Do, 17:36 Uhr
08.06.2006
nnz-Forum: Trotz alledem
Nordhausen (nnz). Die nnz hatte heute über die neuesten Zahlen von der Arbeitsgemeinschaft berichtet. Dazu die Meinung eines nnz-Lesers im Forum.
Die von der ARGE für den Monat Mai 2006 veröffentlichten Zahlen der Arbeitsmarkt-Reservearmee im Landkreis Nordhausen zeichnen durch aus ein düsteres Bild. Derweil wurde und wird in allen politischen Lagern viel über Sinn oder Unsinn von Hartz IV diskutiert. Lassen wir mal den Namen Hartz beiseite: Wichtig ist, dass den Menschen, die unverschuldet von Arbeitslosigkeit betroffen sind, ein menschenwürdiges Leben in dieser Gesellschaft garantiert werden muss. Wie eine Gesellschaft mit den Schwächsten umgeht, zeigt ihre Stärke und in dieser Dialektik steckt die Schwäche dieses Systems.
In wenigen Wochen jährt sich zum zweiten Mal der Tag, an welchen auch in Nordhausen Menschen ihren Unmut über die soziale Schieflage artikulierten. Aus diesem Schrei wurde über Wochen des Protestes ein heiserer Ton. Damals wohl auch nicht wissend und nicht ahnend, dass dieses System mit ein paar Montagsdemos nicht das Ruder aus der Hand zu nehmen ist.
Ja, auch einem selbst kamen Zweifel, machte sich Resignation breit. Ich weiß dennoch, dieses Land braucht den sozialen Protest der Strasse, da politische Parteien, involviert in das politische System nicht in der Lage sind, konkret etwas für die Schwachen in dieser Gesellschaft zu tun. Und da meine ich nicht nur jene, die Kunden bei der ARGE sind, sondern auch jene, die für 3,50 Euro in der Stunde ihre Arbeitskraft zu Markte tragen. Aus diesem Grund gilt im Ermessen der politischen Verantwortung und im Hinblick auf den kommenden Jahrestag zu sagen: Trotz alledem.
Jürgen Nagel, Nordhausen
Autor: nnzDie von der ARGE für den Monat Mai 2006 veröffentlichten Zahlen der Arbeitsmarkt-Reservearmee im Landkreis Nordhausen zeichnen durch aus ein düsteres Bild. Derweil wurde und wird in allen politischen Lagern viel über Sinn oder Unsinn von Hartz IV diskutiert. Lassen wir mal den Namen Hartz beiseite: Wichtig ist, dass den Menschen, die unverschuldet von Arbeitslosigkeit betroffen sind, ein menschenwürdiges Leben in dieser Gesellschaft garantiert werden muss. Wie eine Gesellschaft mit den Schwächsten umgeht, zeigt ihre Stärke und in dieser Dialektik steckt die Schwäche dieses Systems.
In wenigen Wochen jährt sich zum zweiten Mal der Tag, an welchen auch in Nordhausen Menschen ihren Unmut über die soziale Schieflage artikulierten. Aus diesem Schrei wurde über Wochen des Protestes ein heiserer Ton. Damals wohl auch nicht wissend und nicht ahnend, dass dieses System mit ein paar Montagsdemos nicht das Ruder aus der Hand zu nehmen ist.
Ja, auch einem selbst kamen Zweifel, machte sich Resignation breit. Ich weiß dennoch, dieses Land braucht den sozialen Protest der Strasse, da politische Parteien, involviert in das politische System nicht in der Lage sind, konkret etwas für die Schwachen in dieser Gesellschaft zu tun. Und da meine ich nicht nur jene, die Kunden bei der ARGE sind, sondern auch jene, die für 3,50 Euro in der Stunde ihre Arbeitskraft zu Markte tragen. Aus diesem Grund gilt im Ermessen der politischen Verantwortung und im Hinblick auf den kommenden Jahrestag zu sagen: Trotz alledem.
Jürgen Nagel, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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