Mo, 15:43 Uhr
02.10.2006
Wieder getroffen
Nordhausen (nnz). Während der große Oberförster Goebel in Erfurt sein Revier säubern will und alles Pulver schon verschossen hat, ohne einen guten Schuss gelandet zu haben, schießt das kleine Stadttheater in Nordhausen scharf zurück. Mit dem Freischütz, der vielleicht romantischsten, auf jeden Fall aber mystisch-zauberhaften deutschen Nationaloper. Freitag war Premiere.
Wieder getroffen (Foto: nnz)
Carl Maria von Webers Musik ist so intensiv und farbig, dass ganze Generationen von Filmmusikern ihn beneideten und dies wohl immer noch tun. Behutsam zart oder ausdrucksstark kräftig, immer findet der Komponist genau den richtigen Ton für die Szene. Eine gute Vorlage für die Inszenierung dieses Werkes und Kay Link als Regisseur weiß sie ebenso gekonnt zu nutzen wie seine Ausstatterin Olga von Wahl auf der Bühne. Im Orchestergraben führt der GMD Hiroaki Masuda sein glänzend aufgelegtes Loh-Orchester bravourös durch das mit Ohrwürmern gespickte Musikstück.
Starke Bilder, eine stringente, dichte Geschichte und hervorragende Sängerinnen und Sänger machen aus dem Premierenabend ein Erlebnis, dass sich einbrennen wird in die Köpfe der Besucher. Vornweg und überragend die beiden Jägerburschen Max (Hans Jürgen Schöpflin) und Kaspar (Rainer Zaun), die ihre innere Zerrissenheit gesanglich und darstellerisch meisterhaft vorführen. Großartig auch wieder Sabine Blanchard in der Rolle der ahnungsvollen Braut Agathe und Brigitte Roth als ihre völlig arglose Freundin Anne.
Dazu ein Chor, dem Zuzuhören genau so eine Freude ist, wie ihn zu sehen. Das ganze Nordhäuser Ensemble scheint in dieser Inszenierung so hoch motiviert, als könne es mit herausragenden Leistungen das drohende Ende des Theaterbetriebs in der Rolandstadt abwenden.
Diese erste Premiere der Spielzeit macht all denen Mut, die das Theaterensemble in Nordhausen noch nicht aufgegeben haben. Wie der Kampf letztlich ausgeht, ob das Gute schließlich wie in Webers Oper obsiegt und der Standort erhalten werden kann, das hängt sicherlich nicht unwesentlich davon ab, wie das Publikum sich hinter die Truppe um Intendant Lars Tietje stellt.
Die Premierenbesucher am Freitag waren rundherum begeistert – und das zu recht. Sie wohnten einer sehr guten Operninszenierung bei, die auch in den nächsten Vorstellungen ein ausverkauftes Haus verdient hat.
Olaf Schulze
Autor: osch
Wieder getroffen (Foto: nnz)
Carl Maria von Webers Musik ist so intensiv und farbig, dass ganze Generationen von Filmmusikern ihn beneideten und dies wohl immer noch tun. Behutsam zart oder ausdrucksstark kräftig, immer findet der Komponist genau den richtigen Ton für die Szene. Eine gute Vorlage für die Inszenierung dieses Werkes und Kay Link als Regisseur weiß sie ebenso gekonnt zu nutzen wie seine Ausstatterin Olga von Wahl auf der Bühne. Im Orchestergraben führt der GMD Hiroaki Masuda sein glänzend aufgelegtes Loh-Orchester bravourös durch das mit Ohrwürmern gespickte Musikstück.
Starke Bilder, eine stringente, dichte Geschichte und hervorragende Sängerinnen und Sänger machen aus dem Premierenabend ein Erlebnis, dass sich einbrennen wird in die Köpfe der Besucher. Vornweg und überragend die beiden Jägerburschen Max (Hans Jürgen Schöpflin) und Kaspar (Rainer Zaun), die ihre innere Zerrissenheit gesanglich und darstellerisch meisterhaft vorführen. Großartig auch wieder Sabine Blanchard in der Rolle der ahnungsvollen Braut Agathe und Brigitte Roth als ihre völlig arglose Freundin Anne.
Dazu ein Chor, dem Zuzuhören genau so eine Freude ist, wie ihn zu sehen. Das ganze Nordhäuser Ensemble scheint in dieser Inszenierung so hoch motiviert, als könne es mit herausragenden Leistungen das drohende Ende des Theaterbetriebs in der Rolandstadt abwenden.
Diese erste Premiere der Spielzeit macht all denen Mut, die das Theaterensemble in Nordhausen noch nicht aufgegeben haben. Wie der Kampf letztlich ausgeht, ob das Gute schließlich wie in Webers Oper obsiegt und der Standort erhalten werden kann, das hängt sicherlich nicht unwesentlich davon ab, wie das Publikum sich hinter die Truppe um Intendant Lars Tietje stellt.
Die Premierenbesucher am Freitag waren rundherum begeistert – und das zu recht. Sie wohnten einer sehr guten Operninszenierung bei, die auch in den nächsten Vorstellungen ein ausverkauftes Haus verdient hat.
Olaf Schulze

