sicherheit sagen. Die Geschichte der Wiederauferstehung des Parks ist eine der kleinen Schritte und der langen Wege, man geht mit Geduld an die Großaufgabe heran.
So lange die Villa eine Baustelle bleibt, ist das Kutscherhaus der Dreh- und Angelpunkt für das Leben im Park. Hier findet sich das gemütliche Café, das auch bei schlechtem Wetter zum verweilen einlädt und die Küche, in der es bei gut besuchten Veranstaltungen und Festen des öfteren eng zugehen konnte. Damit soll bald Schluss sein, im Moment laufen die Umbauarbeiten hin zu einer größeren und modernen Küchen auf Hochtouren.
Wie immer fleißig bei der Arbeit: Arthur Stark (Foto: agl)
Für die Aktiven des Parks heißt das auch: in die Hände spucken und selber anpacken, denn wo es geht, da wird aus eigener Kraft gestaltet. Heute ist es etwa Arthur Stark, wie viele andere Ehrenamtler im Park inzwischen jenseits des 80. Lebensjahres, der mit der Kelle in der Hand zu Gange ist. Man kann es den alten Damen und Herren gar nicht hoch genug anrechnen, was sie hier leisten. Über die letzten zehn, zwanzig Jahre hat sich im Park unglaublich viel getan und ohne das ehrenamtliche Engagement wäre das nicht möglich gewesen, sagt Haase. Damit es in Zukunft so weiter geht und der Park vollends zu seiner alten Pracht zurückkehren kann, wird man eher früher als später jüngeren Nachwuchs brauchen, der gewillt ist, die Arbeit fortzuführen.
Drängende Aufgabe ist es nun aber erst einmal, die Umbauarbeiten rechtzeitig fertig zu bekommen. Soll heißen: bis Mitte Mai, denn am 11.5. will man mit dem traditionellen Parkfest den Reigen der Veranstaltungen im Park einläuten. Die Programm- und Höhepunkte im Hohenrode-Kalender werden noch bekannt gegeben, schon jetzt ist aber sicher, dass über die kommenden Monate so mancher Baum gepflanzt wird und auch ein paar Pinselstriche hat man an der Villa noch vor sich.
Angelo Glashagel
Autor: red
Gefallen, zersägt und bereit zum Abtransport - im Park Hohenrode musste man sich von einigen Bäumen verabschieden, plant aber bereits die Neupflanzungen für das Frühjahr (Foto: agl)
Alt wie ein Baum möchte man werden, heißt es im Lied, doch auch ein hölzerner Riese ist vor dem Marsch der Zeit nicht gefeit. Die Langzeitschäden der Trockenheit und das Alter haben jüngst dazu geführt, dass man sich im Park Hohenrode schweren Herzens von drei markanten Bäumen verabschieden musste. Der Winter war kein schlechter, mit der kalten Jahreszeit hatten wir keine Probleme. Was wir sehen sind die Folgen der Trockenheit in den letzten Jahren. Im Grunde konnten wir den Bäumen beim sterben zusehen, das geht nicht schnell vonstatten, sondern passiert Stück für Stück, erläutert Jochen Einenckel, der sich der Wiederherstellung des Arboretums, der historischen Bausammlung des Parks, verschrieben hat.
Aus Gründen der Sicherheit auf Wegen und Wiesen und nach dem fachmännischen Urteil des Baumchirurgen Björn Diener, hatte man nun keine andere Wahl mehr, als die darbenden Bäume zu fällen. Mit gut 12 Metern Höhe waren die Eschen auf der Wiese vor dem Pavillon eine besondere Herausforderung, erzählt Einenckel, zum Glück konnte man sich auf die Unterstützung der Stadt Nordhausen und des ThüringenForstes verlassen, die beim umlegen der Bäume aushalfen und eine stete Stütze für Hohenrode sind.
Neue Bäume braucht der Park
Bei den Eschen handelte es sich um das was man in Hohenrode unter Wildwuchs verbucht - Bäume die in der eigentlichen Anlage des Parks nicht vorgesehen waren, nach einem halben Jahrhundert Vernachlässigung aber von alleine in die Höhe schießen konnten. Zentrale Aufgabe des Fördervereins Park Hohenrode ist es aber im Sinne des Denkmalschutzes wieder zum Bestand der ursprünglichen Anlage zurückzukehren, deren erste Pläne noch aus den 1870er Jahren stammen. Allein 60 verschiedene Eichensorten umfasste das Arboretum einst, hinzu kamen Gehölze aus allen Ecken und Enden der Welt. Die alte Vielfalt wiederherzustellen gestaltet sich mitunter schwierig, manch historische Baumsorte gibt es nicht mehr, andere sind so obskur, dass man allein bei spezialisierten Baumschulen überhaupt eine Chance besteht, fündig zu werden. Jochen Einenckel pflegt dazu eine umfangreiche Wunschliste, die nun im Frühjahr wieder ganz aktuell ist. Zur Zeit konzentriere man sich auf Kiefern, Ahorn, Walnüsse und Tannen, aber auch Kastanien und Eichen stehen auf dem Programm.
Von der Wunschliste spricht man im Park auch, weil der Verein alleine Anschaffung, Transport und Pflanzung nicht stemmen kann und auf Spenden angewiesen ist. Dank der Unterstützung konnte man allein im vergangenen Jahr 40 Neupflanzungen durchführen, doppelt so viele Pflanzen, wie entnommen werden mussten. Da kam vieles aus der Bürgerschaft, den Leuten liegt der Park am Herzen, das kann man nicht anders sagen. Aber uns erreichen auch immer wieder Spenden von alten Nordhäusern, die nicht mehr hier leben, aber noch eine Verbindung zur Stadt haben., erzählt Einenckel. Die Spenden seien nicht selten mit persönlichen Geschichten verbunden, mit Geburt und Tod, Hochzeiten oder Jubiläen.
Auf finanzielle Pflanzhilfe hofft man auch in diesem Jahr, am unteren Ende koste ein Baum rund 500 Euro, nach oben sei die Grenze offen, kann die Vorsitzende des Fördervereins, Hannelore Haase berichten. Wir nehmen natürlich auch gerne kleinere Summen, die zusammengelegt werden können. Unser Parkstammtisch berät dann, was gebraucht und gepflanzt wird. Nähere Informationen und Kontaktdaten für Spender und Baumpaten finden sich auf der Website des Fördervereins.
Eine neue Küche für das Kutscherhaus
Bei aller Liebe zur Natur ist der Park aber mehr als die Summe seiner Bäume. Sobald es die Witterung zulässt, werden die Malerarbeiten an der Villa bis zum Mittelrisalit an der Nordseite fortgesetzt, erläutert Tom Landsiedel, der Vorsitzende der Parkstiftung, die sich primär um den Gebäudebestand kümmert. Für die Innensanierung gibt es ausführliche Pläne, wann und wie diese umgesetzt werden können, lässt sich aber nicht mit Sicherheit sagen. Die Geschichte der Wiederauferstehung des Parks ist eine der kleinen Schritte und der langen Wege, man geht mit Geduld an die Großaufgabe heran.
So lange die Villa eine Baustelle bleibt, ist das Kutscherhaus der Dreh- und Angelpunkt für das Leben im Park. Hier findet sich das gemütliche Café, das auch bei schlechtem Wetter zum verweilen einlädt und die Küche, in der es bei gut besuchten Veranstaltungen und Festen des öfteren eng zugehen konnte. Damit soll bald Schluss sein, im Moment laufen die Umbauarbeiten hin zu einer größeren und modernen Küchen auf Hochtouren.
Wie immer fleißig bei der Arbeit: Arthur Stark (Foto: agl)
Für die Aktiven des Parks heißt das auch: in die Hände spucken und selber anpacken, denn wo es geht, da wird aus eigener Kraft gestaltet. Heute ist es etwa Arthur Stark, wie viele andere Ehrenamtler im Park inzwischen jenseits des 80. Lebensjahres, der mit der Kelle in der Hand zu Gange ist. Man kann es den alten Damen und Herren gar nicht hoch genug anrechnen, was sie hier leisten. Über die letzten zehn, zwanzig Jahre hat sich im Park unglaublich viel getan und ohne das ehrenamtliche Engagement wäre das nicht möglich gewesen, sagt Haase. Damit es in Zukunft so weiter geht und der Park vollends zu seiner alten Pracht zurückkehren kann, wird man eher früher als später jüngeren Nachwuchs brauchen, der gewillt ist, die Arbeit fortzuführen. Drängende Aufgabe ist es nun aber erst einmal, die Umbauarbeiten rechtzeitig fertig zu bekommen. Soll heißen: bis Mitte Mai, denn am 11.5. will man mit dem traditionellen Parkfest den Reigen der Veranstaltungen im Park einläuten. Die Programm- und Höhepunkte im Hohenrode-Kalender werden noch bekannt gegeben, schon jetzt ist aber sicher, dass über die kommenden Monate so mancher Baum gepflanzt wird und auch ein paar Pinselstriche hat man an der Villa noch vor sich.
Angelo Glashagel





