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Mo, 12:36 Uhr
18.03.2024
Buchlesung in Ellrich und Nordhausen

Nicht ohne meine Kippa

Im Rahmen der „Nordhäuser Gespräche“, die zweimal jährlich in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung organisiert werden, konnte man jetzt Herrn Levi Ufferfilge kennenlernen. Bevor die abendliche Veranstaltung in Nordhausen begann, besuchte der Autor die Oberschule in Ellrich, berichtet deren Schulleiterin, Carola Böck...

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 empfingen Herrn Ufferfilge gespannt mit ihren Lehrerinnen für Deutsch und Geschichte in der Aula. Ich durfte kurz in der Begrüßung in das Thema einführen und schon waren wir mitten in den Texten und Erzählungen des Schriftstellers, des Lehrers und des Menschen Levi Ufferfilge. Er sprach bildhaft und emotional von seinen sehr persönlichen Erlebnissen mit Antisemitismus und damit einhergehenden Beschimpfungen, Beleidigungen und körperlichen Angriffen, wie er sie über zehn Jahre in einem Tagebuch niedergeschrieben hatte.

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Die Jugendlichen hörten still zu, erschüttert, da sie bisher wenige Kontakte mit jüdischen Menschen hatten. Aber der Autor vermochte ihnen auch aufzuzeigen, dass es ein solch diskriminierendes Verhalten auch in unserer Umgebung ist- gegenüber ausländischen Mitmenschen, gegenüber Frauen und Mädchen, gegenüber Kulturen und Religionen, die uns fremd sind.

Bald entspann sich ein gutes Gespräch zu den gelesenen Ausschnitten aus dem Buch. Wir sind der Stiftung sehr dankbar, dass sich so auch in der Ellricher Schule die Möglichkeiten zu politischer Bildung erweitern können. Am Abend besuchte eine Vielzahl interessierter Bürger der Region das Gespräch mit Herrn Ufferfilge in der Stadtbibliothek Nordhausen.

v.l.: Carola Böck, Levi Ufferfilge, Thillmann Bauer (KAS) (Foto: C. Böck) v.l.: Carola Böck, Levi Ufferfilge, Thillmann Bauer (KAS) (Foto: C. Böck)


Nach unserer Begrüßung las und erzählte der Autor nun den erwachsenen Zuhörern sehr klar, was ihm alltäglich widerfährt, wie er aber allen Anfeindungen zum Trotz als Lehrer und tief gläubiger Jude durch sein Leben zeigt, wie man Religion, Tradition und modernes Leben miteinander verbinden kann. Das nachfolgende Gespräch moderierte Herr Markus Volkmann.

Im Nehmen der Jugendlichen und Erwachsenen darf ich Herrn Ufferfilge und der Konrad-Adenauer-Stiftung von ganzem Herzen für die Möglichkeit danken, das Buch „Nicht ohne meine Kippa“ und dessen Autor kennenzulernen. Bleiben Sie behütet auf Ihren Wegen, Herr Ufferfilge!
Carola Böck
Schulleiterin und Mitglied im Kreistag Nordhausen
Autor: red

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Kommentare
Real Human
18.03.2024, 17:05 Uhr
Was ist vom Judentum und anderen Religionen zu halten?
Ich frage dazu mal den „echten Juden“, Sigismund Schlomo Freud. Er lebt zwar nicht mehr. Aber er hat sich mehrfach schriftlich zu diesem Thema geäußert.

Habe mal nach „sigmund freud religion zitate“ gegoogelt und u.a. gefunden:

„Das zusammenfassende Urteil der Wissenschaft über die religiöse Weltanschauung lautet also:
Während die einzelnen Religionen miteinander hadern, welche von ihnen im Besitz der Wahrheit sei, meinen wir, daß der Wahrheitsgehalt der Religion überhaupt vernachlässigt werden darf. Religion ist ein Versuch, die Sinneswelt, in die wir gestellt sind, mittels der Wunschwelt zu bewältigen, die wir infolge biologischer und psychologischer Notwendigkeiten in uns entwickelt haben. Aber sie kann es nicht leisten. Ihre Lehren tragen das Gepräge der Zeiten, in denen sie entstanden sind, DER UNWISSENDEN KINDERZEITEN DER MENSCHHEIT.“ (Hervorhebung von mir)

Noch aufschlussreicher ist der Wikipedia-Artikel: „Der Mann Moses und die monotheistische Religion“ Darin findet man u.a. den sehr aufschlussreichen Unterpunkt:
„Kritik am Gottesglauben und Erklärung des Antisemitismus“

Das Buch von Levi Israel Ufferfilge „Nicht ohne meine Kippa! – Mein Alltag in Deutschland zwischen Klischees und Antisemitismus“ zu lesen, erspare ich mir nach dem Lesen des Inhaltsverzeichnisses. Darin steht bezeichnenderweise auf Seite 198: „G’tt schuldet uns keine Antworten“ (klett-cotta.de) Klar, Menschen, die sich gottgleich dünken, dann auch nicht!

Das Ende vom Liede ist: Du sollst nicht versuchen, „Gott“ zu BEGREIFEN. Du sollst nur an ihn GLAUBEN! Und dann ist „Führer befiehl, wir folgen dir!“ nicht mehr weit.

„Mit oder ohne Religion würden gute Menschen Gutes tun und böse Menschen Böses. Aber damit gute Menschen Böses tun, bedarf es der Religion.“ (Steven Weinberg US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger)
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