Mo, 16:35 Uhr
26.06.2006
Am besten abreissen
Nordhausen (nnz). Das Wohnungsbaugebiet an der Nordhäuser Darre macht nicht unbedingt einen einladenden Eindruck. Zerborstene Fensterscheiben, Zäune um die Wohnblöcke. Wie geht es da jetzt weiter, wollte die nnz wissen und fragte nach.
Am besten abreissen (Foto: nnz)
Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) ist neuer Eigentümer des Wohngebietes An der Darre / Hinter der alten Mühle mit elf Wohnblöcken und den darin befindlichen 320 Wohnungen. Die SWG hat die Immobilien jetzt im Rahmen eines Zwangs-Versteigerungsverfahrens vor dem Amtsgericht Nordhausen erworben. In diesen Tagen werden die Mitarbeiter der SWG Gespräche mit den rund 20 verbliebenen Mietern führen. Das Wichtigste: Damit herrscht für die verbliebenen Mieter nun endlich wieder Klarheit, nachdem es erhebliche Probleme mit dem vorigen privaten Eigentümer gab, sagte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) zur nnz.
Die Gebäude waren 1996 im Rahmen des Altschuldenhilfegesetzes an einen Zwischenerwerber verkauft und anschließend 1999 von diesem wiederum an einen Hamburger Investor weiter veräußert worden. Dessen Sanierungspläne scheiterten - die Gründe sind unbekannt. Aufgrund des Scheiterns der Pläne hatten die Mieter über Monate hinweg keinen Ansprechpartner auf Vermieterseite.
Mit dem Erwerb des Geländes habe die Stadt zugleich wieder planerischen Zugriff auf dieses Gebiet - nach dem ein Großteil der Blöcke abgerissen sei. Und das heißt in erster Linie, dass wir das von den Stadträten beschlossene Stadtentwicklungskonzept umsetzen können mit seiner Kernmaßgabe, das Wohnen auf die Innenstadt zu konzentrieren, sagte Frau Rinke. Die Untersuchungen im Rahmen dieser Konzeption hätten dem Areal in punkto Wohnen keine langfristige Perspektive eingeräumt - das ist auch verständlich angesichts der Lage weitab vom Stadtzentrum und der fehlenden Infrastruktur, und zeigt sich auch in der mangelnden Belegung der Wohnungen.
Infrage komme damit praktisch nur eine Nutzung des Geländes als Erweiterungsfläche für Gewerbeansiedlungen. Allerdings werden wir auf einem kleinen Teil des Standortes auch weiterhin die Möglichkeit zum Wohnen anbieten - sofern der Bedarf da ist SWG-Geschäftsführerin Carola Franke geht ebenfalls davon aus, dass der größte Teil der Blöcke abgerissen wird. Damit verschwindet zugleich einer der größten Schandflecke der Stadt.
Allerdings: Da wir das Gelände gerade erst ersteigert haben, gibt es noch keine detaillierten Festlegungen. Unsere Mitarbeiter haben heute damit begonnen, das Gelände genau in Augenschein zu nehmen, und wir werden jetzt Gespräche mit den Mietern führen, um deren Vorstellungen kennen zu lernen und um anschließend die weitere Vorgehensweise zu klären.
Autor: nnz
Am besten abreissen (Foto: nnz)
Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) ist neuer Eigentümer des Wohngebietes An der Darre / Hinter der alten Mühle mit elf Wohnblöcken und den darin befindlichen 320 Wohnungen. Die SWG hat die Immobilien jetzt im Rahmen eines Zwangs-Versteigerungsverfahrens vor dem Amtsgericht Nordhausen erworben. In diesen Tagen werden die Mitarbeiter der SWG Gespräche mit den rund 20 verbliebenen Mietern führen. Das Wichtigste: Damit herrscht für die verbliebenen Mieter nun endlich wieder Klarheit, nachdem es erhebliche Probleme mit dem vorigen privaten Eigentümer gab, sagte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) zur nnz.
Die Gebäude waren 1996 im Rahmen des Altschuldenhilfegesetzes an einen Zwischenerwerber verkauft und anschließend 1999 von diesem wiederum an einen Hamburger Investor weiter veräußert worden. Dessen Sanierungspläne scheiterten - die Gründe sind unbekannt. Aufgrund des Scheiterns der Pläne hatten die Mieter über Monate hinweg keinen Ansprechpartner auf Vermieterseite.
Mit dem Erwerb des Geländes habe die Stadt zugleich wieder planerischen Zugriff auf dieses Gebiet - nach dem ein Großteil der Blöcke abgerissen sei. Und das heißt in erster Linie, dass wir das von den Stadträten beschlossene Stadtentwicklungskonzept umsetzen können mit seiner Kernmaßgabe, das Wohnen auf die Innenstadt zu konzentrieren, sagte Frau Rinke. Die Untersuchungen im Rahmen dieser Konzeption hätten dem Areal in punkto Wohnen keine langfristige Perspektive eingeräumt - das ist auch verständlich angesichts der Lage weitab vom Stadtzentrum und der fehlenden Infrastruktur, und zeigt sich auch in der mangelnden Belegung der Wohnungen.
Infrage komme damit praktisch nur eine Nutzung des Geländes als Erweiterungsfläche für Gewerbeansiedlungen. Allerdings werden wir auf einem kleinen Teil des Standortes auch weiterhin die Möglichkeit zum Wohnen anbieten - sofern der Bedarf da ist SWG-Geschäftsführerin Carola Franke geht ebenfalls davon aus, dass der größte Teil der Blöcke abgerissen wird. Damit verschwindet zugleich einer der größten Schandflecke der Stadt.
Allerdings: Da wir das Gelände gerade erst ersteigert haben, gibt es noch keine detaillierten Festlegungen. Unsere Mitarbeiter haben heute damit begonnen, das Gelände genau in Augenschein zu nehmen, und wir werden jetzt Gespräche mit den Mietern führen, um deren Vorstellungen kennen zu lernen und um anschließend die weitere Vorgehensweise zu klären.


