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Fr, 06:55 Uhr
27.10.2006

Die Rückseite der Medaille

Nordhausen (nnz). Wenn bisher das Thema Lehrlingsausbildung zur Sprache kam, hörte und las man stets nur von Klagen der Unternehmer über Bildungsdefizite bei Schulabgängern und Mangel an Motivation bei der Ausbildung. Nun veröffentlichte der DGB eine Studie, die geeignet ist, das bisherige Bild zu beeinflussen.


Der Ausbildungsnotstand in Deutschland führt nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zu einem schleichenden Qualitätsabbau. Azubis leisteten viele Überstunden, würden nicht richtig angelernt, seien häufig mit ausbildungsfernen Tätigkeiten betraut und würden auf diese Weise ausgenutzt, sagte DGB-Vize Ingrid Sehrbrock bei der Vorstellung des Ausbildungsreports 2006. Viele Azubis sehen sich danach selbst als flexible Arbeitsreserve und als Handlanger, wie "tagesschau.de" berichtet

Lediglich 54 Prozent der Befragten gaben danach an, ihr Ausbilder stehe häufig zur Verfügung. Bei jedem fünften Azubi sei dies "selten" bis "nie" der Fall. Da zudem Überstunden in vielen Branchen zur Regel geworden seien, werde die Zeit zum Lernen für die Auszubildenden knapp. "Weil sie froh sind, überhaupt einen Ausbildungsplatz gefunden zu haben, nehmen die Auszubildenden zunehmend schlechte Ausbildungsbedingungen in Kauf", erklärte Sehrbrock.

Erstmals enthält die Studie auch ein Ranking der besten Ausbildungsberufe. Die beste Ausbildung erhalten demnach IT-Systemelektroniker, Fachinformatiker und Mechatroniker - also Auszubildende in hochqualifizierten, spezialisierten Berufen. Die schlechteste Ausbildung erhalten Jugendliche in freien Berufen sowie die Werbekaufleute. Besonders schlecht schneiden auch die Wachschutzbranche und das Hotel- und Gaststättengewerbe ab.

Azubis mit einem betrieblichen Ausbildungsplatz sind dabei laut DGB besser dran als solche mit einem außerbetrieblichen Ausbildungsplatz. Außerdem würden sie durchweg besser bezahlt: Sie verdienen durchschnittlich 605 Euro gegenüber 377 Euro für die außerbetrieblichen Auszubildenden. Diese fühlten sich daher häufig als Azubis zweiter Klasse. Grundsätzlich ist laut DGB die Ausbildung in der Industrie und in Großbetrieben besser als in kleineren Betrieben. Ebenso sei die Ausbildung dort schlechter, wo die Gewerkschaften keinen Einfluss hätten und es keine Betriebsräte gebe, betonte Sehrbrock.

Sehrbrock forderte die verantwortlichen Kontrollinstanzen wie zum Beispiel die Industrie- und Handelskammern auf, Betriebe zu bestrafen, die ihre Pflichten vernachlässigen. Von entscheidender Bedeutung sei aber, die Zahl der Ausbildungsplätze zu steigern. Für den Report wurden 3145 Auszubildende aus 95 Ausbildungsberufen befragt.
Autor: nnz

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