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Di, 10:19 Uhr
10.10.2006

Nicht aussperren

Nordhausen (nnz). Im Vorfeld der Demos am vergangenen Samstag war auf Internet-Seiten der Antifa wiederholt der Klub Caritas in der Nordhäuser Landgrabenstraße als Treffpunkt der rechten Szene benannt worden. Die nnz sprach darüber mit Norbert Klodt.


Diese Aussagen sollen auch während der Ansprachen des Bündnisses gegen Rechtsradikalismus zu hören gewesen sein. Noch am Samstag hatte Norbert Klodt eine entsprechende Information erhalten. Für den Caritas-Mann ist klar, dass das Bahnhofsviertel ein absoluter sozialer Brennpunkt ist. Auch deshalb wurde der Klub vor etwa zwei Jahren dort eröffnet. Der Träger wollte nicht mehr am Rande der Stadt agieren, sondern mitten drin sein.

Für die Mitarbeiter des Klubs ist das tagtägliche knallharte Arbeit, auch mit Jugendlichen, die augenscheinlich der rechten Szene angehören. „Wir machen aber die Tür vor diesen jungen Leuten nicht zu, wer sich an unsere Hausregeln hält, der ist willkommen“, so Klodt im Gespräch mit der nnz. Wenn die Caritas diese Jugendlichen nicht reinlasse, dann würden es andere tun oder sie wären sich selbst überlassen. „Beides ist keine Lösung!“

Die Arbeit der beiden ausgebildeten Halbtagskräfte stößt oftmals an die Grenze der Belastbarkeit. Ein Beispiel: Es gibt seit einigen Monaten keinen CD-Player mehr im Klub, weil dort Musik mit rechten Inhalten abgespielt wurde. Nicht immer können sich die Mitarbeiter sofort mit den Inhalten der Songs beschäftigen, sie haben jedoch reagiert. Da wird nicht nur weggenommen, es wird auch darüber geredet. Das ist jedoch nicht leicht, vor allem bei der personellen Besetzung.

Eine Statistik zufolge wurden im vergangenen Jahr 53 Kinder und Jugendliche betreut, die schon einmal mit Gesetz in Konflikt geraten waren. Die Palette der Delikte reicht von Drogenmissbrauch, über Körperverletzung bis hin zu Diebstahl oder eben auch dem Tragen von verfassungsfeindlichen Kennzeichen.

Auch, nein, vor allem gerade diese Jugendlichen müssen betreut werden. Das wird vor dem Hindergrund der Kürzungen im Bereich der Jugendarbeit durch den Landkreis immer schwieriger. Bislang hatte die Stadtverwaltung immer zu ihren Zusagen gestanden und die Arbeit der Caritas am Nordhäuser Bahnhof gefördert. Doch das wird in Zukunft nicht mehr reichen, befürchtet Norbert Klodt. Am Bahnhof werde man jedoch weiter mit den jungen Menschen arbeiten. Die Türen stehen allen offen.
Autor: nnz

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