Do, 15:23 Uhr
03.01.2002
Burg Lohra: Das Leben geht weiter
Nordhausen/Großlohra (nnz). Hoch oben auf dem Berge, da thront sie seit Jahrhunderten: Die Burg Lohra. Eigentümer ist der Arbeitskreis Denkmalpflege e.V. Gegen den soll jetzt ein Insolvenzverfahren eröffnet werden.
Nach Auskunft des Mühlhäuser Amtsgerichts hatte die AOK in Rostock den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Hintergrund seien nicht geleistete Sozialabgaben des Arbeitskreises für eingesetzte ABM-Mitarbeiter gewesen. Alles halb so schlimm, wehrt eine Frau Preuß vom Arbeitskreis ab, die Sache ist bereits erledigt. Hierbei handelte es sich um ein Missverständnis.
Die neuere Geschichte der Burg im Landkreis Nordhausen ist also fast genauso spannend wie die ältere. Lange Zeit war die Anlage nach der Wende quasi ohne Besitzer. Mal wollte der Landkreis kaufen, die Gemeinde Großlohra konnte sie nicht halten, schließlich wurde die gesamte Anlage durch die Treuhand-Nachfolgerin TLG nicht nur vermarktet, sondern auch verkauft. Als Käufer trat ein Dr. Ludwig auf, der dem Arbeitskreis Denkmalpflege e.V. vorsteht. Alle waren im November 2000 froh, dass dieses historische Kleinod nun in einer festen Hand war. Der neue Besitzer ging im Jahr darauf auch gleich ans Werk, die Doppelkapelle erhielt ein neues Dach aus alten Ziegeln. Das Land Thüringen hatte bis zu diesem Zeitpunkt Fördermittel in Höhe von 200.000 Mark ausgereicht, wie Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski auf eine kleine Anfrage der PDS-Landtagsfraktion mitteilte. In ihrer Antwort wies die Ministerin allerdings auch darauf hin, dass es im Jahr 1997 Probleme mit dem Verein gab, als dieser ohne denkmalschutzrechtliche Erlaubnis Maßnahmen an der Burg durchführte.
Im Sommer ist die Burganlage in den zurückliegenden Jahren immer belebt. Erst im vergangenen Jahr fand ein internationales Seminar für Architekturstudenten statt. Auf Fragen von interessierten Bürgern der Region, wie es denn oben auf dem Berg weitergehen soll, wollte oder konnte der Arbeitskreis keine vernünftigen Antworten geben. Auch der Bürgermeister von Großlohra, Siegfried Schäfer, hebt abwehrend seine Hände. Wir würden auch gerne wissen, wie es auf der Burg weiter gehen soll. Schäfer sieht beim einem derartigen Kauf beide Seiten also Käufer und Verkäufer in der Verantwortung.
Völlig aufgelöst war heute der Spiritus Rector des Arbeitskreises, Dr. Ludwig, selbst. Der Strom der Beitragszahlungen an die Kassen sei falsch gelenkt worden. Mittlerweile habe er alles Notwendige veranlasst, damit der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zurückgezogen werde. Das bestätigte auch die AOK in Rostock. So bald die erste vereinbarte Rate in Höhe von 9.000 Euro auf dem AOK-Konto gebucht sei werde der Antrag zurückgezogen.
Auf der Burg werde in diesem Jahr mit zahlreichen und vor allem vielfältigen Veranstaltungen ein interessantes Programm angeboten. Dazu gehören ein internationales Theaterprojekt im Juli, zwei Jugendcamps im Sommer sowie das bereits traditionelle Architektur-Camp, das in diesem Jahr das einzigste in Europa sein wird. Stehen in diesem Jahr kleinere Sanierungen an, so soll der nächste große Brocken im kommenden Jahr in Angriff genommen werden. Dann soll der Dachstuhl des Herrenhauses erneuert werden.
Autor: nnz
Nach Auskunft des Mühlhäuser Amtsgerichts hatte die AOK in Rostock den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Hintergrund seien nicht geleistete Sozialabgaben des Arbeitskreises für eingesetzte ABM-Mitarbeiter gewesen. Alles halb so schlimm, wehrt eine Frau Preuß vom Arbeitskreis ab, die Sache ist bereits erledigt. Hierbei handelte es sich um ein Missverständnis.Die neuere Geschichte der Burg im Landkreis Nordhausen ist also fast genauso spannend wie die ältere. Lange Zeit war die Anlage nach der Wende quasi ohne Besitzer. Mal wollte der Landkreis kaufen, die Gemeinde Großlohra konnte sie nicht halten, schließlich wurde die gesamte Anlage durch die Treuhand-Nachfolgerin TLG nicht nur vermarktet, sondern auch verkauft. Als Käufer trat ein Dr. Ludwig auf, der dem Arbeitskreis Denkmalpflege e.V. vorsteht. Alle waren im November 2000 froh, dass dieses historische Kleinod nun in einer festen Hand war. Der neue Besitzer ging im Jahr darauf auch gleich ans Werk, die Doppelkapelle erhielt ein neues Dach aus alten Ziegeln. Das Land Thüringen hatte bis zu diesem Zeitpunkt Fördermittel in Höhe von 200.000 Mark ausgereicht, wie Wissenschaftsministerin Dagmar Schipanski auf eine kleine Anfrage der PDS-Landtagsfraktion mitteilte. In ihrer Antwort wies die Ministerin allerdings auch darauf hin, dass es im Jahr 1997 Probleme mit dem Verein gab, als dieser ohne denkmalschutzrechtliche Erlaubnis Maßnahmen an der Burg durchführte.
Im Sommer ist die Burganlage in den zurückliegenden Jahren immer belebt. Erst im vergangenen Jahr fand ein internationales Seminar für Architekturstudenten statt. Auf Fragen von interessierten Bürgern der Region, wie es denn oben auf dem Berg weitergehen soll, wollte oder konnte der Arbeitskreis keine vernünftigen Antworten geben. Auch der Bürgermeister von Großlohra, Siegfried Schäfer, hebt abwehrend seine Hände. Wir würden auch gerne wissen, wie es auf der Burg weiter gehen soll. Schäfer sieht beim einem derartigen Kauf beide Seiten also Käufer und Verkäufer in der Verantwortung.
Völlig aufgelöst war heute der Spiritus Rector des Arbeitskreises, Dr. Ludwig, selbst. Der Strom der Beitragszahlungen an die Kassen sei falsch gelenkt worden. Mittlerweile habe er alles Notwendige veranlasst, damit der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zurückgezogen werde. Das bestätigte auch die AOK in Rostock. So bald die erste vereinbarte Rate in Höhe von 9.000 Euro auf dem AOK-Konto gebucht sei werde der Antrag zurückgezogen. Auf der Burg werde in diesem Jahr mit zahlreichen und vor allem vielfältigen Veranstaltungen ein interessantes Programm angeboten. Dazu gehören ein internationales Theaterprojekt im Juli, zwei Jugendcamps im Sommer sowie das bereits traditionelle Architektur-Camp, das in diesem Jahr das einzigste in Europa sein wird. Stehen in diesem Jahr kleinere Sanierungen an, so soll der nächste große Brocken im kommenden Jahr in Angriff genommen werden. Dann soll der Dachstuhl des Herrenhauses erneuert werden.

