Fr, 15:23 Uhr
28.12.2001
Landrat Claus: Wünsche und Sorgen
Nordhausen (nnz). Mit der Bilanz des zurückliegenden Jahres und einem Ausblick auf das Neue setzt sich Landrat Joachim Claus (CDU) in seinem Grußwort zum Jahreswechsel auseinander. nnz veröffentlicht es im vollen Wortlaut.
Sehr geehrte Mitbürgerinnen!
Sehr geehrte Mitbürger!
Gerade jetzt, wo in vielen Häusern und Herzen der Weihnachtsfriede Einkehr gehalten hat, wo sich das Jahr 2001 verabschiedet, gehen meine Gedanken zurück zu den letzten 12 Monaten. Dabei betrachte ich, wie viele Menschen auch, mit großer Sorge die weltpolitischen Geschehnisse. Aber auch die Sachverhalte, die sich 2001 im Landkreis Nordhausen vollzogen haben, unterliegen meiner, aber auch sicher Ihrer ganz persönlichen Wertung.
Als Landrat des Landkreises Nordhausen erkenne ich bei dieser Rückschau eine ganze Menge gelungene und auch positive Gegebenheiten, die im vergangenen Jahr erreicht werden konnten. Aber, und auch das gehört zu einer Jahresbilanz, es ist vieles nicht erreicht worden. Und das erfüllt mich zunehmend mit Sorge. Während sich die positiven Ergebnisse schnell relativieren und von vielen als gut und mitunter auch als selbstverständlich akzeptiert werden, schlagen die nicht gelösten Probleme oftmals für uns alle negativ zu Buche.
Doch gestatten Sie mir, dass ich, bevor ich mich mit einzelnen Sachverhalten auseinandersetze, bevor ich meine Gedanken und Wünsche für das Jahr 2002 formuliere, Ihnen allen meine ganz persönlichen guten Wünsche für das neue Jahr ausspreche. Alles erdenklich Gute, viel Gesundheit und Schaffenskraft für Sie und auch für die Menschen, die Ihnen im besonderen Maße nahe stehen. Sicher, der Privatmann Joachim Claus, wünscht sich natürlich eine gute Gesundheit und persönliches Wohlergehen. Vor allen Dingen aber wünsche ich mir, und ich glaube, das wünschen wir uns angesichts der schrecklichen Ereignisse vom 11. September 2001 alle, Frieden in der ganzen Welt. Frieden zwischen den Menschen und den Völkern dieser Erde.
Aber auch als Landrat des Landkreises Nordhausen habe ich eine ganze Reihe von Wünschen. Sie konzentrieren sich vor allen Dingen auf die im letzten Jahr nicht oder nicht zufriedenstellend gelösten Sachverhalte. Und ich wiederhole mich, wenn ich heute mehr denn je behaupte, dass ich die Wünsche, die ich als Landrat habe, als Aufgabe und Zielstellung für das neue Jahr für uns alle gemeinsam verstehe. Wir alle, damit meine ich nicht nur die Menschen in unserer Region, sondern auch die Wirtschaftsunternehmen, die Verbände und Kammern, den Handel und das Gewerbe, müssen Gedanken, Ideen und Visionen sammeln, aufarbeiten und sie als Herausforderung für uns alle zum Nutzen, Wirklichkeit werden lassen. In allen Bereichen des öffentlichen Lebens müssen Lösungsansätze gefunden werden.
Ein Schwerpunkt unserer gemeinsamen Bemühungen ist für mich nach wie vor der Kampf gegen die noch viel zu hohe Arbeitslosigkeit in unserer Region. Sicher, ohne die Unterstützung der Wirtschaftsunternehmen, ohne den Mittelstand, ohne Handel und Gewerbe, ist diese Aufgabe für mich als Landrat kaum lösbar, weil ich nur allzu oft feststellen muss, dass man dem Ruf "Arbeitsplätze abzubauen und Arbeitskräfte einzusparen" schneller folgt als dem Ruf "neue Arbeitsplätze" zu schaffen. Dabei werden vor allem und das sehr oft, wirtschaftliche Zwänge der Unternehmen in den Vordergrund gestellt. Insolvenzen und Konkurse nehmen im Moment erheblich zu. Hier beginnt ein Teufelskreis, der für unsere Region fast schon unerträglich ist. Der Arbeitsplatzabbau begründet sich nicht selten mit der finanziellen Schieflage in einem Unternehmen. Die Auswirkungen aber sind vielschichtiger und weitreichender als oftmals zu vermuten ist. Sie treffen eine ganze Region. Hohe Arbeitslosenquoten bedeuten niedrigere Kaufkraft, steigendes soziales Engagement des Staates mit den dazu gehörenden Sozialausgaben, steigendes finanzielles Engagement der Arbeitsverwaltung, steigende Abwanderung junger Menschen und nicht zuletzt einen möglichen Werteverfall auf allen Ebenen.
Man könnte die Palette der Auswirkungen noch erheblich erweitern. Aber mir ist mit dieser Aufzählung sehr daran gelegen, deutlich zu machen, dass es für uns alle extrem wichtig ist, die Schaffung von Arbeitsplätzen zu ermöglichen und darüber hinaus aufzuzeigen, dass wir alle eine unabdingbare und große Verantwortung für eine positive wirtschaftliche Entwicklung unserer Region haben. Leider sind sich viele Verantwortungsträger aus Politik und Wirtschaft, aber auch so manche Bürgerinitiative im Landkreis dieser Verantwortung nicht bewusst. Besondere Beispiele dafür waren für mich einerseits die Querelen im Kreistag vor dem Hintergrund der Verteilung der politischen Macht in der Kreisverwaltung und andererseits die plakativen und oft populistischen Grabenkämpfe hinsichtlich der Ansiedlung eines Industriegebietes im Landkreis Nordhausen. Während man sich im Landkreis Nordhausen in den Medien und sogar im Internet öffentlich und nicht immer mit dem gebotenen Niveau und der gerade zitierten Verantwortung darüber streitet, ob denn nun das Industriegebiet dort oder besser hier oder vielleicht gar nicht errichtet werden sollte, baut Daimler-Cryssler in Kölleda ein neues Motorenwerk auf. So sehr ich den Menschen in Kölleda diese Entwicklung gönne, für mich bleibt angesichts unserer Motorenbauertradition im Landkreis, angesichts unserer Fachhochschule und unserer Einrichtungen und mittelständischer Unternehmen, die im Hochtechnologiebereich forschen und entwickeln, ein fader Beigeschmack.
Diese für unsere Region weniger schöne Entwicklung sollte nun endlich dazu führen, dass wir uns auf allen Ebenen, in Wirtschaft, Politik, Verwaltungen, Bürgervereinigungen und Initiativen zusammenraufen, miteinander sauber und sachlich reden und argumentieren und gemeinsam mit den Potentialen und Ressourcen, die wir in unserer Region haben, an der positiven Entwicklung in unserem Landkreis arbeiten. Dazu rufe ich Sie alle auf. Machen Sie mit, bringen Sie sich für eine gute und zielgerichtete Entwicklung unsere Region ein. Was ich als Landrat des Landkreises Nordhausen mit meiner Verwaltung dazu beitragen kann, will ich gern tun.
Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
mit dem 31. 12. 2001 endet das Jahr des Ehrenamtes. Ein Jahr, in dem mit Veranstaltungen, Auszeichnungen und Würdigungen das freiwillige Engagement vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger Anerkennung gefunden hat. Dieses Jahr werte ich als eine offizielle Geste des Staates gegenüber den vielen ehrenamtlich und weitestgehend unentgeltlich arbeitenden Menschen. Und das ist auch gut so. Aber ich meine, das ehrenamtliche Engagement vieler Mitmenschen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens verdient eine ständige Anerkennung und Würdigung durch uns alle. Denen, die sich oftmals bis an ihre persönlichen und menschlichen Grenzen gehend, für uns alle, für die Gemeinschaft, besonders aber für die hilfebedürftigen oder benachteiligten Menschen einbringen, helfen oder einfach nur da sind, gilt meine besondere Wertschätzung und mein ganzer Respekt. Ihnen rufe ich zu, lassen Sie nicht nach in Ihrem Engagement. Helfen Sie auch weiterhin bei der Lösung der vielfältigen Aufgaben, wo auch immer Sie sich einbringen. Das Ehrenamt ist mit seiner Vielfalt und mit den erreichten Ergebnissen für uns alle unentbehrlich. Gerade als Landrat weiss ich die Arbeit der Ehrenamtler nicht nur in dem Ihnen gewidmeten Jahr zu schätzen. Insofern bitte ich Sie, auch weiterhin für alle ehrenamtlichen Bereiche zur Verfügung zu stehen. Ohne Sie geht es nicht.
Meine Damen und Herren,
es fällt mir nicht leicht auf das Jahr 2001 zurückzublicken. Angesichts der Ereignisse vom 11. September 2001 in den USA treten die erreichten Ergebnisse, aber auch die kleinen ungelösten Probleme in unserem unmittelbaren Umfeld zunächst in den Hintergrund. Was im und mit dem World Trade Center passierte, entbehrt jeder zivilisierten Vorstellungskraft. Was in New York geschah, kann man nur als das Werk von Fanatismus und Menschenverachtung bezeichnen. Eine Begründung für ein solches Verbrechen gibt es nicht. Unzählige Menschen werden in den Tod gerissen, nur weil skrupellose Fanatiker meinen, sie müssen die Welt verändern. Es sind Menschen, die Erwachsene und Kinder zu Mördern erziehen und zu Verbrechern, die auf die Beseitigung der freiheitlichen Demokratien in der ganzen Welt angesetzt werden.
Oder schauen wir in den Nahen Osten. Was geschieht dort? Ist man sich dort überhaupt noch im Klaren darüber, warum und wofür man sich selbst und andere umbringt? Gerade in den letzten Wochen wurde in Betlehem das Friedenslicht entzündet und in die ganze Welt getragen. Warum geht von der Geburtsstätte Christi nur ein Licht in die Welt und nicht der Frieden? Diese Frage zu beantworten ist sicher nicht leicht. Aber von den Regionen, in denen Machtanspruch und Unterdrückung, gepaart mit religiösem Fanatismus vorherrschen, kann kein Frieden ausgehen.
Seit dem 11. September 2001 ist vieles anders. Uns allen ist sicher noch deutlicher vor Augen geführt worden, dass wir um unsere freiheitliche Demokratie besorgt sein müssen. Wir alle haben uns einzubringen in den Erhalt der Freiheit und des Friedens. Und wenn wir uns darüber im Klaren sind, dass der Frieden schon in uns selbst und in der Familie beginnen muss, dann sind wir auf dem richtigen Weg.
Ich wünsche Ihnen allen eine gute Zeit im Jahr 2002. Möge Ihnen die Gesundheit und die Schaffenskraft beschieden sein, die Sie persönlich für Ihr Wohlergehen benötigen. Den Mitbürgerinnen und Mitbürgern denen es im Moment nicht so gut geht, wünsche ich den Glauben und die Hoffnung an eine bessere Zeit. Lassen Sie uns gemeinsam an der positiven Entwicklung des Landkreises Nordhausen mitarbeiten. Ein jeder möge auf seine Weise mitwirken. Alles Gute für Sie, für die Menschen die Ihnen nahe stehen und für den Frieden in der Welt.
Ihr Joachim Claus, Landrat des Landkreises Nordhausen
Autor: nnzSehr geehrte Mitbürgerinnen!
Sehr geehrte Mitbürger!
Gerade jetzt, wo in vielen Häusern und Herzen der Weihnachtsfriede Einkehr gehalten hat, wo sich das Jahr 2001 verabschiedet, gehen meine Gedanken zurück zu den letzten 12 Monaten. Dabei betrachte ich, wie viele Menschen auch, mit großer Sorge die weltpolitischen Geschehnisse. Aber auch die Sachverhalte, die sich 2001 im Landkreis Nordhausen vollzogen haben, unterliegen meiner, aber auch sicher Ihrer ganz persönlichen Wertung.
Als Landrat des Landkreises Nordhausen erkenne ich bei dieser Rückschau eine ganze Menge gelungene und auch positive Gegebenheiten, die im vergangenen Jahr erreicht werden konnten. Aber, und auch das gehört zu einer Jahresbilanz, es ist vieles nicht erreicht worden. Und das erfüllt mich zunehmend mit Sorge. Während sich die positiven Ergebnisse schnell relativieren und von vielen als gut und mitunter auch als selbstverständlich akzeptiert werden, schlagen die nicht gelösten Probleme oftmals für uns alle negativ zu Buche.
Doch gestatten Sie mir, dass ich, bevor ich mich mit einzelnen Sachverhalten auseinandersetze, bevor ich meine Gedanken und Wünsche für das Jahr 2002 formuliere, Ihnen allen meine ganz persönlichen guten Wünsche für das neue Jahr ausspreche. Alles erdenklich Gute, viel Gesundheit und Schaffenskraft für Sie und auch für die Menschen, die Ihnen im besonderen Maße nahe stehen. Sicher, der Privatmann Joachim Claus, wünscht sich natürlich eine gute Gesundheit und persönliches Wohlergehen. Vor allen Dingen aber wünsche ich mir, und ich glaube, das wünschen wir uns angesichts der schrecklichen Ereignisse vom 11. September 2001 alle, Frieden in der ganzen Welt. Frieden zwischen den Menschen und den Völkern dieser Erde.
Aber auch als Landrat des Landkreises Nordhausen habe ich eine ganze Reihe von Wünschen. Sie konzentrieren sich vor allen Dingen auf die im letzten Jahr nicht oder nicht zufriedenstellend gelösten Sachverhalte. Und ich wiederhole mich, wenn ich heute mehr denn je behaupte, dass ich die Wünsche, die ich als Landrat habe, als Aufgabe und Zielstellung für das neue Jahr für uns alle gemeinsam verstehe. Wir alle, damit meine ich nicht nur die Menschen in unserer Region, sondern auch die Wirtschaftsunternehmen, die Verbände und Kammern, den Handel und das Gewerbe, müssen Gedanken, Ideen und Visionen sammeln, aufarbeiten und sie als Herausforderung für uns alle zum Nutzen, Wirklichkeit werden lassen. In allen Bereichen des öffentlichen Lebens müssen Lösungsansätze gefunden werden.
Ein Schwerpunkt unserer gemeinsamen Bemühungen ist für mich nach wie vor der Kampf gegen die noch viel zu hohe Arbeitslosigkeit in unserer Region. Sicher, ohne die Unterstützung der Wirtschaftsunternehmen, ohne den Mittelstand, ohne Handel und Gewerbe, ist diese Aufgabe für mich als Landrat kaum lösbar, weil ich nur allzu oft feststellen muss, dass man dem Ruf "Arbeitsplätze abzubauen und Arbeitskräfte einzusparen" schneller folgt als dem Ruf "neue Arbeitsplätze" zu schaffen. Dabei werden vor allem und das sehr oft, wirtschaftliche Zwänge der Unternehmen in den Vordergrund gestellt. Insolvenzen und Konkurse nehmen im Moment erheblich zu. Hier beginnt ein Teufelskreis, der für unsere Region fast schon unerträglich ist. Der Arbeitsplatzabbau begründet sich nicht selten mit der finanziellen Schieflage in einem Unternehmen. Die Auswirkungen aber sind vielschichtiger und weitreichender als oftmals zu vermuten ist. Sie treffen eine ganze Region. Hohe Arbeitslosenquoten bedeuten niedrigere Kaufkraft, steigendes soziales Engagement des Staates mit den dazu gehörenden Sozialausgaben, steigendes finanzielles Engagement der Arbeitsverwaltung, steigende Abwanderung junger Menschen und nicht zuletzt einen möglichen Werteverfall auf allen Ebenen.
Man könnte die Palette der Auswirkungen noch erheblich erweitern. Aber mir ist mit dieser Aufzählung sehr daran gelegen, deutlich zu machen, dass es für uns alle extrem wichtig ist, die Schaffung von Arbeitsplätzen zu ermöglichen und darüber hinaus aufzuzeigen, dass wir alle eine unabdingbare und große Verantwortung für eine positive wirtschaftliche Entwicklung unserer Region haben. Leider sind sich viele Verantwortungsträger aus Politik und Wirtschaft, aber auch so manche Bürgerinitiative im Landkreis dieser Verantwortung nicht bewusst. Besondere Beispiele dafür waren für mich einerseits die Querelen im Kreistag vor dem Hintergrund der Verteilung der politischen Macht in der Kreisverwaltung und andererseits die plakativen und oft populistischen Grabenkämpfe hinsichtlich der Ansiedlung eines Industriegebietes im Landkreis Nordhausen. Während man sich im Landkreis Nordhausen in den Medien und sogar im Internet öffentlich und nicht immer mit dem gebotenen Niveau und der gerade zitierten Verantwortung darüber streitet, ob denn nun das Industriegebiet dort oder besser hier oder vielleicht gar nicht errichtet werden sollte, baut Daimler-Cryssler in Kölleda ein neues Motorenwerk auf. So sehr ich den Menschen in Kölleda diese Entwicklung gönne, für mich bleibt angesichts unserer Motorenbauertradition im Landkreis, angesichts unserer Fachhochschule und unserer Einrichtungen und mittelständischer Unternehmen, die im Hochtechnologiebereich forschen und entwickeln, ein fader Beigeschmack.
Diese für unsere Region weniger schöne Entwicklung sollte nun endlich dazu führen, dass wir uns auf allen Ebenen, in Wirtschaft, Politik, Verwaltungen, Bürgervereinigungen und Initiativen zusammenraufen, miteinander sauber und sachlich reden und argumentieren und gemeinsam mit den Potentialen und Ressourcen, die wir in unserer Region haben, an der positiven Entwicklung in unserem Landkreis arbeiten. Dazu rufe ich Sie alle auf. Machen Sie mit, bringen Sie sich für eine gute und zielgerichtete Entwicklung unsere Region ein. Was ich als Landrat des Landkreises Nordhausen mit meiner Verwaltung dazu beitragen kann, will ich gern tun.
Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,
mit dem 31. 12. 2001 endet das Jahr des Ehrenamtes. Ein Jahr, in dem mit Veranstaltungen, Auszeichnungen und Würdigungen das freiwillige Engagement vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger Anerkennung gefunden hat. Dieses Jahr werte ich als eine offizielle Geste des Staates gegenüber den vielen ehrenamtlich und weitestgehend unentgeltlich arbeitenden Menschen. Und das ist auch gut so. Aber ich meine, das ehrenamtliche Engagement vieler Mitmenschen in allen Bereichen des öffentlichen Lebens verdient eine ständige Anerkennung und Würdigung durch uns alle. Denen, die sich oftmals bis an ihre persönlichen und menschlichen Grenzen gehend, für uns alle, für die Gemeinschaft, besonders aber für die hilfebedürftigen oder benachteiligten Menschen einbringen, helfen oder einfach nur da sind, gilt meine besondere Wertschätzung und mein ganzer Respekt. Ihnen rufe ich zu, lassen Sie nicht nach in Ihrem Engagement. Helfen Sie auch weiterhin bei der Lösung der vielfältigen Aufgaben, wo auch immer Sie sich einbringen. Das Ehrenamt ist mit seiner Vielfalt und mit den erreichten Ergebnissen für uns alle unentbehrlich. Gerade als Landrat weiss ich die Arbeit der Ehrenamtler nicht nur in dem Ihnen gewidmeten Jahr zu schätzen. Insofern bitte ich Sie, auch weiterhin für alle ehrenamtlichen Bereiche zur Verfügung zu stehen. Ohne Sie geht es nicht.
Meine Damen und Herren,
es fällt mir nicht leicht auf das Jahr 2001 zurückzublicken. Angesichts der Ereignisse vom 11. September 2001 in den USA treten die erreichten Ergebnisse, aber auch die kleinen ungelösten Probleme in unserem unmittelbaren Umfeld zunächst in den Hintergrund. Was im und mit dem World Trade Center passierte, entbehrt jeder zivilisierten Vorstellungskraft. Was in New York geschah, kann man nur als das Werk von Fanatismus und Menschenverachtung bezeichnen. Eine Begründung für ein solches Verbrechen gibt es nicht. Unzählige Menschen werden in den Tod gerissen, nur weil skrupellose Fanatiker meinen, sie müssen die Welt verändern. Es sind Menschen, die Erwachsene und Kinder zu Mördern erziehen und zu Verbrechern, die auf die Beseitigung der freiheitlichen Demokratien in der ganzen Welt angesetzt werden.
Oder schauen wir in den Nahen Osten. Was geschieht dort? Ist man sich dort überhaupt noch im Klaren darüber, warum und wofür man sich selbst und andere umbringt? Gerade in den letzten Wochen wurde in Betlehem das Friedenslicht entzündet und in die ganze Welt getragen. Warum geht von der Geburtsstätte Christi nur ein Licht in die Welt und nicht der Frieden? Diese Frage zu beantworten ist sicher nicht leicht. Aber von den Regionen, in denen Machtanspruch und Unterdrückung, gepaart mit religiösem Fanatismus vorherrschen, kann kein Frieden ausgehen.
Seit dem 11. September 2001 ist vieles anders. Uns allen ist sicher noch deutlicher vor Augen geführt worden, dass wir um unsere freiheitliche Demokratie besorgt sein müssen. Wir alle haben uns einzubringen in den Erhalt der Freiheit und des Friedens. Und wenn wir uns darüber im Klaren sind, dass der Frieden schon in uns selbst und in der Familie beginnen muss, dann sind wir auf dem richtigen Weg.
Ich wünsche Ihnen allen eine gute Zeit im Jahr 2002. Möge Ihnen die Gesundheit und die Schaffenskraft beschieden sein, die Sie persönlich für Ihr Wohlergehen benötigen. Den Mitbürgerinnen und Mitbürgern denen es im Moment nicht so gut geht, wünsche ich den Glauben und die Hoffnung an eine bessere Zeit. Lassen Sie uns gemeinsam an der positiven Entwicklung des Landkreises Nordhausen mitarbeiten. Ein jeder möge auf seine Weise mitwirken. Alles Gute für Sie, für die Menschen die Ihnen nahe stehen und für den Frieden in der Welt.
Ihr Joachim Claus, Landrat des Landkreises Nordhausen

