eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Di, 11:39 Uhr
28.01.2025
nnz-Forum

Naturgipsabbau ist unnötig

Zum Knauf-Empfang in der Kalkhütte, mit Wirtschaftsminister und Landräten erreicht uns heute eine Leserzuschrift von Mannfred Kappler, der die Notwendigkeit des Naturgipsabbaus zur Diskussion stellt...

Neben dem großen Dank und die großen Erfolge der Firma Knauf, ging es auch mit um die Rohstoffsicherung, die Entwicklung in den Landkreisen Mansfeld-Südharz und Nordhausen bis hin zu Unterstützungen durch den Weltkonzern - Knauf.

Anzeige Refinery (lang)
Der Naturgipsabbau ist unnötig. Das Umweltbundesamt hat 2019 eine Veröffentlichung, in der steht, dass jährlich über 10 Mio t Stroh ungenutzt bleiben. Damit kann der ganze Plattenspaß von Knauf ersetzt werden, die Produkte sind längst auf dem Markt.

Ein ehemaliger Naturgipsabbauer wirbt online bereits mit Strohtrockenbauplatten als umweltverträglichem Ökopanel. Knauf stellt Platten her und hat dazu die Maschinen. Ein unverträglicher Baustoffhersteller nutzt die jährlich nachwachsenden Rohstoffe, die auch noch jede Menge CO2 speichern.

Gips wird bisher aus Deutschland exportiert, weil es Jahre lang durch den REA-Gips zu viel Gips in Deutschland gab. Jetzt will die Wirtschaft nicht runter vom hohen Umsatz. Bauen geht ganz ohne Gips.

Länder ohne Gipsvorkommen machen das vor. Aber Knauf zerstört mit dem fortgesetzten Abbau von Naturgips sich selbst, seinen Mitarbeitern und zukünftigen Generationen die Wirtschaftsgrundlage. Knauf sollte sich zukunftsorientiert selber auf Alternativen umstellen. Dann ist allen gedient. So bekommt die ganze Region eine gesicherte Zukunft.

Die Tatsache, dass die Hochschule Nordhausen forscht an Gips bedeutet nicht, dass Gips zum Bauen nötig ist und auch nicht, das Gips zu wenig da ist. Als REA-Gips das Land überflutete, wurde auch geforscht: wie bekommen wir das Zeug auf dem Markt unter? Dadurch hat sich der Gipsabsatz deutscher Werke verdoppelt seit dem REA-Einsatz – mit 20 % Export!
Manfred Kappler

Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Anzeige symplr (6)
Kommentare
Kritiker2010
28.01.2025, 13:03 Uhr
Äpfel und Birnen und der Kapitalismus natürlich
Als nicht mit der Gipsindustrie verbandelter Heimwerker finde ich die Ausführungen von Herr Kappler grundsätzlich recht interessant. Allerdings sollte man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

Denn eine Gipskartonplatte ist in ihren Eigenschaften nicht identisch mit einer Strohbauplatte - Oberfläche, Bearbeitung, Dimensionen, Brandhemmung, Feuchtigkeit, etc. Letztlich sind ganze Trockenbausysteme auf die bekannten Eigenschaften ausgelegt, genormt und zertifiziert.

Sicher gibt es auch jetzt schon eine Nische für Stroh-Produkte und bei der Planung von Neubauten kann man möglicherweise die Verwendung solcher Platten berücksichtigen. Aber sie sind eben kein vollständiger Ersatz.

Man muss sich schon ziemlich in die Tasche lügen, wenn man glaubt, den bösen Gips (aus dem ja nicht nur Platten gefertigt werden) ganz einfach durch Strohprodukte ersetzen zu können und das natürlich auch noch "klimaneutral", ohne neue Fabriken, Maschinen, Energie, etc.

Den Wegfall des REA-Gipses feiern auch nur Leute, die Ursache und Wirkung nicht zusammenbringen. Der REA-Gips ist ein Abfallprodukt genau der Industrie, die dank grün-sozialistischer Mangeldenke den Standort Deutschland verlässt. Das bedeutet Verlust von Rohstoffen, Arbeitsplätzen, Steuereinnahmen, Wohlstand. Dafür steigen Abhängigkeiten, Logistikaufwand und der, anderswo weit weniger regulierte Raubbau, an der Natur.
E20
28.01.2025, 13:20 Uhr
Nachteile
der Strohbauplatte ist ihr höheres Gewicht, die höhere Materialstärke ( min. 38 mm ), der höhere Preis und ihr schlechteres Brandverhalten gegenüber der Gipskartonplatte. Die Platten sind nur als normal entflammbar eingestuft ( Baustoffklasse 2 ). In Feuchträumen sind sie ohne weitere Behandlung nicht einsetzbar.
Harzer Käse
28.01.2025, 14:41 Uhr
Strohplatten - Bitte auf den neuesten Stand bringen!
Strohplatten sind auch mit geringerer Dicke einsetzbar! Es gibt inzwischen viele Hersteller, die Platten der meisten haben die Brandschutz-Zertifikate bekommen!
Der Vorteil: Stroh ist fast überall verfügbar, die Platten können an vielen Orten dezentral hergestellt werden, das könnten theoretisch sogar Bauern auf ihrem Hof machen! Hohe Transportkosten entfallen damit. Ein Zusatzeinkommen entsteht.
Kritiker2010
29.01.2025, 11:54 Uhr
Äpfel bleiben Äpfel und Birnen bleiben Birnen
Ich kann mir einige Anwendungsfälle vorstellen, in denen Strohbauplatten Vorteile gegenüber Gipskarton haben.

In der Masse jedoch überwiegen die Vorteile des Gipskartons deutlich. Er ist, im Verhältnis zur Materialstärke, etwa 8 mal so belastbar wie eine Strohplatte. Die größten Strohplattenformate, die ich finde, betragen gerade einmal 1/4 einer normalen großen Gipskartonplatte. Größere Formate würden vermutlich schon den Transport nicht überleben.

Dazu kommt das Oberflächenproblem. Gipskarton hat eine "fertige Oberfläche". Mal abgesehen von Übergängen und Schraublöchern. Die Strohbauplatte hingegen ist eher eine grobe Spanplatte und wird oft als Putzträgerplatte angeboten. Das heißt, da muss dann noch eine Lage Putz (z.B. aus Gips) drauf, schon allein, um die vielen Fugen zu überbrücken … und dann die vielen Risse.

Vielleicht sollte man das Thema etwas weniger dogmatisch betrachten. Möglicherweise werden die Strohplatten praktikabler, wenn man auch dort ein Laminat z.B. aus Pappe aufbringt oder wenn man die Dinger eben nur als Putzträger verwendet, so wie man es schon seit Jahrzehnten mit den berüchtigten Sauerkrautplatten macht.

Wer aber glaubt, dass Bauer Kruse um die Ecke die Möglichkeiten hätte, nebenbei eine normgerechte Plattenproduktion aufzubauen, die Platten zu vertreiben und das alles zu marktfähigen Preisen, der soll gern weiter Luftschlösser bauen.

Ich will mal optimistisch sein!
Da die Lösung so offensichtlich und einfach ist, wird Herr Kappler uns vermutlich schon in Kürze mit einer entsprechenden Produktionslinie überraschen.
henyklein
29.01.2025, 13:25 Uhr
Herr Kappler kann doch ...
... so bauen, wie er möchte. Und WEIL er diese Freiheit hat, kann doch damit aufhören, die Freiheit von uns normalen Menschen einschränken zu wollen.
Harzer Käse
29.01.2025, 17:14 Uhr
Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht
Warten Sie doch mal ab. Neuigkeiten haben es immer schwer.
"Das haben wir schon immer so gemacht!" ist ein mächtiges Totschlagargument gegen alles Neue und Fortschrittliche. In Wirklichkeit haben wir es eben NICHT schon immer so gemacht - bis vor 100 Jahren wurde so gut wie gipsfrei gebaut!
Wir haben doch einige Zeit für den Gipsausstieg. Länger übrigens, als für den Kohleausstieg. Aber ANFANGEN muss man. Andere haben schon angefangen - und ich könnte mir vorstellen, dass sie irgendwann mit Knauf & Co. gleichziehen und sie dann sogar überholen :)
altmeister
30.01.2025, 11:28 Uhr
Gips und Alternativen
Gips ist in Bau und Sanierung ein sehr wichtiges und z. Zt. unverzichtbares Material.
Es gibt noch keine adäquate Alternative.
Die hier in Kommentaren angeführten Strohbauplatten gibt es schon in laminierter Form, jedoch haben diese einen nicht unerheblich höheren Preis bei Kauf und Verarbeitung.
Schon diese Tatsache ist ein wichtiges Kriterium bei heutigen Baupreisen.
Um konsequent auf Gips zu verzichten wäre z.B. die Spachtelung mit Lehm möglich, was allerdings zu längeren Bauzeiten führt.
Lehm ist ein interessanter Baustoff, aber, wie schon geschrieben, braucht dieser eine längere Trockenzeit und hat einen höheren Aufwand in der Verarbeitung. Wer baut oder saniert hat ein wirtschaftliches Interesse, die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten, um doppelte Kostenbelastungen zu vermeiden und die Nutzung schnellstmöglich sicherzustellen.
Vor- und Nachteile der verschiedenen Materialien hier komplett darzustellen ist nicht möglich, das sollte zu jedem Anwendungsfall einzeln erfolgen. Jeder Baustoff hat seine Berechtigung, es ist Objekt- und Anforderungsspezifisch zu klären.
Übrigens, Gips wurde nachweislich schon mindestens 7000 Jahre vor Christus als Baustoff genutzt, nicht erst seit seit 100 Jahren (kann gern selbst im Netz recherchiert werden).
Lustig ist die Aussage, dass auf jedem Bauernhof so nebenbei die Herstellung von Strohbauplatten erfolgen könnte! Wer das für sich selbst "bastelt" kann das ja machen, für eine wirtschaftliche Verwendung sind aber klare Normen erforderlich.
Ich meine, dass der Bauer nicht gerade mit zu viel Freizeit gesegnet ist, um das mal so nebenbei zu machen.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)