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Di, 17:45 Uhr
11.12.2001

Schwimmhalle Sollstedt - wie weiter?

Nordhausen/Sollstedt (nnz). Die Zukunft der Sollstedter Schwimmhalle stand heute auf der Tagesordnung der Kreistagssitzung. Wie sich die Kreisräte entschieden hatten, und was es mit einer Nebensächlichkeit auf sich hatte, das erfahren Sie hier.


Schuckstück Mehrere Jugendliche aus Sollstedt waren heute im Plenarsaal des Landratsamtes unter den Zuschauern zu finden. Sie wollten miterleben, wie es mit der Schwimmhalle weitergeht. Zuvor erläuterte der 1. Beigeordnete der Kreisverwaltung, Matthias Jendricke (SPD), die Historie der Einrichtung, wies gleichzeitig aber auch auf Risiken hin, die mit einer Übernahme verbunden sind. So sei der jährliche Zuschuß für den Landkreis nicht für immer und ewig auf 140.000 Mark zu beziffern, vielmehr sei dieser von künftigen Investitionen oder etwa auch von der Entwicklung der Besucherzahlen abhängig. Jendricke machte darüber hinaus auf einen Gleichbehandlungsgrundsatz aufmerksam: Jetzt könnte auch die Stadt Nordhausen beantragen, dass das Badehaus in das Eigentum des Landkreises übergehe. Aus finanzieller Sicht sei Jendricke gegen eine Übernahme der Sollstedter Schwimmhalle durch den Kreis.

Im Kreistag jedoch werden politische Entscheidungen getroffen. Alle Fraktionen des Kreistages plädierten mehrheitlich für eine Übernahme. Klaus Hummitzsch (PDS): „Wir stimmen dafür, weil wir uns als Fraktion seit Bestehen dieses Kreistages für den Erhalt der Einrichtung stark gemacht haben.“ Winfried Theuerkauf (SPD): „Ich bin eigentlich enttäuscht, dass sich die Umlandgemeinden nicht zu einem Zweckverband zusammengeschlossen haben. Das ist eine Art von Entsolidarisierung. Dennoch wird die SPD-Fraktion für die Übernahme des Bades stimmen.“ Prof. Markgraf (CDU): „Ich mache es kurz und knapp: „Die CDU-Fraktion spricht sich mehrheitlich für eine Übernahme der Schwimmhalle durch den Landkreis aus.“

Lediglich SPD-Fraktionsmitglied Junker meldete Bedenken an. Die hatten allerdings auch die aufmerksamen Zuhörer seines Statements. Da war plötzlich von einer Betreibung der Halle aus dem fernen Nordhausen die Rede, die nun vielmehr kosten würde. Auch gab es für Herrn Junker plötzlich einen Haushaltsausschuß im Kreistag. Daß die Einrichtung in Sollstedt von der Service GmbH vor Ort betrieben wird, das hatte Kreistagsmitglied Junker mal ganz schnell vergessen, er sitzt ja schließlich im Aufsichtsrat der Service GmbH.

Dann aber ging es ganz schnell zur Abstimmung. Mit nur sechs Gegenstimmen und sechs Enthaltungen votierte die Mehrheit der Kreistagsmitglieder für die Übernahme der Schwimmhalle und damit für deren Rettung. Aber eigentlich gaben sie ihre Stimme für mehr. Karin Busch (CDU) brachte es auf den Punkt. „Wir müssen dieser Region um Bleicherode und Sollstedt wenigstens ein Mindestmaß an Kultur erhalten und dazu zähle ich auch diese Einrichtung!“ Das Kreistagsmitglied hat gute Erinnerungen an die Halle. Ihre Kinder trainierten dort für Wettkämpfe und immerhin ging es damals gegen die Vorzeigeschwimmer von Turbine Erfurt. Mit Erfolg!

Der glücklichste Kreistagsabgeordnete an diesem Tag war Jürgen Hohberg. Der Bürgermeister hatte wochen- und monatelang für „seine Halle“ gekämpft. Mal offen, mal hinter den Kulissen. Er hat den Kampf gewonnen - nicht für sich und sein Ego, sondern für die Menschen dieser Region und der Nordhäuser Kreistag hatte ihm heute in diesem Bemühen beigestanden. Daß während dieser Kreistagssitzung auch noch über den Haushalt der Kreisverwaltung abgestimmt wurde, gerät fast zur Nebensache. Das dicke Zahlenwerk wurde angenommen, mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung. Zuvor gab es noch kleinere Änderungen. So sollen nach dem Willen der SPD-Fraktion eine Wiederbesetzungssperre in den Personalplan aufgenommen werden und gleichzeitig Neubesetzungen nur noch vom Kreistag oder vom Kreisausschuß abgesegnet werden.
Autor: nnz

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