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Mi, 17:37 Uhr
26.07.2006

nnz-Doku: Offener Brief

Nordhausen (nnz). Im Südlibanon und in Israel tobt Krieg. Dr. Manfred Schröter, einstiger Bürgermeister von Nordhausen und jetziges Stadtratsmitglied hat einen offenen Brief an die Nordhäuser Partnerstadt Bet Shemesh geschrieben. Die nnz veröffentlicht das Dokument.

Sehr geehrter Herr Mayor Daniel Vaknin, geehrte Mitglieder des City Councii,
liebe Bürgerinnen und Bürger unserer Partnerstadt in Israel!

Vor 13 Jahren durfte ich als damaliger Nordhäuser Bürgermeister bei Ihnen in und mit Bet Shemesh für Nordhausen als erste ostdeutsche Stadt nach unserer Revolution von 1989 eine Städtepartnerschaft besiegeln. Wir haben uns damals sehr um diese Partnerschaft bemüht aus dem ehrlichen Empfinden von Sympathie und Verbundenheit mit dem Volk Israels. Auch Nordhausen hatte beim Amoklauf der Nazis gegen die Juden in ganz Europa eine unrühmliche Rolle gespielt, hatte seine jüdischen Mitbürger vertrieben oder der Vernichtung ausgeliefert, am Rande unserer Stadt war sogar ein berüchtigtes Nazi-KZ entstanden. Wir hatten unsere besondere Verantwortung gegenüber dem jüdischen Volk vor diesem geschichtlichen Hintergrund längst erkannt.

Unsere Städtepartnerschaft hat großen ideellen Wert und politischen Sinn. Sie ist lebendig, und zwar in Erinnerungen, gegenseitigen Kontakten und Besuchen und über wechselseitige Berichte. Eine ganze Reihe von Nordhäusern haben in den letzten Jahre nachgefragt, wann wir wieder eine größere Reisegruppe in unsere israelische Partnerstadt schicken können. Doch dann wurden solche Wünsche von den sicherlich oft übertriebenen Einschätzungen der Sicherheitsrisiken in Israel (Sprengattentate) doch vorläufig zurückgedrängt.

Die jetzt über die südlichen, vor allem aber die nördlichen Landesteile Israels hereingebrochenen Übergriffe organisierter fremder, militärischer Gewalt auf die zivile Bevölkerung der Städte und Siedlungen erfüllt mich selbst und wie ich weiß auch viele meiner Mitbürger mit großer Sorge und Mitgefühl gegenüber allen betroffenen Menschen. Ich möchte Ihnen mit diesem Brief sagen, dass wir an die Menschen in Ihrem Lande, in den betroffenen Regionen Israels oft denken, und dass wir die große Sorge der Menschen in Bet Shemesh um die Zukunft teilen, dass wir teilhaben an Ihrer Hoffnung auf baldige Beruhigung dieser bedrohlichen Situation.

Möge den fanatisierten benachbarten Feinden Israels die Erkenntnis kommen, dass Ihr Land längst eine irreversible geschichtliche Realität ist, dass Israel sich aus eigener Kraft und militärischer Stärke bisher gegen alle Anfeindungen zu behaupten wusste und das auch in Zukunft können wird und dass es viele sehr starke Freunde in der Welt hat, die dieses Land im echten Notfall nicht allein lassen würden.

Gott schütze alle Menschen in Ihrer Stadt, in Ihrem Land und auch die Nachbarn, die guten Willens sind. Er möge allen Verantwortlichen in der Region die Einsicht geben, dass Hass und Gewalt niemals Gutes hervorbringen können. In herzlicher Verbundenheit grüßt Sie aus Ihrer deutschen Partnerstadt Nordhausen
Dr. Manfred Schröter, Nordhausen, den 25. Juli 2006
Autor: nnz

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