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Mi, 19:00 Uhr
20.09.2006

Abschied und Beginn

Nordhausen (nnz). Tränen flossen heute im Nordhäuser Stadtrat. Es waren Tränen des Abschieds eines Mannes, der über mehr als 16 Jahre die Entwicklung dieser Stadt mitbestimmt hatte. Die heutige Stadtratssitzung war aber auch das Zeichen eines Neubeginns. Es gab jede Menge Blumen, Kaffee, Kuchen und Sekt.

Abschied und Beginn (Foto: nnz) Abschied und Beginn (Foto: nnz)

Die 21. Sitzung des Nordhäuser Stadtrates war eine der besonderen Art. Mit ihr ging eine Ära zu Ende, die des Dietrich Beyse (CDU). Auch seine letzte Sitzung hatte der Bau- und Wirtschaftsdezernent nicht versäumt. Den Mitgliedern des Stadtrates hatte er – es war seine letzte dienstliche Mitteilung – den aktuellen Stand für den Entwurf des Flächennutzungsplanes mitgeteilt. Es war ein Teil dessen, was er noch auf den Weg bringen wollte, „damit nun nichts mehr schief gehen kann.“ Neben dem gewaltigen Plan gehörten dazu das Baurecht im Industriegebiet in der Goldenen Aue oder der Abriss des alten Polizeigebäudes.

Dann wurde es feierlich. Vertreter aller Fraktionen dankten Beyse für die zurückliegende Zeit, für seine Wertschätzung gegenüber dem Stadtrat. Dr. Manfred Schröter (CDU) reflektierte wichtige Stationen des Dezernenten, immer verbunden mit einem lustigen Augenzwinkern. Dietrich Beyse selbst hatte sich seine Abschiedsworte aufgeschrieben. Die demografische Entwicklung sei für alle die kommende Herausforderung, alle wichtigen Themen der Stadt würden davon tangiert. Beyse dankte drei Frauen: seiner eigenen, Oberbürgermeisterin Barbara Rinke und seiner langjährigen Sekretärin Gabriele Kirchner. Dann konnte der Mann nicht mehr, die Tränen erstickten seine Stimme. Für die Mitglieder des Stadtrates ein Moment, der nahe ging.

Danach begann quasi die Nach-Beyse-Ära mit der Vorstellung der Kandidaten. Von 20 Bewerbern waren drei zur Vorstellung eingeladen worden. Andreas Büch (46), ein Sauerländer, der seit zehn Jahren in Thüringen lebt, will (so er denn gewählt) auf jeden Fall die Kosten der Verwaltung senken. René Chlaß (33), ein echter Thüringer, dient bei der Bundeswehr und bildet nebenbei Mitarbeiter der Stadtverwaltung Erfurt in betriebswirtschaftlichen Dingen aus. Als letzte im Alphabet kam Inge Klaan an die Reihe, die von sich behauptete, in Oberbürgermeisterin Barbara Rinke und Dietrich Beyse ihre Lehrmeister gehabt zu haben, die aber auch meinte, sie sei kein zweiter Dietrich Beyse. Dass Norbert Klodt dann im Namen der CDU-Fraktion dem gesamten Stadtrat empfahl Klaan zu wählen war eigentlich unnötig, trotz aller entgegengebrachten Wertschätzung gegenüber den anderen Kandidaten.

Das Wahlergebnis fiel klar aus: Von den 29 anwesenden Stadträten stimmten 24 für Klaan, vier für Büch und keiner für Chlaß. Eine Stimme war ungültig.

Damit ist Inge Klaan am Ziel ihre dienstlichen Wünsche angekommen, vorläufig. Wer die ehrgeizige Frau kennt, die nun auch die Christdemokratische Union in Nordhausen aufzumischen versucht, der weiß, dass die letzte Sprosse der Karriereleiter noch nicht erklommen ist. Da warten noch ganz andere Herausforderungen auf die 41jährige, selbst im Nordhäuser Rathaus.
Nicht gewählt: Andreas Büch (Foto: )
Nicht gewählt: René Chlaß (Foto: )
Gewählt: Klaan mit Rinke (Foto: )
Autor: nnz

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