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Mi, 20:35 Uhr
11.10.2023
Auch der Kreistag fordert Versöhnung mit Buchmann

Nachschlag gegen Jendricke

Nachdem in der vergangenen Woche die vereinigten Kirchenvorstände der Kreisstadt mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit traten, um Landrat Jendricke zur Niederschlagung aller anhängigen Verfahren gegen den wiedergewählten Nordhäuser Oberbürgermeister Buchmann zu bewegen, folgt nun der zweite Paukenschlag. Ebenfalls aus der Rubrik „unglaublich“ …

Werden wohl keine Freunde mehr: Landrat Matthias Jendricke und Oberbürgermeister Kai Buchmann (Foto: nnz Archiv) Werden wohl keine Freunde mehr: Landrat Matthias Jendricke und Oberbürgermeister Kai Buchmann (Foto: nnz Archiv)

Der nnz ist heute ein Papier zugeschickt worden, dem eine noch größere Brisanz zugeschrieben werden muss, als der Brief letzte Woche. Zwei ehemalige und 30 aktive Kreistagsmitglieder fordern in einem Schreiben an Landrat Jendricke „die Beschwerde gegen die Aufhebung der Suspendierung des Oberbürgermeisters der Stadt Nordhausen, Kai Buchmann, am Verwaltungsgericht Meiningen zurückzunehmen.“ Nach Auffassung der kompletten CDU-Fraktion (mit Ausnahme von Daniel Holzhause und Ellrichs Bürgermeister Henry Pasenow), zwei der drei FDP-Kreisräte (nur Ingmar Flohr distanziert sich ausdrücklich von dem Schreiben) und drei GRÜNEN-Mitglieder, aber auch zwei von drei Bürgerlisten-Fraktionäre (Buchmann selbst hat nicht unterzeichnet) sowie der fast kompletten LINKE-Fraktion und selbst fast allen Kreisräte der Partei Jendrickes (SPD) wäre durch diesen Schritt „die nötige Ruhe und Sicherheit gegeben, die alle Beteiligten benötigen, um ihre Amtsgeschäfte gemäß ihrem Auftrag im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zu erledigen.“ Das hier verniedlichend „Beschwerde“ genannte offizielle Dienstpflichtverletzungsverfahren gegen Kai Buchmann umfasst 14 ausführlich ausgeführte Punkte.

Lediglich die Ex-Oberbürgermeisterin Barbara Rinke und Patrick Börsch aus Reihen der SPD-Fraktion verweigerten ihre Zustimmung zu dem in der Nordhäuser Politikgeschichte der Nachwendezeit beispiellosen Akt kollektiver Willensbekundung. Bei der LINKE habe Matthias Mitteldorf und Tim Rosenstock nicht mit unterschrieben. Als ob diese beiden fehlenden Stimmen ausgeglichen werden müssten, haben dafür die Ex-Beigeordneten der LINKEN im Landratsamt Loni Grünwald und Hannelore Haase mit gezeichnet.

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Keine Unterschrift ist von der AfD-Fraktion geleistet worden, was die nnz dazu veranlasste, bei allen Kreistagsfraktionen nachzufragen, ob ihre Mitglieder unterschrieben hätten und mit welchen Motiven sie eine Verfahrenseinstellung mit möglichen disziplinarischen Folgen rechtfertigen wollten. Bisher antwortete nur die CDU-Fraktion ausweichend und ohne konkrete Antwort sowie besagte AfD-Fraktion. Deren Vorsitzender Jörg Prophet schrieb uns, dass seine Abgeordneten bezüglich einer Willenserklärung von niemandem angesprochen wurden. „Als rechtsstaatliche Partei würden wir uns auch jedem Versuch einer Rechtsbeugung widersetzen“, schreibt Prophet weiter und ergänzt: „Beim beschriebenen Vorgang geht es um einen Rechts- und Verwaltungsvorgang mit klaren Abläufen und nicht um das „Gutdünken“ privater oder amtlicher Personen.“

Die Unterzeichner des Forderungsbriefes haben offensichtlich ein gänzlich anderes Rechtsverständnis, denn sie halten in ihrem Brief fest: „Oberbürgermeister Kai Buchmann hat im Rahmen der Stadtratssitzung vom 27.09.2023 künftig eine konstruktive Zusammenarbeit und Verbesserungen in der Kommunikation angeboten.“

Als wären damit die Anschuldigungen vom Tisch, als könnten die Kreistagsabgeordneten dem Verwaltungschef einer anderen Gebietskörperschaft die Absolution erteilen. Interessant wäre in diesem Zusammenhang auch zu erfahren, ob die Stadtratsfraktionen all dieser einheitlich im Angriff auf ihren Landrat vereinten Parteien die Auffassung ihrer Parteigenossen im Kreistag teilen, oder ob der zur -Zitat aus dem Brief - „künftig konstruktiven Zusammenarbeit“ bereite Kai Buchmann vielleicht seinerseits das Disziplinarverfahren gegen seine Bürgermeisterin eingestellt hat, um seinen Aussagen vor dem Stadtrat Nachdruck zu verleihen und einen Neuanfang zu demonstrieren. Es ist uns zudem nicht bekannt, dass der Herr Buchmann einen ähnlichen Brief mit Friedenswünschen der Fraktionen erhalten hätte.

An anderer Stelle fordern die besorgten Kreistagsmitglieder: „Persönliche Animositäten und Befindlichkeiten sollten strikt in den Hintergrund treten. Sorgen Sie für Frieden in der Stadt Nordhausen, gemeinsam haben wir das Ziel Nordhausen und seinen Landkreis als Leuchtturm von Nordthüringen weiterzuentwickeln und als Oberzentrum zu etablieren.“

Wer wann daran gezweifelt hat, ob es sinnvoll wäre, Nordhausen zu einem Oberzentrum zu etablieren, wollen wir hier mal außen vor lassen.

Der abschließende Absatz des Briefes an Matthias Jendricke erinnert an längst vergessen geglaubte Zeiten von Kollektivbestrafungen und öffentlicher Selbstkritik und zeugt von wenig Verständnis verwaltungsrechtlicher Prozesse. Die 33 Unterzeichner formulieren dort: „Wir fordern Sie auf, den Beschluss des Verwaltungsgerichtes Meiningen, sowie das Wahlergebnis für die Stadt Nordhausen vom 24.09.2023 anzuerkennen und weiteren persönlichen Streit einzustellen.“

Der Beschluss des Verwaltungsgerichts aber war lediglich auf die Aufhebung der Suspendierung Buchmanns ausgerichtet und die offen gebliebenen Anschuldigungen werden inzwischen vom Oberverwaltungsgericht geprüft. Zusätzlich läuft ein strafrechtliches Verfahren gegen Buchmann wegen Rechtsbeugung. Ausgang offen.
Olaf Schulze

update: Reaktionen der Fraktionen auf unsere Anfrage:

Dass die Mitglieder des Kreistages den Landrat auffordern:"die disziplinarrechtlichen Vorgänge gegen den Nordhäuser OB einzustellen" ist unrichtig. Das Meininger VG hat entschieden, dass die Suspendierung des OB aufzuheben sei und er ins Amt zurück kehren könne. Dagegen hat der Landrat Beschwerde eingelegt. Um die Rücknahme dieser Beschwerde wird in dem gemeinsamen Brief ersucht. Laufende Disziplinarverfahren bleiben davon unberührt.
Kai Liebig (BLS)

In dem Brief geht es darum, die Aufhebung der Suspendierung durch das Landesverwaltungsgericht anzuerkennen und der Sacharbeit den Vorrang zu geben.
Ich denke, dass ist nachvollziehbar und im Sinne unserer Region.
Die anderen Punkte wurden gar nicht angesprochen.
Wir können nicht erwarten, dass unser Landkreis an Bedeutung gewinnt und die Stadt Nordhausen zum Oberzentrum wird wenn sich die politische Debatte nur um Befindlichkeiten dreht und pragmatische Sacharbeit auf der Strecke bleibt.
Franka Hitzing (FDP)
Autor: osch

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Kommentare
Klaus K
11.10.2023, 21:06 Uhr
Ha, ha, ha Nordhausen .... Nach den Kirchen nun das Parteiensystem
Ein Blick ins Grundgesetz (Thema "Gewalteilung", "Rechtsstaatsprinzip"' "Unabhängigkeit der Justiz") dürfte den Fraktionären vielleicht ein wenig helfen.
Aber da bin ich pessimistisch. Die DDR Sozialisation hat offenbar ihre Spuren hinterlassen.
Das " Nordhäuser System" der immergleichen Personen pfeift auf solche Prinzipien. Aus panischer Angst vor Afd Amtsträgern und aus irrealer Neurose vor (völlig unwahrscheinlichen) Neuwahlen übt hier das Parteienkartell (nach dem System der Nordhäuser Kirchen) nun erneut wieder Druck auf die Justiz aus. Denn auch Richter verfolgen die Medien.
Längst überwunden geglaubte Zeiten feiern im Südharzstädtchen also Wiederauferstehung hin zum Aufruf zur Rechtsbeugung.
Friedrich III.
11.10.2023, 21:13 Uhr
Ungeheuerlich!
Die Herren und Damen Kreisräte spielen weiter auf der Klaviatur der Rechtsbeugung.
Haben sie schonmal etwas von Gewaltenteilung gehört? Die sollte sich doch bitte auch auf kommunaler Ebene zeigen, wenngleich der Kreistag nur im Ansatz mit einer Legislative zu vergleichen ist. Ihr Demokratieverständnis dokumentieren sie übrigens eindrucksvoll durch den Ausschluss der meines Wissens zweitstärksten Kreistagsfraktion.
Wenn sich dieses Getue nicht nächstes Jahr an der Wahlurne rächt…
Ist
11.10.2023, 21:39 Uhr
diese Beurteilung …
sollte man sich sparen. Und lieber mal sachlich recherchieren, was sich die Abgeordneten dabei gedacht haben und auf welcher Basis sie diesen Schritt gegangen sind. Dann kann Kritik begründet werden. Ihr Text ist voll von Hohn und Ihre Darstellung kommt ohne sachliche Begründung daher. Sie müssen begründen, was sie kritisieren. Ansonsten bleibt Ihr Beitrag substanzlos. Wollten Sie besser sein als die Unterzeichner? Das ist missglückt!
HeiKev
11.10.2023, 21:40 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Beitrag
HeiKev
11.10.2023, 21:54 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht mehr zum Thema des Beitrages
Herr Schröder
11.10.2023, 22:01 Uhr
Meine Güte
Vielleicht macht es Sinn dieses Theater einfach mal zu ignorieren und nicht jede zugesteckte Nachricht hier breit zutreten. Dann verlieren die Beteiligten auch den Spaß daran.

Aber hier wird geträu dem Motto: "Bad News are good News" gearbeitet. Bild Niveau. Schade eigentlich.
P.Burkhardt
11.10.2023, 22:24 Uhr
könnte es vielleicht sein, dass
es den Kreistagsmitgliedern tatsächlich um die regionale Politik geht ? Ist es denkbar, dass die Unterschreibenden tatsächlich das Wohl der Stadt und des Landkreises im Sinn haben ?

Dieser Gedanke ist offenbar Herrn Schulze gar nicht gekommen !

Ich kenne das Schreiben nicht, ich kenne nur den Kommentar von Herrn Schulze. Dieser ist ja nun nicht wirklich sachlich und objektiv, sondern trieft nur so vor "eigener Bewertung" - mit einem ganz offensichtlichen Ziel. Daher ist es keinem Leser möglich, die Beweggründe der Unterzeichner zu ergründen und die vermeintliche "Brisanz" des Papiers selbst zu erkennen. Derartige "Berichterstattung" braucht kein Mensch.

Ist es nicht wünschenswert, dass endlich mal Rathaus und LRA an einem Strang ziehen ? Wäre es nicht gut für die Stadt, deren Bewohner und mögliche Zuziehende, wenn endlich nicht mehr persönliche Befindlichkeiten sondern an den Bewohner-Bedürfnissen orientierte Argumente das große Gewicht hätten ?

Gut wäre in meinen Augen, wenn Buchmann und Rieger öffentlich das Kriegsbeil (oder auch den Klappstuhl) begraben würden. Das wäre ein Signal welches zeigt, dass es den Beteiligten tatsächlich um die Stadt und nicht um persönliche Machtpositionen geht. Alle würden gewinnen ! ...und auch ein recht spezieller Landrat, könnte dann ohne Gesichtsverlust einlenken.

Im Grunde muss jeder, dem die Stadt am Herzen liegt, diesen Vorstoß begrüßen.
HeiKev
11.10.2023, 22:26 Uhr
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diskobolos
11.10.2023, 22:32 Uhr
Rechtsbeugung?
Weder die Rücknahme einer Beschwerde, noch die Aufforderung dazu haben das Geringste mit "Rechtsbeugung" zu tun. Bevor man solche Brocken in den Mund nimmt, bitte mal über den Begriffsinhalt informieren!
HeiKev
11.10.2023, 23:44 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrages
Ra1n3R
12.10.2023, 00:48 Uhr
Immer wieder erstaunlich,
wie hier argumentiert wird.
Mir geht das Theater mit dem LR seit der Zeit hier im Rathaus persönlich auch auf den Keks. Trotzdem will ich wissen, was an den Vorwürfen dran ist und was ein ordentliches Gericht abschließend dazu entscheidet. Der Ausgang dazu ist völlig offen und ich verstehe nicht, warum das mit aller Macht unter den Teppich gekehrt werden soll.

Wenn die Vorwürfe haltlos sind und Herr Buchmann mit weißer Weste aus dem Verfahren geht, stärkt das seine Position. Danach wird man sich sehr genau überlegen, solch einen Weg noch einmal zu versuchen.

Bei einem "negativen Ausgang" des Verfahrens und dem daraus resultierendem Urteil, muss mit den Konsequenzen gelebt werden. Aber genau darum scheint es ja einigen zu gehen, anders kann ich mir das nicht erklären.

Hat jemand "Dreck am Stecken", hat er / sie nichts in solchen Positionen verloren. Sind die Anschuldigungen haltlos, geht er / sie gestärkt aus einem Verfahren. Positive Auswirkungen hätte dies (im letzten Fall) auf Herrn Jendricke sicher nicht.
Undine
12.10.2023, 07:33 Uhr
Schon erstaunlich,
Was für ein Rechtsverständnis die Unterzeichner hier an den Tag legen. Und dann dieses plötzliche Engagement für Herrn Buchmann.. Vor wenigen Monaten noch scherte man sich weder um Buchmann, noch um die Konsequenzen für die Stadt Nordhausen. Irgendwie kann ich mich des Gedankens nicht verwehren, dass man auch hier nur angstvoll Richtung AfD schaut.
Kobold2
12.10.2023, 07:43 Uhr
Immer wieder
Die gleichen Kommentatoren, die hier ihre Probleme mit Meinungsfreiheit und Demokratie hier vorführen
Eventuell wollen hier die Kreistagsmitglieder nur endlich ihre Arbeit machen und nicht ständig in persönliche Kindergartenspiele involviert und dadurch ausgebremst werden.
Die Gerichte haben die grobe Richtung dieser Aktion schon vorgegeben. Obes jetzt sinnvoll ist, dort weiter Zeit und Ressourcen zu binden, anstatt sich der Sacharbeit zu widmen und den politikverdrossenen Bürgern endlich mal aufzuzeigen, das man handlungsfähig ist, kann jeder selbst beurteilen.
Wenn man so weiter macht, wie bisher, ist der nächste Absturz vorprogammiert. Nach meiner Einschätzung ist die Eitelkeit so groß, daß man das nicht sehen will. Selbst das Wahlergebnis hat da nicht geholfen, die Einstellungen zu überdenken. Daher halte ich weitere mahnende Worte von außen, für angebracht.
Südharzmensch
12.10.2023, 08:15 Uhr
Und die NDH CDU wieder im Mitläufer Modus
Mittendrin im linksgrünen Kampagnen Klüngel wieder mal die CDU. Wieder ohne eigene Meinung schließt man sich der Mehrheit an und wird deshalb bei den nächsten Wahlen eher unbedeutend sein.
P.Burkhardt
12.10.2023, 08:23 Uhr
Sehr wahrscheinlich...
...haben Sie sogar ein Stück weit Recht, @Undine, allerdings glaube ich, dass die Angst vor einem AFD-OB daher rührt, dass ein solcher der Stadt nur Nachteile bringen kann. Mit einem AFD-OB wird es weder im Landkreis noch im Land irgendeine Zusammenarbeit geben. Das kann nicht gut sein für die Stadt.
Klaus K
12.10.2023, 08:52 Uhr
Disziplinarverfahren gegen Rieger von Krauth / Buchmann?
Also gibt es auch ein Disziplinarverfahren gegen Rieger laut Text? Ist es das, was die ehem. Bürgermeisterin J. Krauth mit K. Buchmann gegen ihre Amtsnachfolgerin angestoßen hat?
Es wäre vielleicht mal interessant, wenn man sich der Hintergründe in diesem ganzen Spiel widmet und den Personen die im Hintergrund (Krauth?) und in den Verwaltungen die Strippen ziehen.
Marino50
12.10.2023, 09:16 Uhr
Nachschlag.....
...nach der OB-Wahl ist vor der OB-Wahl. Man hat das Gefühl, dass die Wahl erst vor der Tür steht. Herr Schulze, mit solchen Artikeln tun Sie sich keinen Gefallen. Sie streuen immer mehr Salz in die so schon große Wunde.
Lasst den alten neuen OB endlich das machen, wofür er gut bezahlt wird, nämlich Nordhausen voranbringen. Egal ob mit oder noch offene Entscheidungen vor irgendwelchen Gerichten. Wer Fehler macht, muss dafür gerade stehen. Das müssen die kleinen Leute auch.
HisMastersVoise
12.10.2023, 10:25 Uhr
Wie oft denn noch ??
Jendricke kann die Beschwerde nicht zurückziehen, da er sich dann des Vorwurfs der Rechtsbeugung im Amt erwehren würde müssen. Frau Rinke hat das verstanden als frühere Mentorin vom Landrat. Zieht er die Klage zurück, dann beendet er damit seine eigenen Laufbahn als Landrat. Und so nebenbei erwähnt gab es da Fehler von OB, welche aufgearbeitet werden müssen. Das hat er selbst bei der ersten Stadtratssitzung bekannt und seine Lehren daraus gezogen. Zwei Dinge sind jedoch hierbei wichtig. Zum einen entscheiden die Politiker selbst, wie viel sie sich in ein nun externes Verfahren noch einmischen, um vielleicht daraus politischen Profit zu ziehen. Und warum wird unser neuer Oberbürgermeister Kai Buchmann mit dem warscheinlich unpassendsten Foto überhaupt mit Schutzmaske und gebeugter Körperhaltung dargestellt. Was soll das ? Habt Ihr keine besseren Bilder ?
Klaus K
12.10.2023, 10:50 Uhr
marino: Hilft mir der Kreistag bei Bußgeld?
@marino: Wichtiger Aspekt "Wer Fehler macht muß dafür gerade stehen. Das müssen die kleinen Leute auch". Deahalb frage ich, ob ich mich bei einem Knöllchen oder Bußgeld auch an den Kreistag wenden kann und der eine Resolution macht, daß ich nicht zahlen muss???

Es geht nicht daß die Politik in die Justiz eingreift!
Luftikus
12.10.2023, 10:55 Uhr
Ist das Schreiben wirklich so kritisch? Verfahren läuft.
Ich glaube der Artikel ist emotionaler geschrieben, als die Kreistagsmitglieder es fordern. Wenn ich es am Ende des Beitrages richtig verstanden habe, läuft das gesamte Verfahren gegen den jetzt wiedergewählten Buchmann vollständig weiter. Man wünscht sich also nur, den öffentlichen Schlagabtausch zu unterlassen. Ist erst einmal nicht verkehrt, die Gericht werden ja dann hoffentlich "unbeeinflusst" Recht sprechen. Und da kann ich mir nicht vorstellen, dass der OB im Amt bleibt.
Marino50
12.10.2023, 11:41 Uhr
Nachschlag/Umsiedlerin
Ich habe weder etwas von Kreistag noch von Bußgeld geschrieben. Der OB hat letztendlich Fehler gemacht sonst würde sich kein Gericht mit ihm beschäftigen. Der Vergleich mit Bußgeld hinkt gewaltig.
Für mich ist das Thema auch beendet. Mit solchen Artikeln und Kommentaren wird die Spaltung nur noch größer. Und Otto Normalverbraucher sollte sich da einfach rausholen. Ich vertraue da wirklich unserer Justiz.
Wie Bitte
12.10.2023, 13:53 Uhr
Mich würde der Originaltext interessieren,
und nicht die mit persönlicher Meinung durchsetzte Interpretation.

Ich glaube zwischen den Zeilen herausfinden zu können, dass die Kreistagsmitglieder lediglich dazu aufrufen, bis zur Klärung durch Gerichte doch endlich mal den Betriebsfrieden zu wahren.
Sollte es so sein (was aber durch die Öl-Ins-Feuer-Gießen-Mentalität des Verfassers nicht eindeutig ablesbar ist), dann würde ich das jedoch für eine vernünftige Mahnung halten und nicht als Einmischung in ein ordentliches Gerichtsverfahren ansehen (was so ja ohnehin überhaupt nicht möglich ist und, nebenbei bemerkt, auch nie die Forderung des zitierten Kirchenbriefes war).
Südharzmensch
12.10.2023, 15:43 Uhr
Es gab mit Marx, Trump ...
... genug andere Kandidaten mit Kompetenz für das Bürgermeisteramt. Aber mit Macht und fragwürdiger Kampangne musste ja der vorbelastete K. Buchmann ins Amt gepuscht werden, der das evtl gar nicht wollte.

Bravo Nordhausen, macht weiter zwischen Endlosbaustellen, kaputten Straßen ... u.a. Fehlentwicklungen. Ihr habts so gewollt.
Wie Bitte
12.10.2023, 16:20 Uhr
@Lineal und Zirkel: Kompetenzen?
Es war doch klar, dass kein Kandidat einer sogenannten "etablierten" Partei eine Chance hatte. So, wie kurz vor der Stichwahl getönt wurde "Prophet muss eine Chance bekommen, es kann doch nicht sein, dass ihr den nur deshalb nicht wählt, weil er in der AfD ist" hätte man mit Fug und Recht auch andersherum sagen können "Es kann doch nicht sein, dass ihr keinen der anderen Kandidaten wählt, nur weil sie in SPD, CDU oder bei den Grünen sind und ihr diesen Parteien eins auswischen wollt!"

Die Bürgermeisterwahl in Nordhausen war von vornherein absehbar eine Wahl zwischen der AfD und ihrem Kandidaten einerseits und allen anderen Parteien und Kandidaten andererseits.

Nordhausen hatte das Glück, dass es noch diesen einen parteilosen Kandidaten gab, sonst wäre der präferierte Prophet durchmarschiert.
In der nnz wurde das lang und breit hitzig bis feindselig ausdiskutiert.

Womit die Ob-Wahl in Nordhausen am allerwenigsten zu tun hatte: Mit Kompetenzen.
Südharzmensch
12.10.2023, 16:38 Uhr
@wie bitte: Genau, gewählt wurde nicht die Kompetenz.
Leider. Aber wir haben es selbst in der Hand gehabt - jetzt wird weiter gedümpelt mit Inkompetenz.
HisMastersVoise
12.10.2023, 21:05 Uhr
Endlosschleife ?
Ich glaube tatsächlich, daß inzwischen viele Politiker sich sehr viel weiter in die Zukunft entwickelt haben als manche Kommentatoren hier. Prophet hat die Wahl nicht gewinnen können, weil er nicht den Mut hatte, sich von Chrupalla und Höcke und deren Gedankengut klar zu distanzieren. Und er hat sich nicht als Jörg Prophet sondern als AFD.Mann dargestellt. damit war er nicht wählbar und wird es auch in Zukunft nicht mehr sein. Buchmann wollte den Job und hat sich genau so zurückhaltend wie immer verhalten, was für ein perfider Plan das doch sein muß. Jendricke hat sich so verhalten, wie er sich immer verhält. Diesmal ging es nach hinten los und dafür wird er auch seine Rechnung von den Nordhäusern bekommen. Aber wir haben mit OB Buchmann, der Erfahrung in seinem Job hat und auch Fehler eingesteht und auf andere nun zugeht. Dies ist alles andere als inkompetent, das ist einsichtig und lernwillig. Aber meckern und kritisieren ist so viel einfacher als anerkennen und umdenken. Daher wird warscheinlich in Ermangelung an wichtigeren Themen, die wir zweifelsohne haben, immer wieder Öl in dieses Sinnlosthema gegossen. Es erstaunt mich auch massiv, wie viele Menschen wir inzischen hier haben, die die Zukunft verherzusehen wagen.
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