Do, 09:37 Uhr
15.06.2006
nnz-Nachschlag: Weiter so!?!
Nordhausen (nnz). Gestern war der Entwurf des Haushaltes der Kreisverwaltung mit großer Mehrheit durch den Kreistag abgelehnt worden. Knackpunkt des ausgeglichenen Zahlenwerkes war die Kreisumlage. Dazu ein Nachschlag der nnz.
In der Verwaltung der kommunalen Gemeinschaft mit dem Namen Goldene Aue konnte man dem Vorhaben der Kreisumlagenerhöhung überhaupt keine Sympathie abgewinnen. Das ist verständlich, denn die Mitarbeiter Verwaltung in Heringen sollen im vergangenen Jahr auf die Zahlung des Weihnachtsgeldes verzichtet haben, um damit ihre Arbeitsplätze zu sichern. Und genau dieses Ersparte hätten die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft der Kreisverwaltung als Kreisumlagenerhöhung in den kommunalen Rachen schmeißen sollen? Damit dort in punkto Personal nach dem Motto Weiter so! verfahren werden kann.
Oder die Gemeinde Hohenstein: Dort musste Bürgermeister Martin Höche im vergangenen Jahr unangenehme Entscheidungen im Kindergarten oder beim Bauhof treffen. Auch hier ging es letztlich um Einsparungen. Auch Höche hätte das eingesparte Geld nun an die Verwaltung in Nordhausen weiterreichen müssen. Es geht in den Gemeinden nach dem Motto: Ich kann nur das ausgeben, was ich habe.
Diese beiden Beispiele machen deutlich, dass sich Kommunen und Landkreis weit von einander entfernt haben. Während an der Basis gespart wird, ging und geht es im Landratsamt nach obigen Motto munter weiter. Die Personalkosten steigen Jahr für Jahr, trotz der Mahnungen aus dem Kreistag, das Gegenteil zu bewirken. Jetzt sollen die Fachbereiche Bau und Umwelt zusammengelegt werden – welch ein genialer Einfall. Was er an Einsparungen bringt, das wird sich mit der nächsten Abrechnung zeigen.
Und noch ein Beispiel: Im Landratsamt sollen mehrere Büroräume an die ARGE vermietet werden. Das bedeutet Einnahmen für die Verwaltung. Doch der Landrat hat die Rechnung ohne seinen Personalrat aufgemacht. Der sei nach Angaben von Joachim Claus von dem Umzug auch betroffen und müsste seine Zelte im historischen Landratsamt aufschlagen. Dort aber könne die Arbeitnehmervertretung nicht hinziehen, die Nähe zu einer gewissen Fachbereichsleiterin sei nicht ertragbar, ließen sie den Behördenchef in einem Schreiben wissen.
Jetzt aber soll alles besser werden. Jetzt wird es einen Gutachter geben, den noch keiner bezahlen kann. Hinzu kommen ein Finanzcontrolling, eine Arbeitsgruppe Vertragskontrolle oder ein Zinsmanagement, wie die erste Beigeordnete Jutta Krauth (SPD) gestern ankündigte. So etwas hört man gern aus der Verwaltung. Bleibt die Frage: Warum hat man damit nicht schon in den Jahren 2002 bis 2004 begonnen? In diesen drei Jahren hat die Kreisverwaltung runde sechs Millionen Euro an Fehlbeträgen erwirtschaftet. Eine meisterliche Leistung, vom Füllstand der Rücklagentöpfe mal ganz abgesehen.
Auch aus den beobachteten Erfahrungen der vergangenen Jahre heraus erwächst nun die Frage nach der Ernsthaftigkeit der gestern hoch und heilig versprochenen Verbesserungen. Es klingt eher immer noch wie ein: Weiter so!
Autor: nnzIn der Verwaltung der kommunalen Gemeinschaft mit dem Namen Goldene Aue konnte man dem Vorhaben der Kreisumlagenerhöhung überhaupt keine Sympathie abgewinnen. Das ist verständlich, denn die Mitarbeiter Verwaltung in Heringen sollen im vergangenen Jahr auf die Zahlung des Weihnachtsgeldes verzichtet haben, um damit ihre Arbeitsplätze zu sichern. Und genau dieses Ersparte hätten die Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft der Kreisverwaltung als Kreisumlagenerhöhung in den kommunalen Rachen schmeißen sollen? Damit dort in punkto Personal nach dem Motto Weiter so! verfahren werden kann.
Oder die Gemeinde Hohenstein: Dort musste Bürgermeister Martin Höche im vergangenen Jahr unangenehme Entscheidungen im Kindergarten oder beim Bauhof treffen. Auch hier ging es letztlich um Einsparungen. Auch Höche hätte das eingesparte Geld nun an die Verwaltung in Nordhausen weiterreichen müssen. Es geht in den Gemeinden nach dem Motto: Ich kann nur das ausgeben, was ich habe.
Diese beiden Beispiele machen deutlich, dass sich Kommunen und Landkreis weit von einander entfernt haben. Während an der Basis gespart wird, ging und geht es im Landratsamt nach obigen Motto munter weiter. Die Personalkosten steigen Jahr für Jahr, trotz der Mahnungen aus dem Kreistag, das Gegenteil zu bewirken. Jetzt sollen die Fachbereiche Bau und Umwelt zusammengelegt werden – welch ein genialer Einfall. Was er an Einsparungen bringt, das wird sich mit der nächsten Abrechnung zeigen.
Und noch ein Beispiel: Im Landratsamt sollen mehrere Büroräume an die ARGE vermietet werden. Das bedeutet Einnahmen für die Verwaltung. Doch der Landrat hat die Rechnung ohne seinen Personalrat aufgemacht. Der sei nach Angaben von Joachim Claus von dem Umzug auch betroffen und müsste seine Zelte im historischen Landratsamt aufschlagen. Dort aber könne die Arbeitnehmervertretung nicht hinziehen, die Nähe zu einer gewissen Fachbereichsleiterin sei nicht ertragbar, ließen sie den Behördenchef in einem Schreiben wissen.
Jetzt aber soll alles besser werden. Jetzt wird es einen Gutachter geben, den noch keiner bezahlen kann. Hinzu kommen ein Finanzcontrolling, eine Arbeitsgruppe Vertragskontrolle oder ein Zinsmanagement, wie die erste Beigeordnete Jutta Krauth (SPD) gestern ankündigte. So etwas hört man gern aus der Verwaltung. Bleibt die Frage: Warum hat man damit nicht schon in den Jahren 2002 bis 2004 begonnen? In diesen drei Jahren hat die Kreisverwaltung runde sechs Millionen Euro an Fehlbeträgen erwirtschaftet. Eine meisterliche Leistung, vom Füllstand der Rücklagentöpfe mal ganz abgesehen.
Auch aus den beobachteten Erfahrungen der vergangenen Jahre heraus erwächst nun die Frage nach der Ernsthaftigkeit der gestern hoch und heilig versprochenen Verbesserungen. Es klingt eher immer noch wie ein: Weiter so!

