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Mi, 15:14 Uhr
02.01.2002

Großkampftag in der Sparkasse

Nordhausen (nnz). Das hätten sich die Banker am Kornmarkt nicht erträumt: Menschen, Menschen, Menschen. Sie alle wollten endlich den Euro.


„Unser Haus erlebte einen unwahrscheinlichen Ansturm“, schildert Sparkassen-Vorstand Wolfgang Asche die Situation. Immer wieder kam und kommt es noch zu Staus und Wartezeiten. Zeitweise waren die Mitarbeiter des Kreditinstitutes überfordert, musste die Eingangstür geschlossen werden. Die Kunden drängelten sich bis in die Beratungsräume. Asche appelliert an dieser Stelle, dass man sich mit dem Bargeldumtausch durchaus noch etwas Zeit lassen könnte.

Die Nordhäuser wollten aber nicht nur das „neue“ Geld haben, sondern auch das „alte D-Mark“ loswerden. Tonnenweise wurden DM-Münzen ins Haus geschleppt. Mitunter war auch der Zählautomat, der seit Monaten in der Kassenhalle steht, überfordert. Die Geldausgabeautomaten der Bank wurden seit Silvester schon mehrfach aufgefüllt, in der Hauptstelle wurden am Neujahrstag innerhalb weniger Stunden mehr als 50.000 Euro abgehoben. Ähnliche Zustände waren auch in den anderen Kreditinstituten der Rolandstadt anzutreffen. „Ich habe mehrfach mit den Kollegen, zum Beispiel der Nordthüringer Volksbank, telefoniert. Denen geht es nicht besser als uns“, berichtet Wolfgang Asche der nnz.

Nicht verstehen kann der Vorstand allerdings den Vandalismus, von dem die Hauptstelle am Kornmarkt in der Silvesternacht betroffen war. Jugendliche Randaliere hatten die Eingangstür zur Kassenhalle eingeschlagen, Feuerwerkskörper wurden in den Innenbereich geworfen. Die Sparkasse musste reagieren und den Eingangsbereich „dicht“ machen. Auch heute war die „Schelle Eingreif-Truppe“ in punkto Automaten wieder im Einsatz. Schwerpunkt waren die „Geldausgeber“ im Marktkauf. Asche ist jedoch zuversichtlich, dass der ganz große Schub in der kommenden Woche vorbei sein wird, dann haben auch die Mitarbeiter der Kreissparkasse wieder ein bisschen Zeit, sich selbst an der neuen Währung zu freuen.
Autor: nnz

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