So, 13:54 Uhr
15.12.2024
Mythos oder Fakt?
Zur Ilfelder Ewigen Lampe & Adelgerd
Vor über 900 Jahren wird bei Ilfeld eine Ewige Lampe erwähnt. Diese soll von dem späteren Grafen Adelgerd gestiftet worden sein. Nun, Historiker streiten darum, negieren den Zusammenhang. Was lässt sich als Gegenmeinung anführen?, hat sich Tim Schäfer gefragt...
In Ilfeld, im nördlichen Bereich des Parks der heutigen Neanderklinik, steht überdacht die Ewige Lampe. Diese zählt zu den ältesten Artefakten von Ilfeld, bereits Anfang des 12. Jahrhunderts eingeordnet, als angebliche Sühne des Todes von Kuno von Northeim, Graf von Beichlingen, der im Jahr 1103 erfolgt sein und im Zusammenhang mit einem Adelgerd stehen soll.
Natürlich kann die heute zu bewundernde Ewige Lampe nur erneuert und umgesetzt angesehen werden. Aber, ein Stück eines Steinstocks, auf dem das Licht heute immerwährend noch flackert, könnte dagegen aus einer alten Zeit stammen. Vom Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein ist aktuell der 49. Band der Schriftenreihe Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Landkreis Nordhausen erschienen. Darin findet sich ein Beitrag zu Ilfeld, der detailreich im Grunde nachweisen soll, dass weder die Lampe noch die im Hintergrund stehende Geschichte einschlägig ist. Meiner Meinung nach geht das zu weit:
Für eine Ilfelder Ewige Lampe sprechen viele Berichte und Veröffentlichungen. Der Autor zählt eine stattliche Zahl, nämlich 18. Die Berichte können irrtümlich fortgeschrieben sein. Nehmen wir an, eine Ewige Lampe hat demnach in einer Felsspalte etwa im Bereich des Gänseschnabel seinerzeit geleuchtet. Als Stätte der Andacht, als Licht des Herrn. Wer hat diese aufstellen lassen, wie wurde diese betrieben?
Mehrfach findet Erwähnung, dass dazu 24 Mark Silber gestiftet waren, später dann durch die Dynasten eine Klosterstiftung im Interesse der Familie wie des Reiches erfolgte. Darauf stützt sich die Klosterkammer Hannover, die die Ewige Lampe auch bestätigt hat. Ist die Frage der Zuordnung eines Mordes an Kuno (s.o.) zutreffend? Es gibt Hinweise, es sei ein Unfall oder ein Totschlag gewesen, in einer Art ritterlichem Duell? Niemand kann heute genau sagen, was damals geschah. Ein Unfall würde jedoch erklären, dass das nicht als ganz so bedeutend angesehen wurde. Als Zeuge gegen die Ewige Lampe kann m.E. der Ilfelder Mönch Caputh nicht wirklich herhalten.
Johannes Caputh hat uns Informationen zum Kloster überliefert, die er, wie er betont, aus seinem eigenen Erleben heraus schilderte. Zumal er die Ewige Lampe nicht erwähnt, sollte uns dies aus genau diesem Grund daher nicht verunsichern. Michael Neander dagegen erwähnt nach dem Bauernkrieg (1525) die Ewige Lampe. Nach dem Vandalismus am alten Klosterarchiv suchte Neander die Reste zusammen und hat uns wertvolle Informationen überliefert. Er wird es nicht erfunden haben. Natürlich muss wiederum nicht alles stimmen. Bis ins 18. Jahrhundert hinein soll die Ewige Lampe am ursprünglichen Ort gestanden haben, heute (seit 1932?) im Park der Neanderklinik und erneuert.
Auch die Klosterkammer stellt eine Verbindung her. Zur gemeinschaftlichen Stiftung des Kosters (1189) durch Elger II. und Gemahlin Gräfin Lutrude, dessen Errichtung in Nähe.
Der Bau erfolgte, neben dem vom Vater Graf Adalger I. von Bielstein errichteten, Steinstock mit einer ewigen Lampe, zu Ehren der Jungfrau Maria. Der Zins von 24 Mark Silbers diente dafür, ein immer brennendes Licht zu erhalten. Also vom Kuno und dem Jahr 1103 ist hier nichts zu lesen, womöglich dies auch nicht zutrifft. Die Ewige Lampe jedoch muss in einem Zusammenhang mit Graf Adalger I von Ilfeld gesehen werden. Nämlich mit dem Beginn der Begründung eines Klosters, welches der Heiligen Gottesmutter Maria geweiht war.
Autor: redIn Ilfeld, im nördlichen Bereich des Parks der heutigen Neanderklinik, steht überdacht die Ewige Lampe. Diese zählt zu den ältesten Artefakten von Ilfeld, bereits Anfang des 12. Jahrhunderts eingeordnet, als angebliche Sühne des Todes von Kuno von Northeim, Graf von Beichlingen, der im Jahr 1103 erfolgt sein und im Zusammenhang mit einem Adelgerd stehen soll.
Natürlich kann die heute zu bewundernde Ewige Lampe nur erneuert und umgesetzt angesehen werden. Aber, ein Stück eines Steinstocks, auf dem das Licht heute immerwährend noch flackert, könnte dagegen aus einer alten Zeit stammen. Vom Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein ist aktuell der 49. Band der Schriftenreihe Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Landkreis Nordhausen erschienen. Darin findet sich ein Beitrag zu Ilfeld, der detailreich im Grunde nachweisen soll, dass weder die Lampe noch die im Hintergrund stehende Geschichte einschlägig ist. Meiner Meinung nach geht das zu weit:
Für eine Ilfelder Ewige Lampe sprechen viele Berichte und Veröffentlichungen. Der Autor zählt eine stattliche Zahl, nämlich 18. Die Berichte können irrtümlich fortgeschrieben sein. Nehmen wir an, eine Ewige Lampe hat demnach in einer Felsspalte etwa im Bereich des Gänseschnabel seinerzeit geleuchtet. Als Stätte der Andacht, als Licht des Herrn. Wer hat diese aufstellen lassen, wie wurde diese betrieben?
Mehrfach findet Erwähnung, dass dazu 24 Mark Silber gestiftet waren, später dann durch die Dynasten eine Klosterstiftung im Interesse der Familie wie des Reiches erfolgte. Darauf stützt sich die Klosterkammer Hannover, die die Ewige Lampe auch bestätigt hat. Ist die Frage der Zuordnung eines Mordes an Kuno (s.o.) zutreffend? Es gibt Hinweise, es sei ein Unfall oder ein Totschlag gewesen, in einer Art ritterlichem Duell? Niemand kann heute genau sagen, was damals geschah. Ein Unfall würde jedoch erklären, dass das nicht als ganz so bedeutend angesehen wurde. Als Zeuge gegen die Ewige Lampe kann m.E. der Ilfelder Mönch Caputh nicht wirklich herhalten.
Johannes Caputh hat uns Informationen zum Kloster überliefert, die er, wie er betont, aus seinem eigenen Erleben heraus schilderte. Zumal er die Ewige Lampe nicht erwähnt, sollte uns dies aus genau diesem Grund daher nicht verunsichern. Michael Neander dagegen erwähnt nach dem Bauernkrieg (1525) die Ewige Lampe. Nach dem Vandalismus am alten Klosterarchiv suchte Neander die Reste zusammen und hat uns wertvolle Informationen überliefert. Er wird es nicht erfunden haben. Natürlich muss wiederum nicht alles stimmen. Bis ins 18. Jahrhundert hinein soll die Ewige Lampe am ursprünglichen Ort gestanden haben, heute (seit 1932?) im Park der Neanderklinik und erneuert.
Auch die Klosterkammer stellt eine Verbindung her. Zur gemeinschaftlichen Stiftung des Kosters (1189) durch Elger II. und Gemahlin Gräfin Lutrude, dessen Errichtung in Nähe.
Der Bau erfolgte, neben dem vom Vater Graf Adalger I. von Bielstein errichteten, Steinstock mit einer ewigen Lampe, zu Ehren der Jungfrau Maria. Der Zins von 24 Mark Silbers diente dafür, ein immer brennendes Licht zu erhalten. Also vom Kuno und dem Jahr 1103 ist hier nichts zu lesen, womöglich dies auch nicht zutrifft. Die Ewige Lampe jedoch muss in einem Zusammenhang mit Graf Adalger I von Ilfeld gesehen werden. Nämlich mit dem Beginn der Begründung eines Klosters, welches der Heiligen Gottesmutter Maria geweiht war.

