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Do, 17:32 Uhr
22.06.2006

Der Blick nach vorn

Nordhausen (nnz). In der jüngsten Konjunkturumfrage der IHK Erfurt schlägt sich die durchweg optimistische Stimmung nieder. Der Konjunkturklimaindex ist ansteigend. Doch setzt sich diese positive Entwicklung auch im Landkreis Nordhausen durch? Die Antwort gibt es mit dem bekannten Klick.


Der Index, der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Lage der Unternehmen als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, steigt um weitere 7 Punkte zur vorhergehenden Analyse und erreicht mittlerweile 113 von 200 möglichen Prozentpunkten und somit den besten Wert seit 1998.

Regional gesehen gibt es jedoch erhebliche Unterschiede. Während im Kammerbezirk Erfurt branchenübergreifend 86 Prozent der Unternehmer ihre derzeitige Situation mit gut bis befriedigend beurteilen, sind es im Landkreis Nordhausen nur 77 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 10 Prozent. Allerdings hellen sich die Mienen der Unternehmer mit Blick auf die kommenden Monate deutlich auf und die Optimisten gewinnen wieder eindeutig Oberhand. 32 Prozent rechnen mit einem günstigeren Geschäftsverlauf, nur noch jeder Zehnte der Befragten befürchtet eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage.

Erfreulich bleibt die Feststellung, dass positive Signale für den Arbeitsmarkt ausgehen. Deutlich mehr Unternehmen geben an, wieder Einstellungen zu tätigen.

Getragen wird der konjunkturelle Aufschwung nach wie vor von der Industrie. Aber gerade hier verläuft die Entwicklung im Landkreis Nordhausen im Vergleich mit anderen Thüringer Landkreisen entgegengesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl berichtspflichtiger Unternehmen (ab 20 Beschäftigte) von 61 auf 57 gesunken, die Zahl der Beschäftigten ist von monatsdurchschnittlich 4.196 auf 4.084 gefallen und der Industrieumsatz ist um 6,3 Prozent zurückgegangen. Für die kommenden Monate ist hinsichtlich Erwartungen und Pläne eine Verbesserung in Sicht.

Der Handel – das Sorgenkind der Konjunktur der letzten Jahre – bewegt sich langsam aus seiner düsteren Lagebewertung heraus und hofft auf eine leichte Belebung der Geschäfte. Allerdings sind anhaltend hohe Energiepreise, die beschlossene Mehrwertsteuererhöhung sowie höhere Versicherungssteuer und die in der Diskussion befindlichen Belastungen infolge Gesundheitsreform sicherlich nicht wachstumsfördernd. Nicht zu unterschätzen ist für die konsumtiven Bereiche die Entwicklung des Kaufkraftindex. Leider hat sich dieser für den Landkreis Nordhausen von 76,6 im Jahr 2002 auf 75,3 Prozent im Jahr 2005 verringert. Konkret heißt das, im Jahr 2005 standen im Landkreis Nordhausen pro Kopf 13.176 € Kaufkraft zur Verfügung, der Thüringer Durchschnitt lag bei 13.637 € und der Bundesdurchschnitt bei 17.496 €.

Trotz der optimistischen Prognosen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und einer steigenden Zahl von Gästen blickt das Gastgewerbe im Kammerbezirk Erfurt eher verhalten in die kommende Saison. Die Umsatzentwicklung sowie die Auslastung der Kapazitäten sind unverändert unbefriedigend. Im Ergebnis der Konjunkturumfrage Tourismus/Gastgewerbe der IHK Erfurt liegt der Klimaindex in dieser Branche mit 83 von möglichen 200 Punkten zwar 8 Punkte über der Umfrage der vorjährigen Wintersaison, aber wieder deutlich unter dem Ergebnis der Sommersaison 2005 mit 101 Punkten.

Die wirtschaftliche Basis der Unternehmen ist nach wie vor schwach. Das zeigt sich vor allem in der Umsatzentwicklung der Branche, in der Kapazitätsauslastung und der hohen Kostenbelastung. Die Umsatzentwicklung wird differenziert bewertet. Während 45 Prozent der gastgewerblichen Unternehmen die Umsätze halten bzw. steigern konnten, war dieser bei mehr als der Hälfte der befragten Betriebe rückläufig. Für die Mehrzahl der Betriebe waren die Kälte und der zögerliche Frühlingsbeginn nachteilig.

Bei der Einschätzung der Geschäftslage gibt es deutlich regionale Unterschiede. In den kreisfreien Städten bewerten acht von zehn Unternehmen ihre Lage als gut oder befriedigend, in Nordthüringen ist es weniger als die Hälfte.

Die Erwartungen und Pläne der Hotels und Gaststätten für die Zukunft sind eher pessimistisch. Im Gastgewerbe ist auch nicht mit positiven Beschäftigungseffekten zu rechnen. Der Trend zu weniger Vollzeit- und mehr Teilzeitbeschäftigten hält unverändert an.

Die Auslastung der Bettenkapazität in Thüringen hat sich zwar erhöht und lag 2005 bei durchschnittlich 34,5 Prozent, 0,8 Prozent höher als im Jahr davor. Das Niveau insgesamt ist allerdings relativ niedrig und regional sehr unterschiedlich. Die höchste Auslastung erreichten im IHK-Bezirk Erfurt die Betriebe im Wartburgkreis mit 45,4 Prozent, in Weimar mit 42,9 Prozent und Erfurt mit 38,9 Prozent. Dagegen betrug die durchschnittliche Bettenauslastung im Landkreis Nordhausen nur 23 Prozent.
Autor: nnz

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