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So, 07:30 Uhr
17.03.2024
ThüringenForst

Klimawald auf Abwegen

Die Birke ist eine Pionierbaumart, die sich besonders auf Schadflächen ansiedelt und Waldbesitzenden bei der Wiederbewaldung eine wertvolle taktische Hilfe sein kann. Auch wenn damit Umwege in Kauf zu nehmen sind...

Die Birke steht vor einem Boom: Mit rund 110.000 Hektar klimawandelbedingter Schadfläche in Thüringen dürfte ihre Ausbreitung in den nächsten Jahren enorm sein. Denn die Birke keimt als klassische Pionierbaumart gut auf Schadflächen, kommt mit dem dort hohen Lichtangebot und den trockenen Böden gut zurecht, ist praktisch unbegrenzt frosthart, wächst in den Jugendjahren schnell und verhindert damit unerwünschte Vergrasung, bietet Erosionsschutz und wird vom Wild kaum verbissen.

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Wenn Birken-Mutterbäume in der Nähe sind, sorgt der Wind mehrere hundert Meter weit für eine kostenlose, waldbaulich wirksame Aussaat. Kein Wunder, dass viele klimawandelgeschädigte Waldbesitzende mit Borkenkäferschadflächen ohne Zutun auffallend viel Birkenwuchs vorfinden. Die Waldexperten der ThüringenForst-AöR sagen dazu: Gut so! Nicht in allen, aber doch häufig ist die Hilfe der Natur anzunehmen. Auch wenn damit oft reine Birkenwälder entstehen. Vorerst.

Während umliegende Fichten der Borkenkäfersanierung zum Opfer fielen, lies der Waldbesitzende die Birke stehen: Sie sorgt durch Aussaat für einen kostenlosen Vorwald (Foto: ThüringenForst) Während umliegende Fichten der Borkenkäfersanierung zum Opfer fielen, lies der Waldbesitzende die Birke stehen: Sie sorgt durch Aussaat für einen kostenlosen Vorwald (Foto: ThüringenForst)


Vom Birken-Reinbestand zum klimastabilen Mischwald der Zukunft
„Zum einen kommt der Waldbesitzende mit der Übernahme und Förderung und ggf. Ergänzung dieser Birkenwälder durchaus seiner gesetzlich geforderten sechsjährigen Aufforstungspflicht nach. Zum anderen eröffnet dieser Birkenvorwald interessante waldbauliche wie wirtschaftliche Möglichkeiten, die klimastabilen Mischwälder der Zukunft zu etablieren“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Ziel ist es, unter dem Schutz des Birkenvorwaldes in den nächsten Jahrzehnten den standörtlich geeigneten, artenreichen und klimastabilen Mischwald zu etablieren. Dabei bietet der Vorwald die Möglichkeiten, Schritt für Schritt leistungsstärkere Licht- wie Halbschatt- und Schattbaumarten einzubringen. Und: Da Birkenwälder als schnellwachsende Baumart schon nach 60 bis 70 Jahren ihren Zieldurchmesser erreichen können, stehen vergleichsweise früh finanzielle Erträge für den Waldbewirtschafter an.

Ein Birkenvorwald muss gepflegt werden
Die Pflege eines Birkenvorwaldes folgt dem Motto: Sehr früh starke Pflegeeingriffe zu Gunsten der etwa 50 bis 80 Zukunftsbäume (Z-Bäume), die es als weitgehend holzfehlerfreie Bestandesmitglieder auszuwählen und zu fördern gilt. Weiterer Vorteil: Die Pflege kann sich im Fortgang auf die Z-Bäume konzentrieren. Sogar die Wertastung dieser Zukunftsbäume ist möglich, da Birke auch als Wertholz Absatz findet. Mit der fortschreitenden Pflege des Birkenvorwaldes können nun weitere Baumarten im Schutz des Vorwaldes gesät oder gepflanzt werden. Dann wird aus dem birkendominierten Vorwald Schritt für Schritt ein artenreicher klimastabiler Mischwald.

Die landesweit 24 Forstämter in Thüringen mit ihren 281 Forstrevieren stellen sicher, dass jeder Waldbesitzende im Freistaat kostenlose Beratung und kostenpflichtige Betreuung bei der Wiederbewaldung möglicher klimawandelbedingter Schadflächen erhält. Ob nun mit Birkenvorwald oder mit flächiger Kultur oder im Rahmen des Waldumbaus im Schutz des Altbestandes. „Es gibt viele Möglichkeiten eines klugen waldbaulichen Handelns“, so Gebhardt abschließend.
Autor: red

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Kommentare
Marino50
17.03.2024, 09:40 Uhr
Birken...
Ich mag die Birke sehr. Das erste Maiengrün und die weiße Rinde sieht einfach nur schön aus.
Ich kenne aber auch die Bezeichnung, dass die Birke das Unkraut des Waldes ist. Ich konnte mir nie vorstellen, dass das stimmt. Ich finde sie schön und ich schaue täglich auf Birken vor meinem Wohnzimmer.
grobschmied56
17.03.2024, 10:10 Uhr
Offensichtlich hat da wer was gegen Marino ...
... oder gegen Birken! Begründung gibt es natürlich keine vom Daumenrunter-Schützen. Hätte mich auch gewundert.
Die Methode, einfach wachsen zu lassen, was wachsen will ist natürlich richtig. Auf diese Art hat man irgendwann Bäume im Wald, die mit dem Standort und dem Wasserangebot am besten zurechtkommen.
Iltis
17.03.2024, 19:47 Uhr
"Forstexperte" "Grobschmied",
der sonst immer nur für möglichst vielen Ertrag ist, koste es beim Atom zB was es wolle, und sonst gegen alles ist, was die Natur schützen könnte, ist jetzt auf einmal Fan von Pionierpflanzen. Der DUNKELSTGRÜNE hat nur die Brombeere, den Holunder, Weiß- und Schwarzdorn ... und sonstige Gewächse vergessen, die eine Nutzung des Waldes auf ganz, ganz, ganz viele Jahre unmöglich machen. Er ist also pragmatisch betrachtet Fan von URWÄLDERN und negiert einen nachhaltig genutzen Wald, der heute Ziel der Forstwirtschaft ist!

Das darf man ruhig sein, das ist nichts Schlechtes. Aber hier bei der nächst besten Gelegenheit wieder das Gegenteil zu behaupten, das ist dann schon verwerflich. Die Meinung immer nur wie das Fähnchen im Wind ändern um Beachtung zu erhaschen ist etwas menschliches aber gut finden muss man das nicht!
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