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Fr, 16:07 Uhr
15.03.2024
Untersucht

Protest der "schweigenden Mehrheit"?

Seit das Recherchenetzwerk Correctiv den „Geheimplan gegen Deutschland“ veröffentlicht hat, gingen deutschlandweit beinahe jedes Wochenende Menschen gegen Rechtsextremismus auf die Straße. Forscher am Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“ an der Universität Konstanz haben die Teilnehmenden befragt und ihre Zusammensetzung und Beweggründe untersucht...

Grafik (Foto: Uni KOnstanz) Grafik (Foto: Uni KOnstanz)
Wer sind die Menschen, die seit Anfang Januar 2024 jedes Wochenende deutschlandweit für Demokratie und gegen Rechtsextremismus auf die Straße gehen? Was treibt sie an? Und wie stehen sie zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren? Forscher des Exzellenzclusters „The Politics of Inequality“ an der Universität Konstanz haben dazu über 500 Teilnehmende an drei Demonstrationen im Südwesten Deutschlands befragt.

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Das Ergebnis: Die Mehrheit der befragten Demonstrationsteilnehmenden ordnet sich selbst politisch der linken Mitte zu, hat überdurchschnittlich hohe Bildungsabschlüsse und eine Parteipräferenz für das Bündnis 90/Die Grünen. WählerInnen der CDU und FDP sind hingegen mit einem Anteil von etwa 10 Prozent der Protestteilnehmenden deutlich unterrepräsentiert. Zurückzuführen ist dies den Autoren des Policy Papers, Sebastian Koos und Marco Bitschnau, zufolge auf zwei Faktoren:

Zum einen auf strukturelle Hemmnisse und eine allgemein niedrigere Protestbereitschaft;
Zum anderen könnten auch protestspezifische Gründe abschreckend wirken – etwa, dass aus Sicht eines Mitte-rechts-Publikums die Grenze zwischen Rechtsextremismus und Konservatismus bei den Protesten bisweilen zu verschwimmen droht.

Bezüglich der medial verbreiteten Erzählung, die „schweigenden Mehrheit“ sei nun erwacht, erklärt Marco Bitschnau, Postdoktorand am Exzellenzcluster: „Den Mehrheitsbegriff muss man unter diesen Umständen einschränken. Das Attribut schweigend erscheint aber insofern vertretbar, als dass es sich durchaus um Menschen handelt, die zum ersten Mal auf diese Art und Weise protestieren.“

Weniger als ein Drittel der Demonstrierenden sprechen sich für AfD-Verbot aus
Ein momentan viel diskutierter Vorschlag ist die Prüfung der Verfassungswidrigkeit der AfD und ein daraus resultierendes Parteiverbot. Doch entgegen der Annahme, dass sich in einem gegen die AfD gerichteten Protestkontext leicht ein entsprechender Konsens findet, würden weniger als ein Drittel der Befragten ein solches Vorgehen unterstützen. Die Überlegung, einzelnen AfD-Politikern die Grundrechte zu entziehen, wird hingegen von annähernd zwei Dritteln der Befragten befürwortet.

Insgesamt, so Koos und Bitschnau, ergebe sich in Hinblick auf die Teilnehmenden, ihre Motive und Einstellungen ein differenziertes Bild. Im Sinne eines noch breiteren demokratischen Bündnisses stellt sich aber die Frage nach einer stärkeren Mobilisierung des bürgerlichen Lagers. „Die Organisatorinnen und Organisatoren können ihren Teil dazu beitragen, indem sie das verbindende demokratische Element der Demonstrationen noch deutlicher herausstellen“, so Sebastian Koos, Professor für Soziologie und Principal Investigator am Exzellenzcluster. Dies sei auch vor dem Hintergrund der Frage wichtig, inwiefern es gelingen kann, das aktuelle Engagement in ein längerfristiges Projekt zu überführen und damit den bereits erzielten symbolischen Erfolg zu verstetigen.
Autor: psg

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Kommentare
Marino50
15.03.2024, 16:36 Uhr
500 Teilnehmer...
Und jetzt wird hochgerechnet. Was für ein Irrsinn. Die Wahlen werden es zeigen. Hier wird nur Öl ins Feuer gegossen.
Echter-Nordhaeuser
15.03.2024, 17:01 Uhr
Gegen Rechtsextremismus auf die Straße..........
Aber das Deutschland auf einen Krieg zu geht da sind die Demonstranten blind. Man lässt sich von den Kr.....treibern täuschen. Die Traumtänzer wie die Außenministerinpraktikantin Annalena Baerbock, Hofreiter,Röttgen und Stack Zimmermann sind hier die gefährlichsten Leute.
geloescht.20240908
15.03.2024, 17:54 Uhr
Die Welt ist nun mal nicht nur Links(grün), zur Demokratie
gehören neben Links auch Rechts.Ebenso gibts es linksextreme als auch rechtsextreme.Zur Demokratie gehört die Vielfalt und vor Allem die Meinungsfreiheit.Es kann und darf einfach nicht sein,dass sich Linke als die einzigen Demokraten bezeichnen und Rechte,die in meinen Augen konservativ sind als extrem bezeichnet werden dürfen.Die fordern eine Asylpolitik im Rahmen der Gesetze .Was spricht dagegen ? Abgelehnte Asylbewerber belasten Deutschland.Frau Wagenknecht hat heute gefordert abgelehnten Asylbewerber kein Geld mehr zu geben.Ist so eine Haltung links "extrem" ? Übrigens hat es zu der Potsdamer Konferenz ein Gerichtsverfahren gegeben und Correctiv musste sich zurücknehmen.Aber demonstriert wird massgeblich durch die Initiative der Grünen weiter.
nur_mal_so
15.03.2024, 18:14 Uhr
Wieder wird von den Kommentatoren missverstanden,
dass "gegen Rechts demonstrieren" nicht "für die aktuelle Regierung demonstrieren" bedeutet.
Leser X
15.03.2024, 19:11 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Formulieren Sie ihren Kommentar bitte als persönliche Meinungsäußerung.
Marco Müller-John
15.03.2024, 19:38 Uhr
.......subtiler Blauer PSG Rauch ....
Kaffeesatzlesen im blauen Emphatie Dunstkreis. Die Wahlen werden es zeigen. Standhaft und fest und treu seinen Prinzipien, so wünscht man sich den gewählten Volksvertreter. Dumm nur, wenn zur Sicherung der eigenen Wahl , der Wahlkreis gescoutet werden muss.

Demokratie findet an der Wahlurne statt, ein mathematisch eineindeitiges Stimmungsbild. Die Demokratie zu verteidigen ist erste Bürgerpflicht. Dafür ist die Demonstrationsfreiheit im GG verankert. Wer das nicht begriffen hat, lebt in seinen autokratischen Tagträumen.
Wie Bitte
15.03.2024, 20:38 Uhr
"Weniger als ein Drittel sprechen sich für ein AfD-Verbot aus"
zitiere ich aus dem Artikel.
Das sollte doch eigentlich die "Die gehen gegen die AfD und für die aktuelle Regierung demonstrieren!"-Kommentatoren zur Beruhigung bringen, oder?
Das wird es allerdings nicht tun, denn diejenigen, die nimmermüde werden zu betonen, die "Gegen Rechts"-Demonstrationen seien in Wahrheit "Für die Regierung"-Demonstrationen sind sich scheinbar sehr, sehr bewusst,wie weit rechtsextrem ihre bevorzugte Alternative sich tatsächlich befindet.
Denn sonst könnten ihnen die Demonstrationen gegen Rechts doch egal sein, oder?
Frank Tabatt
15.03.2024, 20:39 Uhr
Correctiv ?
Der Auslöser dieser Bewegung war doch der geheimnisumwitterte Bericht der Correktivleute. Was hat sich eigentlich nach 2 Monaten aus den" geheimen Ermittlungen "als gesichert , richtig und staatsgefährdent ergeben ? Eigentlich kennt man doch als normaler Bürger nur das was uns die Medien dazu berichtet haben - immer mit dem Zusatz " es soll gesagt worden sein" oder ähnlichen nebulösen Umschreibungen .
Wenn es tatsächlich so schlimme Inhalte von Leuten mit Einfluss in der Gesellschaft gewesen wären , hätte man es doch sicher öffentlich gemacht ??? Wo kann man die tatsächlichen Unterlagen mal einsehen ? Meine Meinung bilde ich mir immer selber , indem ich die Behauptungen selber ansehe, lese oder vor Ort zu höre.
Kann mir bitte jemand sagen , wo man den Correctiv Bericht nachlesen kann - oder war es nur billige Propaganda ?
Anmerkung techn. Support:
Vielleicht hilft das hier: correktiv.de
Bubo bubo
15.03.2024, 20:43 Uhr
verschwommene Mehrheitsverhältnisse
Die schweigende Mehrheit wird sich bei den kommenden Wahlen zeigen.

Wenn bei den Landtagswahlen in Thüringen oder in Sachsen noch deutlicher konservative, dementsprechend demokratisch Mitte-Rechts geführte Politik vom Wähler präferiert wird, dann wird sich die wahre Stärke unserer freiheitlich gesinnten Gesellschaft zeigen.

Eine Kurskorrektur in elementaren politischen Fragen geht noch immer vom Wähler aus.
Jäger53
16.03.2024, 08:32 Uhr
Protest
Leider werden solche Umfragen immer nur in den alten Bundesländern gemacht, dann wird umgerechnet und die neuen Bundesländer sind plötzlich mit dabei. In den neuen Bundesländern währe bestimmt ein anderes Ergebnis zu erwarten gewesen.
Anmerkung techn. Support:
Im Artikel steht, so die Umfrage gemacht wurde. Da steht nicht, der Osten Deutschlands ist „plötzlich mit dabei“.
Franz Haarkamm
16.03.2024, 10:40 Uhr
correctiv @Frank Tabatt und @uncut
Ich kann jedem nur Mut machen, so wie Frank Tabatt selbst zu recherchieren und den Bericht zu lesen. Und dann auch noch der Frage nachzugehen, an welchen Stellen wird gegen diesen Bericht - mit welchem Erfolg - geklagt. Ich persönlich sehe, daß man sich auf Nebenkriegsschauplätzen austobt, der Kern des Berichts bleibt unberührt.
Jetzt wird natürlich von AfD-Seite (u.a. vom Landtagskandidaten Jörg Prophet hier in dieser Zeitung) propagiert, correctiv muss sich immer weiter zurücknehmen. An welchen Stellen wird dabei natürlich geflissentlich verschwiegen. Von daher: Selber recherchieren und nicht nur auf die "einzig wahre Opposition" hören, bewahrt vor betreutem Denken!
@uncut: Also ich bin nicht auf die Straße gegangen, weil Herr Vosgerau gesagt haben soll, daß sich die Chancen eines Erfolges durch die Zahl von Wahlanfechtungen erhöht. Und ich bin auch kein Wähler der Grünen!
Kritiker2010
16.03.2024, 11:06 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Beitrag.
Südharzmensch
16.03.2024, 15:59 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Bezug zum Artikel?
Kritiker2010
16.03.2024, 16:46 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Verzichten Sie auf einklagbare Tatsachenbehauptungen.
Franz Haarkamm
16.03.2024, 17:06 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Stimmt. Auch gesperrt. Danke.
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