Mi, 17:39 Uhr
19.12.2001
Neuer Hausherr am Haidberg
Sülzhayn/Ellrich (nnz). Die Zukunft der leerstehenden Haidberg-Klinik ist voraussichtlich klar. In dieser Woche wurde ein erster Vertrag unterschrieben. Wer den Zuschlag bekommen hat, das erfahren Sie bereits heute in der nnz.
Die KMG-Kliniken AG, die bereits eine Einrichtung in Sülzhayn betreibt, wähnt sich als neuer Besitzer der Immobilie. Seitens des Deutschen Rings, dessen Tochter die Klinik ersteigert hatte, hielt man sich zwar noch bedeckt, deutlicher wurde heute das KMG-Management. Da ist in einer Einladung zu einem Pressetermin bereits die Rede von neuem Hausherr. Die erste Runde des Tauziehens um die Immobilie hat die KMG für sich entschieden. Auf der Strecke bleibt vermutlich die Variante einer Gesundheitsgesellschaft Ellrich GmbH. In die hatte die Stadt Ellrich Anfang dieses Monats 2.500 Euro eingebracht (siehe hierzu ausführlich im nnz-Archiv). Die Stadtverwaltung wollte sich mit diesem Schritt hinter das Konzept eines Investors aus Bremen stellen.
Jetzt wird alles anders kommen? Nicht ganz, ist da aus der Stadtverwaltung zu hören. Wie die nnz erfuhr, sollen die Manager aus Bad Wilsnack wohl erst nur 60 Betten am Haidberg gepachtet haben. Für den Ellricher Bürgermeister Gerald Schröder ist damit aber das Maß längst voll. Schröder ist stinksauer auf den Deutschen Ring. Mit dem Teilzuschlag für KMG liegt nicht nur das bisherige Konzept für den Haidberg auf Eis, sondern Sülzhayn wird wohl über eine weitere leerstehende Immobilie verfügen: Die jetzige KMG-Klinik.
Glücklich kann sich der Bürgermeister allerdings schätzen, dass er heute im Erfurt das ersehnte Prädikat für Sülzhayn abholen konnte. Hätte das Wirtschaftsministerium eher Wind von der Haidberg-Aktion bekommen, wäre auch diese abgeschwächte Prädikatsvariante zu den Akten gelegt worden. Was will ein Erholungsort mit einer leerstehenden Klinik mitten im Ort? Was soll nun mit dem Haus des Gastes geschehen? Die KMG wird sich am Haidberg eine kleine eigene Welt aufbauen, ist sich Schröder sicher. Weder Mitarbeiter noch Patienten werden oft ins Dorf kommen. Fehlt nur noch ein Zaum um die Klinik und wir haben hier Zustände wie zu Zeiten des Sperrgebietes, ist Schröder außer sich.
Obwohl die gemeinsamen Ideen von Sozialmanagement AG und der Stadt Ellrich einen herben Rückschlag erlitten haben, will der Bürgermeister nicht aufgeben. Noch sei nicht aller Tage Abend und schließlich müsse sich der Deutsche Ring vielleicht nach weiteren Partnern umsehen. So sei wohl die Kaufsumme für die Immobilie noch nicht überwiesen worden, hört man in Sülzhayn raunen. Und schließlich müssen ja auch noch die Betriebskosten für das gesamte Haus bezahlt werden. Ob da die Pacht für die 60 Betten ausreiche, diese Frage wird vermutlich morgen beantwortet. Eine Frage bleibt jedoch noch offen: Wie geht es mit der jetzigen Immobile der KMG in Sülzhayn weiter, denn dorthin sind in den Jahren nach der Wende Fördermittel in Millionenhöhe geflossen. Geld des Steuerzahlers!
Autor: nnz
Die KMG-Kliniken AG, die bereits eine Einrichtung in Sülzhayn betreibt, wähnt sich als neuer Besitzer der Immobilie. Seitens des Deutschen Rings, dessen Tochter die Klinik ersteigert hatte, hielt man sich zwar noch bedeckt, deutlicher wurde heute das KMG-Management. Da ist in einer Einladung zu einem Pressetermin bereits die Rede von neuem Hausherr. Die erste Runde des Tauziehens um die Immobilie hat die KMG für sich entschieden. Auf der Strecke bleibt vermutlich die Variante einer Gesundheitsgesellschaft Ellrich GmbH. In die hatte die Stadt Ellrich Anfang dieses Monats 2.500 Euro eingebracht (siehe hierzu ausführlich im nnz-Archiv). Die Stadtverwaltung wollte sich mit diesem Schritt hinter das Konzept eines Investors aus Bremen stellen.Jetzt wird alles anders kommen? Nicht ganz, ist da aus der Stadtverwaltung zu hören. Wie die nnz erfuhr, sollen die Manager aus Bad Wilsnack wohl erst nur 60 Betten am Haidberg gepachtet haben. Für den Ellricher Bürgermeister Gerald Schröder ist damit aber das Maß längst voll. Schröder ist stinksauer auf den Deutschen Ring. Mit dem Teilzuschlag für KMG liegt nicht nur das bisherige Konzept für den Haidberg auf Eis, sondern Sülzhayn wird wohl über eine weitere leerstehende Immobilie verfügen: Die jetzige KMG-Klinik.
Glücklich kann sich der Bürgermeister allerdings schätzen, dass er heute im Erfurt das ersehnte Prädikat für Sülzhayn abholen konnte. Hätte das Wirtschaftsministerium eher Wind von der Haidberg-Aktion bekommen, wäre auch diese abgeschwächte Prädikatsvariante zu den Akten gelegt worden. Was will ein Erholungsort mit einer leerstehenden Klinik mitten im Ort? Was soll nun mit dem Haus des Gastes geschehen? Die KMG wird sich am Haidberg eine kleine eigene Welt aufbauen, ist sich Schröder sicher. Weder Mitarbeiter noch Patienten werden oft ins Dorf kommen. Fehlt nur noch ein Zaum um die Klinik und wir haben hier Zustände wie zu Zeiten des Sperrgebietes, ist Schröder außer sich.
Obwohl die gemeinsamen Ideen von Sozialmanagement AG und der Stadt Ellrich einen herben Rückschlag erlitten haben, will der Bürgermeister nicht aufgeben. Noch sei nicht aller Tage Abend und schließlich müsse sich der Deutsche Ring vielleicht nach weiteren Partnern umsehen. So sei wohl die Kaufsumme für die Immobilie noch nicht überwiesen worden, hört man in Sülzhayn raunen. Und schließlich müssen ja auch noch die Betriebskosten für das gesamte Haus bezahlt werden. Ob da die Pacht für die 60 Betten ausreiche, diese Frage wird vermutlich morgen beantwortet. Eine Frage bleibt jedoch noch offen: Wie geht es mit der jetzigen Immobile der KMG in Sülzhayn weiter, denn dorthin sind in den Jahren nach der Wende Fördermittel in Millionenhöhe geflossen. Geld des Steuerzahlers!

