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Do, 14:30 Uhr
27.12.2001

Lehrer, Imker, Doktor - Teil 1: DDR

Nordhausen (nnz). Zielgerichtet und stets eifrig, so gestaltete der Nordhäusers Werner Greiner sein Leben. Jetzt erhielt er sogar noch mit 62 Jahren den Doktorgrad der Philosophie verliehen. Veit Fischer mit dem Versuch eines Porträts von einem erstaunlichen Mann.


nnz-Foto: V. FischerAls Sohn eines Kaufmanns am 22. Mai 1939 in Nordhausen geboren, hätte es sich Werner Greiner wohl niemals träumen lassen, wie ereignisreich sein Leben verlaufen würde. Eigentlich lag es nahe, dass er seinem Vater in die Firma folgt, aber es kam ganz anders. „Mein Vater hatte einen Großhandel für Parfümerie und Kosmetik und hoffte immer, dass ich den Familienbetrieb übernehme. Doch ich hatte andere Pläne“, erinnert sich Werner Greiner. Denn bereits im „zarten“ Alter von acht Jahren zog es ihn in die heimischen Wälder. Er wollte unbedingt Förster werden. Daraus wurde jedoch nichts. Nach einem viertel Jahr Ausbildung musste er feststellen, dass dies nicht der Beruf fürs Leben ist.

Was danach folgte, sollte seiner Zukunft eine ganz neue Richtung geben. 1953 begann er eine Friseurlehre und arbeitete anschließend in diesem Beruf. Aber Werner Greiner wollte mehr aus seinem Leben machen. Er entschloss sich kurzerhand, hinter die „schwedischen Gardinen“ der DDR zu schnuppern. Sicher nur ein Kavaliersdelikt, aber mit gravierenden Folgen, wanderte er 1958 ins Gefängnis. Was war passiert? Die BILD-Zeitung hatte schuld. Denn dieses "Revolverblatt" wagte er in die DDR mitzubringen und bekam prompt seine Rechnung. Wegen Einführung staats- und jugendgefährdender Schriften „verknackte“ man ihn für vier Monate ins Gothaer Gefängnis. „Das war eine schreckliche Zeit, aber ich habe Glück gehabt. Dadurch, dass ich Friseur war, landete ich im Sanitätsbereich“, wie Werner Greiner erzählt.

Von den „pädagogischen Maßnahmen“ in Gotha angeregt, wurde ihm jetzt klar, dass er Lehrer werden will. Mit der Delegation zum Lehrerinstitut begann seine neue Karriere, die allerdings auch hier wieder einige Hindernisse für ihn parat hielt. Zunächst bewährte er sich ab 1962 als Lehramtsanwärter im Schulkombinat Hermannsacker. Vier Jahre später schloss er erfolgreich an der Pädagogischen Hochschule in Zwickau sein Studium mit dem Diplom - Sportlehrer ab. Sein Ziel hatte er erreicht: endlich Lehrer. Doch damit nicht genug. Werner Greiner war für die Parteigetreuen ein zu ungemütlicher Lehrer. Der Sozialismus in seinem Lauf kam ihm nicht geheuer vor und so bemängelte und kritisierte er alles, was ihm unter die Augen kam. Nach einer Suspendierung und Außerdienststellung als Lehrer, wurde er schließlich jahrelang von der Stasi bespitzelt.

Dieses Jahr feierte er nun schon sein 40-jähriges Lehrerjubiläum. Wenn Sie glauben, dass sei bereits schon alles, was man über Werner Greiner berichten kann, dann lassen Sie sich morgen in Ihrer nnz mit dem zweiten Teil der Greiner-Saga „Lehrer, Imker, Doktor: Nach der Wende“ überraschen.
Veit Fischer
Autor: nnz

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