Haus der Generationen
Dem deutschen Pflegenotstand gemeinsam begegnen
Wohnung, Einkauf, Wäsche - all das stellt bei der Bewältigung des Alltags für viele ältere Menschen eine Belastung dar. Das Projekt "HEDA" soll Unterstützung bieten und Angehörigen im Haushalt etwa beim Reinigen der Wohnung, Wäschepflege, Aufräumen oder auch beim Einkauf helfen...
In Deutschland sind aktuell etwa 5 Millionen Menschen pflegebedürftig – Tendenz steigend. Auch in Nordhausen und Umgebung wächst die Zahl der Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, was vor allem auf die gestiegene Lebenserwartung zurückzuführen ist.
Ein klarer Trend zeichnet sich ab: Betroffene möchten so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, denn ein Platz in einem Pflegeheim kostet durchschnittlich etwa 2.700 Euro pro Monat.
Seit Januar 2022 hat sich das Dienstleistungsangebot HEDA in Nordhausen fest etabliert. Der Name steht für Hilfe, Entlastung, Dienstleistung, Angebote. Der Zugang zu diesen Angeboten ist unkompliziert und ohne großen bürokratischen Aufwand möglich.
Wenig bekannt ist, dass bereits ab Pflegegrad 1 Entlastungsleistungen (derzeit 125 Euro pro Monat) in Anspruch genommen werden können. Diese können genutzt werden, um Alltagsaufgaben zu bewältigen, wenn die Betroffenen weiter in ihrer Wohnung bleiben, anstatt in ein Pflegeheim zu ziehen. HEDA ist offiziell anerkannt und kann bei Vorliegen eines Pflegegrades direkt mit den Pflegekassen abrechnen. Aber auch ohne Pflegegrad ist eine unbürokratische Hilfe möglich.
Der Kundenstamm von HEDA hat sich seit der Einführung stetig vergrößert, was zu einer Erweiterung des Teams geführt hat, um auch zukünftig der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.
Für diejenigen, die Unterstützung wünschen oder benötigen, steht das HEDA-Team von Montag bis Freitag unter der Telefonnummer 03631 4710991 zur Verfügung. Termine für persönliche Gespräche im Haus der Generationen in der Hohensteiner Straße 17 in Nordhausen oder auch bei den Betroffenen zuhause sind nach Vereinbarung jederzeit möglich. Gemeinsam wird der individuelle Hilfebedarf erfasst.
Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter: https://www.hdg-nordhausen.de.
Autor: red
Kommentare
Lautaro
22.08.2024, 17:00 Uhr
Zitat...denn ein Platz in einem Pflegeheim ?
denn ein Platz in einem Pflegeheim kostet durchschnittlich etwa 2.700 Euro pro Monat.
Warum wird pflegenden Angehörigen nicht diese Summe als Mindestlohn zugestanden, wenn sie 24/7 die Woche für ihre Lieben bereit sind ?
Die Lieben hätten eine bessere und liebevollere Versorgung und der Pflegende nicht den zusätzlichen ökonomischen Druck .
Kyffhaeuser
22.08.2024, 18:37 Uhr
"kleine" Korrektur zu den Kosten eine Pflegeheimplatzes !
ein Platz im Pflegeheim kostet monatlich "nur" ca. 4.500 EUR nicht die hier fälschlich genannten 2.700 EUR !! Diese "lächerliches" Summe ist "nur" der sogenannte "Eigenanteil" den der Pflegebdürftige aus seinem Vermögen aufzubringen hat ! nur mal zur Klarstellung, damit nicht manche denken für 2.700 EUR / Monat könne man im Heim leben !
Lautaro
22.08.2024, 18:49 Uhr
Ich weiss Kyffhaeuser !
Das macht das Dislike eines Foristen zu meinem Beitrag nur noch unverständlicher ! Wahrscheinlich hat die Person noch keinen Angehörigen gepflegt.
Kama99
22.08.2024, 18:52 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Bezug zum Artikel?
ghania
22.08.2024, 19:37 Uhr
Ich pflege meine Großmutter seit ca. 10 Jahren
Ich bereue diesen Schritt nicht auch wenn mein Leben zum Teil auf der Strecke bleibt. Ich kann nicht nach 8 Stunden sagen, das wars ich geh nachhause. Mein Tag fängt ca. 6 Uhr an und endet irgendwann zwischen 21:30 Uhr und 23:00 Uhr.
Pflegende Angehörige die mit dem hilfebedürftigen familienmitglied in einem Haushalt leben sollten viel mehr Unterstützung bekommen. Ich meine nicht nur finanziell, es geht an die Substanz, körperlich sowie psychisch. Und trotzdem bin ich für jeden Tag dankbar den ich noch mit ihr verleben und lachen darf.
Teja
22.08.2024, 20:11 Uhr
Kosten
Der Gesamtpreis ist je Heim unterschiedlich.Daher auch unterschiedliche Eigenkosten.DRK Heim NDH 5.200 Euro.
Letzer Eigen Betrag für meine Mutter,waren 3167 Euro.
Nun ist sie 2 Jahre im Heim,da muss der Versicherer mehr bezahlen. Wir bezahlen jetzt 2.761 Euro dazu.Hört sich besser an,aber das Sozialamt zahlt davon ca.680 Euro zu....
diskobolos
22.08.2024, 21:16 Uhr
Pflege, Renten, Wohnungen, Klima. Es gibt viele schwierige Probleme
Dass Pflegeheime teuer sind und weiter teurer werden, sollte jedem vernünftigen Menschen einleuchten. Schließlich ist das Betreiben personalintensiv und ohne ansprechende Löhne gibt es nicht genügend Pflegekräfte. Der aufzubringende Eigenanteil sinkt aber vom 1. bis 4. Jahr. Wenn er durch den zu Pflegenden durch Rente und Vermögen nicht aufgebracht werden kann, springt das Sozialamt ein. Die eigenen Kinder werden nur bei sehr hohen Einkommen herangezogen. Allerdings gibt es dafür vielleicht nichts mehr zu vererben.
Eine Pflege-Vollversicherung wäre sehr teuer. Dagegen spricht, dass es für Sozialversicherungsbeiträge Obergrenzen geben muss. Ansonsten wandern die aktiven Jahrgänge ins Ausland oder in die Schwarzarbeit ab.
Die Beiträge für die GKV und die GRV werden ja ebenfalls steigen, wenn die Deutschen immer länger leben .
Am liebsten wäre es ja manchem, wenn irgendjemand anderes das alles bezahlt, z. B. die Kinder des Nachbarn . . .
Teja
23.08.2024, 07:42 Uhr
Pflegekräfte
Dann fragen wir mal die vielen Pflegekräfte was sie denn so verdienen.
Ich denke auf jeden Fall nicht sehr viel.
Das Argument hinkt gewaltig.
diskobolos
23.08.2024, 08:36 Uhr
@ Teja
Welches Argument meinen Sie? Bevor Sie Gerüchte in die Welt setzen, sollten Sie sich mal kundig machen. Nach dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit verdienen Altenpfleger im Durchschnitt ca. 500 € mehr im Monat als z. B. Automechaniker. (Bitte selbst googlen!).
So mancher meint halt, dass er mehr verdienen sollte . . .
Jäger53
23.08.2024, 08:45 Uhr
Pflegenotstand
Ich frage mich wie konnte es überhaupt zu so einem sau schlechten Notstand kommen. Leider komme ich nur zu einer Erklärung da dieser Notstand sich über viele Jahre immer mehr aufgebaut hat und keine Regierung der letzten 15 Jahre hat etwas dagegen unternommen. Auch die Gewerkschaften in Deutschland haben ihren Anteil daran, dazu gehören auch laufende Preissteigerungen ( schon vor dem Ukraine Krieg ) und Lohnerhöhungen.
Teja
23.08.2024, 13:53 Uhr
Einkünfte Pflegepersonal
Die Einkünfte des Pflegepersonal werden immer gern als Grund für die Kostensteigerungen genannt. Das schon seit Jahren.
Ich habe schon jahrelang damit zu tun und muss mich nicht bei Google informieren.
Fragt doch mal einen examinierten Pfleger, was er bekommt und nicht was er verdient. Trifft überhaupt auf die meisten Arbeitnehmer zu.
Discobelus noch nichts vom Kapitalismus bemerkt?
diskobolos
23.08.2024, 17:00 Uhr
Wenn man EINEN fragt, Teja,
kann man daraus kaum allgemeingültige Aussagen ableiten. Im Entgeltatlas sind Altenpfleger in D mit durchschnittlich 3901 € angegeben, in TH mit 3804 €.
Zum Vergleich: Busfahrer 3289€, Bauklempner und Automechaniker 3514€.
Die Meinung, dass in Pflegeberuf wenig verdient wird, scheint überholt zu sein. Vielleicht fragen Sie mal Ihre Quelle, was er/sie vor 5 Jahren verdient hat und was heute . . .
Natürlich erhöhen steigende Löhne der Pflegekräfte die Kosten eines Pflegeheimes genau so, wie steigende Preise für Strom, Heizung, Nahrungsmittel, Handwerker . . .
Lautaro
23.08.2024, 17:28 Uhr
Ähm Prinz Teja....
Zitat....diskobolos noch nichts vom Kapitalismus bemerkt?....
Die ehemals geschätzten Kontrahenten in dieser Kommentarfunktion SIND Kapitalismus !!! In ihrer Reinform.
Derr Herr ist ein Herr und der Knecht ist ein Knecht, sooo denkt ein Gewinner ! :-)
P.Burkhardt
23.08.2024, 19:42 Uhr
Bloedsinn...
...wer hier zwischen Herren und Knechten unterscheiden will. Heute sind fähige Arbeiter und Angestellte für jeden Arbeltgeber mit G0ld aufzuwiegen.
Es ist heute eher eine Partn3rschaft, als ein AbhänglgkeitsverhäItnis.
Was macht ein Unt3rnehmer ? Er inv3stlert, geht Rlsiken ein um G3ld zu verdienen ...und BRAUCHT dabei Hilfe. Deswegen stellt er Leute ein, die das können, was ihm zum Erf0lg verhilft. Davon gibt es immer weniger. Nahezu jeder Ar8eitgeber hat mittlerweile verstanden, dass er sich um seine Leute kümmern muss, wenn er sie behalten will - weil sie sich sonst einen Anderen suchen, der sich besser um sie kümmert.
Es gibt 3 Möglichkeiten, Erf0lg zu haben:
1. Gründe ein Unternehmen, gehe Rlsiken ein und sei besser, als andere im Halfischbecken.
2. Lass dich irgendwo anstellen und gib alles um in die Führungsri3ge aufzusteigen,
3. L3rne, arbeite und werde gut in dem was du tust ... und such Dir einen Arbeitge8er, der das hon0riert.
Aus diesen Möglichkeiten kann jeder nach seiner N3igung auswählen.
Was die Pflege und allgemein das Gesundheitsthema angeht: Der Fehler war, Krankenhäuser, Krankenkassen, Pflegeeinrichtungen und Versicherungen in prlvate Hand zu geben. Ich finde, das gesamte Gesundheitssystem sollte staatIich sein. Gesundheit und Pflege ist nichts, was zum G3Idverdien3n benutzt werden sollte und damit nicht den Efflzienzbestrebungen eines Contr0llers unterworfen werden darf. Gesundheit und W0hlbefinden von Pflegebedürftigen darf nicht am G3Idbeutel scheitern.
Alle Schreibfehler in diesem Text sind dem neuen Filter der nnz geschuldet - da ich die Schlüsselworte (noch) nicht kenne, musste ich ein wenig kreatlv werden. Es war mühsam und langwierig.
Anmerkung techn. Support:
Welcher »neuen Filter«?
Paulinchen
23.08.2024, 20:58 Uhr
Diskobolos, der Theoretiker...
... bekanntlich ist Papier sehr geduldig. Ihre Lohn/Gehaltsvorstellungen sind leider von der Realität, weit entfernt.
Es mag ja sein, dass Ihre Werkstatt den Stundenlohn gewaltig erhöht hat, aber der Monteur hast davon nichts.
Kyffhaeuser
23.08.2024, 23:28 Uhr
Krankenkassen - privatisiert ??
bin vorsichtig gesagt etwas irritiert. welche gesetzliche KK wurde denn privatisiert ? dies ist wohl eher im Reich der Märchen angesiedelt. i.d.R. handelt es sich um Körperschaften des öffentlichen Rerchtsn , nur mal so zur Richtigstellung, manche sind sogar reine Versichertengesellschaften ohne Arbeitgeber im Aufsichtsrat !
P.Burkhardt
24.08.2024, 10:18 Uhr
Stimmt Kyffhäuser...
...mein Fehler.. ich meinte damit die PKV. Das war missverständlich.
@techn. Support: es gibt offenbar einige Schlüsselworte, die in den Kommentaren nicht zugelassen sind... das meinte ich mit Filter. Keine Ahnung, welches ich davon verwendet habe, also habe ich nach und nach alles, was mir "verdächtig" vorkam etwas umgestaltet.
diskobolos
24.08.2024, 13:05 Uhr
Ach Paulinchen,
wenn Sie andere Zahlen haben, nur her damit! Oder ist eswie so oft bei Ihnen eine gefühlte Wahrnehmung? Da helfen Fakten wahrscheinlich wirklich nicht . . .
Ob es günstiger wäre, wenn Pflegeheime nicht privat betrieben wären, wage ich zu bezweifeln. Das sehe ich ähnlich wie beim Bau: Der Staat beweist meistens, dass er teurer baut als die Privatwirtschaft. Am Ende zahlt der Steuerzahler . . .
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