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Sa, 09:20 Uhr
29.12.2001

Mindestlohn für Haushaltshilfen

Nordhausen (nnz). Die geplante Green Card-Regelung für Haushaltshilfen aus Osteuropa rückt näher. Und sie wirft Probleme auf.


Aus Sicht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes reicht die geplante Regelung nicht aus, um Defizite bei der häuslichen Pflege von älteren Menschen zu beheben. Die Anwerbung osteuropäischer Hilfskräfte diene nur Familien, „die im Stande sind, die Ausgaben für Kost und Logis sowie einen Lohn von etwa 1500 bis 3000 Mark aufzubringen“, sagte die Verbandsvorsitzende Barbara Stolterfoht am Donnerstag in Frankfurt am Main. Gleichzeitig forderte sie Mindestlohnregelungen für ausländische Haushaltshilfen. Es müsse auch Vorschriften zum Schutz der Pflegebedürftigen geben.

Dringend erforderlich seien Änderungen in der Pflegeversicherung. „Bei mehrstündigen täglichen Betreuungsbedarf eines Angehörigen stoßen Familien schnell an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit, auch in finanzieller Hinsicht“, sagte Stolterfoht. Sie schlug vor, mit der so genannten Pflegesachleistung künftig auch Betreuungszeit kaufen zu können. Dies wäre auch ein Anreiz für Pflegedienste, zusätzliche Betreuungsleistungen zu niedrigen Preisen anzubieten, betonte sie.

Die vorgesehene Green Card-Regelung für Haushaltshilfen soll im Februar in Kraft treten. Mit ihr reagiert das Arbeitsministerium auf die Notlage vieler Pflege-Haushalte. Fest scheint inzwischen zu stehen, dass die ausländischen Hilfen nicht von professionellen Pflegediensten übernommen werden dürfen. In diesem Zusammenhang hat sich nnz über die Situation in Österreich informiert, wo der Mangel an Pflegekräften nicht weniger gravierend ist. Das Ergebnis mutet einigermaßen abenteuerlich an. Lesen Sie dazu unseren morgigen Beitrag.
Autor: nnz

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