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Di, 16:27 Uhr
21.01.2025
Aus dem Kreisausschuss

42.600 mal im Einsatz

Noch liegen die großen Diskussionen um das liebe Geld vor dem Kreistag. Im Nordhäuser Landratsamt nahm sich deswegen gestern einmal die Zeit, näher auf die Retter in der Not zu blicken, die zwischen Südharz und Kyffhäuser im Einsatz sind…

Rettungseinsatz bei Petersdorf in 2024 (Foto: S. Dietzel) Rettungseinsatz bei Petersdorf in 2024 (Foto: S. Dietzel)


Die Haushaltsdiskussionen werfen ihre Schatten bereits voraus, ehe man aber Klarheit zu Schul- und Kreisumlage erhält, wird noch etwas Zeit ins Land gehen. Die Anhörungen laufen noch, im Landratsamt fand man sich zwecksw Haushaltsfindung jüngst zur internen Klausurtagung zusammen und hörte die einzelnen Fachbereiche an, führte Landrat Jendricke Eingangs aus. Gewichtiges Thema in den Thüringer Kreisen werden die steigenden Sozialkosten sein, mit den neuen Verantwortlichen in Erfurt müssten bald Lösungen gefunden werden, idealerweise in Form grundständiger Zuführungen und ohne Kürzungen auf Gemeindeebene.

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Über 42.600 Einsätze
Vielmehr hatte der Landrat nicht zu berichten und überließ Tobias Mielke das Wort, der im Landratsamt für Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz zuständig ist, um den Stand der Dinge im Rettungswesen darzulegen.

Konkret ging es dabei um den „weißen Bereich“, also Sanitäts- und Betreuungszug sowie die Rettungsdienste. Zahlreiche Investitionen in Fuhrpark und Technik wurden hier in den letzten Jahren realisiert, insgesamt steht man gut da. Der Sanitätszug des Katastrophenschutzes etwa darf als vollständig ausgerüstet werden, in der Bergwacht hingegen sucht man weiter nach ehrenamtlichen Helfern und hat punktuell weiter Bedarf an Material und Fahrzeugen. Seit vergangenen Herbst residiert der Nordhäuser Katastrophenschutz in den ehemaligen Räumlichkeiten der „Feuerwehr Mitte“ in der Nordhäuser Oberstadt. Der Kreis tritt hier als Mieter der städtischen Liegenschaft auf, man sei gut übereingekommen und der Standort passend, berichtete Mielke dem Ausschuss.

Retter in der Not
Weiter ging es mit einem Blick auf die Rettungsdienste im Kreis, sechs Standorte werden hier unterhalten, neben dem Südharz-Klinikum starten die Einsatzwagen in Sundhausen, Niedersachswerfen, Ellrich, Bleicherode und Heringen. Im vergangenen Jahr kamen allein die Rettungsdienste auf rund 24.000 Einsätze, im Durchschnitt waren das 67 Einsätze pro Tag. Rund 3.200 mal rückte dabei auch der Notarzt aus, Rettungshubschrauber „Christoph 37“ stieg 1.268 mal in die Luft. Kostenpunkt: rund acht Millionen Euro, Wert: unbezahlbar.

Da man mit dem Kyffhäuserkreis eine Rettungsleitstelle betreibt, weiß man auch, wie die Zahlen für beide Regionen inklusive der Feuerwehreinsätze aussehen. In Summe kam man in zwischen Südharz und Kyffhäuser damit in 2024 auf 42.673 Einsätze, im Schnitt also 177 pro Tag.

Damit es weiter rund läuft, soll auch in den kommenden Jahren weiter investiert werden. Im Blick hat man dabei fast alle Standorte. In Sundhausen soll etwa die Notfallrettung noch in diesem Jahr ausgebaut werden, zu den bereits vorhanden Kapazitäten wird im September ein Rettungswagen im acht Stunden Dienst hinzukommen. Mehr Kapazität heißt auch mehr Platzbedarf, ein Neubau der Anlage vor Ort wäre wünschenswert, sagt Mielke. Im Moment seien weder die Sozialräume noch die Stellplätze normgerecht, außerdem könne bei einem Neubau auch die Wasserwacht in die neuen Räumlichkeiten integriert werden.

An der Rettungswache hinter dem Südharz-Klinikum sieht man ähnliche Probleme. Die Sozialräume wurden hier gerade erst auf den Stand der Dinge gebracht, die Stellplätze für die Fahrzeuge genügen aber kaum noch den Anforderungen. „Das ist eigentlich genauso wie wir es auch bei der Feuerwehr über die letzten Jahre gesehen haben. Die Fahrzeuge werden höher, länger und breiter und kommen schwerer in die Garagen hinein“, führte der Landrat an.

Mit dem Ausbau der Kapazitäten in Nordhausen am Standort Mitte stehen perspektivisch auch Veränderungen für den Rettungsdienst Niedersachswerfen an. Mittelfristig wäre es günstig, wenn man die Retter hier Richtung Ilfeld und damit näher an den Harz und Orte wie Rothessütte und Sophienhof rücken könnte.

Zeitnah ist mit derlei Umzugsplänen aber nicht zu rechnen, schließlich ist auch das Rettungswesen nicht umsonst zu haben. Über Geld wird man zeitnah noch oft genug reden, aber ehe es soweit ist, wird im Ausschuss noch etwas Zeit bleiben um dem gestrigen Überblick demnächst einen genaueren Blick auf die Feuerwehren zur Seite zu stellen.
Angelo Glashagel
Autor: red

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