Mi, 11:28 Uhr
27.09.2006
Zollgrenzen fallen weg
Nordhausen (nnz). Rumänien und Bulgarien können sich – wenn die Voraussetzungen vorliegen – in den Reigen der EU aufnehmen lassen. Die Thüringer Wirtschaft sieht darin viele Chancen...
Ökonomisch betrachtet überwiegen für die Thüringer Wirtschaft die positiven Aspekte durch die Aufnahme der beiden Länder in die Europäische Union, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Besonders der Wegfall der Zollgrenzen könne den Export in die Balkanstaaten erleichtern, wie das Beispiel der letzten Erweiterungsrunde seit 2004 gezeigt habe.
Zwar wären Korruption und Wirtschaftskriminalität noch nicht vollständig beseitigt und würden in beiden Ländern immer noch illegale Stempelsteuern für Verwaltungsakte auch den Thüringer Unternehmern das Leben schwer machen, aber die Fortschritte in den letzten Jahren seien unverkennbar.
Hier muss die Kommission den Reformdruck aufrechterhalten, begrüßt Grusser die mögliche Einführung sog. Schutzklauseln. Das heißt konkret: Bulgarien und Rumänien würden von bestimmten Leistungen und Rechten innerhalb der EU so lange ausgeschlossen, bis die Standards erreicht sind. In den letzten zehn Jahren haben sich die Thüringer Ausfuhren in beide Länder mehr als verfünffacht und im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert erreicht, so der IHK-Hauptgeschäftsführer mit Blick auf die Entwicklung des Handelsvolumens.
So registrierte das Thüringer Landesamt für Statistik im Jahr 2005 Exporte von Waren und Dienstleistungen nach Rumänien in Höhe von 54,9 und nach Bulgarien von 26,1 Millionen Euro. Insbesondere Geräte der Medizin-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, optische Instrumente sowie Maschinenbauerzeugnisse waren stark nachgefragt.
Vom Aufbau und der Modernisierung der Infrastruktur bis zu den notwendigen Umweltschutzmaßnahmen im Wasserreinigungs- und Kläranlagenbau können auch kleine und mittelständische Betriebe aus Thüringen profitieren, hofft Grusser. Derzeit verfügten rund 90 Firmen aus dem Freistaat über recht stabile Geschäftsbeziehungen nach Bulgarien und annähernd 70 nach Rumänien. Dies sei durchaus erweiterungsfähig. Bereits im Frühjahr hätten Vertreter der Erfurter Kammer neue Möglichkeiten und Chancen auf dem Balkan ausgelotet. Unterstützung vor Ort soll künftig auch die Kooperation mit den Industrie- und Handelskammern in Varna/Bulgarien und Bukarest/Rumänien bieten.
Autor: nnzÖkonomisch betrachtet überwiegen für die Thüringer Wirtschaft die positiven Aspekte durch die Aufnahme der beiden Länder in die Europäische Union, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Besonders der Wegfall der Zollgrenzen könne den Export in die Balkanstaaten erleichtern, wie das Beispiel der letzten Erweiterungsrunde seit 2004 gezeigt habe.
Zwar wären Korruption und Wirtschaftskriminalität noch nicht vollständig beseitigt und würden in beiden Ländern immer noch illegale Stempelsteuern für Verwaltungsakte auch den Thüringer Unternehmern das Leben schwer machen, aber die Fortschritte in den letzten Jahren seien unverkennbar.
Hier muss die Kommission den Reformdruck aufrechterhalten, begrüßt Grusser die mögliche Einführung sog. Schutzklauseln. Das heißt konkret: Bulgarien und Rumänien würden von bestimmten Leistungen und Rechten innerhalb der EU so lange ausgeschlossen, bis die Standards erreicht sind. In den letzten zehn Jahren haben sich die Thüringer Ausfuhren in beide Länder mehr als verfünffacht und im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert erreicht, so der IHK-Hauptgeschäftsführer mit Blick auf die Entwicklung des Handelsvolumens.
So registrierte das Thüringer Landesamt für Statistik im Jahr 2005 Exporte von Waren und Dienstleistungen nach Rumänien in Höhe von 54,9 und nach Bulgarien von 26,1 Millionen Euro. Insbesondere Geräte der Medizin-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, optische Instrumente sowie Maschinenbauerzeugnisse waren stark nachgefragt.
Vom Aufbau und der Modernisierung der Infrastruktur bis zu den notwendigen Umweltschutzmaßnahmen im Wasserreinigungs- und Kläranlagenbau können auch kleine und mittelständische Betriebe aus Thüringen profitieren, hofft Grusser. Derzeit verfügten rund 90 Firmen aus dem Freistaat über recht stabile Geschäftsbeziehungen nach Bulgarien und annähernd 70 nach Rumänien. Dies sei durchaus erweiterungsfähig. Bereits im Frühjahr hätten Vertreter der Erfurter Kammer neue Möglichkeiten und Chancen auf dem Balkan ausgelotet. Unterstützung vor Ort soll künftig auch die Kooperation mit den Industrie- und Handelskammern in Varna/Bulgarien und Bukarest/Rumänien bieten.


