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Di, 14:20 Uhr
20.06.2006

Im grünen Juni

Nordhausen/Limlingerode (nnz). Im November 1998 hatten die „Limlingeröder Diskurse“ ihren Auftakt in der kleinen Gemeinde. Dann lockte immer das letzte Juniwochenende zu dieser zweitägigen Literaturveranstaltung. Seit 2003 ist das Geburtshaus der Dichterin Sarah Kirsch der Ort des Geschehens. Heidelore Kneffel zur diesjährigen Auflage.


1997 las sie in der barocken Kirche, ihrer Taufkirche, erstmals im Dorf aus ihren Werken. Am Samstag, dem 24. 6. 06, wird die Poetin am ersten Diskursetag, der um 10.00 Uhr beginnt, Gedichte und Prosa lesen. Die Autorin Doris Runge, auch im Norden Deutschlands zuhause, beschäftigt sich mit Sarah Kirschs Dichten seit geraumer Zeit und wird ihre Sicht darauf vortragen. Anschließend wird Doris Runge lesen, sie wird von Heidelore Kneffel vorgestellt. Die Mitglieder des Fördervereins freuen sich, wieder eine bis dato in unserer Region noch nicht vernommene poetische Stimme vorstellen zu können, die die Zuhörer auch durch ihr Vortragen gefangen nimmt. Geboren wurde sie 1943 im Mecklenburgischen, in Carlow, 1953 siedelte ihre Familie nach Schleswig-Holstein, wo sie heute nahe der Ostsee in Cismar lebt. Dazwischen liegt ein Pädagogikstudium in Kiel, eine kurze Lehrerzeit, ein sechsjähriges Leben in Spanien.

Im Jahr 1985 erschien ihr erster Lyrikband, fünf weitere folgten. „Die schmalen Verse, herb, nicht ohne Ironie, bleiben einem weit über die Lektüre hinaus im Sinn.“, äußerte ein Kritiker. Aufmerksamkeit erzeugte auch der Essayband „Welch ein Weib. Mädchen- und Frauengestalten bei Thomas Mann.“ Der Friedrich-Hölderlin-Preis wurde ihr zuerkannt, sie bekam an den Universitäten in Kiel und Bamberg Poetik-Dozenturen übertragen. Die Autorinnen werden ihre Bücher, angeboten vom Buchhaus Rose, signieren. Für das leibliche Wohl ist gleichfalls gesorgt. Am Nachmittag wird der „Grüne Junipfad“ erwandert.

Der Sonntag, 25.6., hält ab 10.00 Uhr die Begegnung mit der Lyrikerin, Dramatikerin und Prosaistin Karoline von Günderode (1780 – 1806) bereit. Diese sagte über sich: „Die Erde ist mir Heimat nicht geworden.“ Doris Runge stellt diese außergewöhnliche Romantikerin vor, die sich am Rhein erdolchte. „Leben ist Traum und doppeltes Leben.“, heißt das literarisch-musikalische Programm, von Ulrike Müller und Antje Finkenwirth zusammengefügt und dargeboten. Sie stellen die Günderode in ihrer Zeit vor, in der sich sowohl Männer als auch Frauen nachdrücklich bis ins Heute mit Dichtkunst, Bildender Kunst, Musik und Philosophie in die Geschichte der Welt einbrachten.

Es ist Tradition, dass es zu den Diskursen eine Kunstausstellung gibt. Die diesjährige heißt „Herrliche Papiere“. Sarah Kirschs Faible für edles Papier ist bekannt, mit ihren Autographen und Aquarellen frönt sie dieser Leidenschaft. Die ihr befreundete Brigitte Fiß, auch im Norden wohnend, stellt ihre selbstgeschöpften und zu Objekten verarbeitete Papiere aus, die seit 1981 auch für die Öffentlichkeit entstehen.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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