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Fr, 15:45 Uhr
02.06.2006

Bombe entschärft

Nordhausen (nnz). Der vierte Bombenfund binnen kurzer Zeit, der dritte in der Rothenburgstraße. Bauarbeiter gruben sie halb aus. Dann informierten sie Polizei und Feuerwehr. Die nnz mit einer etwas anderen Bombengeschichte.

Bombe entschärft (Foto: nnz) Bombe entschärft (Foto: nnz)

Etwa einen Meter unter der Erde wurde die 500 lbs oder 227 kg schwere Bombe aus dem zweiten Weltkrieg entdeckt. Die größte Gefahr bei diesem Fund ist die Möglichkeit, dass die Bombe in einen zwei Meter tiefen Graben herabstürzt. Das Gelände an der Rothenburgstraße wird aktuell von der LEG erschlossen. Als Träger der Maßnahme muß sie für die Räumung des Geländes aufkommen. Heute ist beim Kampfmittelräumdienst Tauber der Auftrag eingegangen.

Mit Metalldetektoren sei da nicht viel zu machen, sagte Sprengmeister Dieter Volkmer der nnz. Zu viele Störobjekte machen andere Methoden nötig. Ein Bodenradar könnte zum Einsatz kommen. Auch Luftbilder helfen auf der Suche nach den Blindgängern. Eine Baubegleitung durch Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes ist in dem Gebiet nahe der ehemaligen Boelke-Kaserne sinnvoll. Die Männer rechnen noch mit weiteren Funden.

Der heutige Bombenfund wurde von Dieter Volkmer und Andreas West gesichert mit Schlupfseilen, damit er nicht in den Graben fallen kann. Die Bombe sollte ausgegraben und mit Hilfe des Baggers neben die Baugrube gelegt werden. Dann wollen die Männer eine Raketenklemme um den gesäuberten Zünder legen. Spannbacken halten den gefährlichen Teil fest. Zwei ferngezündete Patronen drehen ihn heraus, zumindest wenn er nicht zu fest sitzt. Sonst müssen die Sprengmeister mit einer größeren Rohrzange ran. Der Zünder sei nicht gefährlich, solange man nicht von vorn dagegen schlage, versicherte Andreas West. Ein Mann habe mehr Kraft als die Raketenklemme, auch sei die Hebelwirkung bei der Zange größer. Die Bombe sprengen, das wollen die Männer nach Möglichkeit nicht.

Früher seien oft Bomben in die Windlücke gebracht und dort gezündet worden. Das ginge heute kaum noch. Überall haben sich neue Wohngebiete angesiedelt. Windkraftwerke und Rohrleitungen nehmen den Kampfmittelräumern die Möglichkeit. Selbst ihre zweimal jährlichen Sprengungen in Wernrode müssen sie lange vorher ankündigen, denn über dem Ort verläuft eine Fluglinie.

Für Betriebsleiter Andreas West war es der 33. Bombenfund. Dieter Volkmer weiß es nicht mehr genau, 20 bis 30 Bomben hat er mit entschärft. Regelmäßiges Training, auch zusammen mit Kollegen aus anderen Bundesländern, macht die Männer fit für ihren gefährlichen Job.

Rund eine Stunde wird, wenn alles gut geht, die Entschärfung der Bombe dauern. Weiträumig wurde das Gebiet abgesperrt. In Zusammenarbeit mit der Bundespolizei mußte auch die Bahnstrecke gesperrt werden. Mindestens im Umkreis von 500 Metern müssen alle Menschen die Gebäude verlassen. Betroffen ist auch die Firma Feuer Powertrain, die aber ihre Schicht bis 14 Uhr noch beenden darf. Die Spätschicht muß warten. Durch die gute Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte waren Lösungen im Interesse der Betriebe möglich.

Etwa 500 Menschen mussten ihre Wohnung oder ihren Arbeitsplatz verlassen und aus dem Sperrkreis gebracht werden. Mehr als 50 Polizeibeamte und ebenso viele Kameraden der Berufsfeuerwehr und der freiwilligen Wehren aus umliegenden Orten sowie der Rettungsdienste waren im Einsatz, um Straßen zu sperren und Menschen aus den Sperrbezirken zu evakuieren.

Der Sprengkörper wird nun zum Sprengplatz nach Wernrode gebracht, wo er zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam mit anderen Bomben, Granaten und Fundmunition endgültig vernichtet wird.
Autor: wf

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