Do, 08:06 Uhr
01.06.2006
Hoffen auf Status Quo
Nordhausen (nnz). Weniger Geld wird es in den kommenden Jahren für den Nahverkehr in Thüringen geben. Besonders betroffen davon könnte der Südharz sein, meint ein Experte gegenüber der nnz-
Trotz aller Hinweise auf mögliche negative Folgen hat Herr Steinbrück, der sich schon vor Jahren als erklärter Gegner des öffentlichen Personennahverkehrs erwiesen hat, die Kürzung der Regionalisierungsmittel durchgezogen. Den Ländern Niedersachsen und Thüringen fehlen nun bis 2010 mehrere 100 Millionen Euro zur Finanzierung des Bahn- und Busverkehrs und für die Umsetzung von Investitionen in diesem Bereich, ist Michael Reinboth von Höchste Eisenbahn entsetzt über das, was er – ohne dass es öffentlich diskutiert worden wäre wie zum Beispiel das Thema Kilometergeldpauschale – im Haushaltsbegleitgesetz gefunden hat, welches am 19. Mai den Bundestag passiert hat.
Zwar stehen bis 2010 immer noch mehr Mittel zur Verfügung als im Jahr 1997, dem ersten vollen Jahr der Regionalisierung, doch müsse man, so Reinboth, inzwischen organisierte Mehrleistungen, Verbesserungen und Investitionen sowie die Inflationsrate berücksichtigen. Damit wird es für Bahn und Bus in den kommenden Jahren sehr, sehr eng. Verbesserungen werden kaum noch möglich sein. Wir können nur hoffen, dass wenigstens der heutige Status quo, der ja weitaus besser ist als das, was wir vor 10 Jahren hatten, erhalten bleiben kann. Sicher ist dies nicht so der Sprecher weiter.
Höchste Eisenbahn befürchtet nun Preiserhöhungen, um die durch den Gesetzgeber geschaffene Lücke schliessen zu können, sowie Fahrplankürzungen besonders in Tagesrandlagen oder an Wochenenden. Der beste Schutz hiergegen sei eine gute Nutzung der Züge und Busse. Hier aber, so Reinboth, sind beim Verkehrsverbund noch einige Hindernisse zu beseitigen – unter anderem das Thema Fahrradmitnahme oder aber die Anerkennung des Übergangstarifs Harz im Zug, um noch mehr Kunden zu gewinnen.
Ein ländlicher Raum wie der Südharz gerät nach Meinung der Initiative schneller in den Fokus von Kürzungsüberlegungen als ein Ballungsraum. Die Landesnahverkehrsgesellschaften haben bisher in beiden Bundesländern sehr zukunftsorientiert agiert – wir hoffen, dass sie diesen Kurs auch bei der neuen Mittellage beibehalten und das Angebot im Südharz im jetzigen guten Zustand gehalten werden kann.
Autor: nnzTrotz aller Hinweise auf mögliche negative Folgen hat Herr Steinbrück, der sich schon vor Jahren als erklärter Gegner des öffentlichen Personennahverkehrs erwiesen hat, die Kürzung der Regionalisierungsmittel durchgezogen. Den Ländern Niedersachsen und Thüringen fehlen nun bis 2010 mehrere 100 Millionen Euro zur Finanzierung des Bahn- und Busverkehrs und für die Umsetzung von Investitionen in diesem Bereich, ist Michael Reinboth von Höchste Eisenbahn entsetzt über das, was er – ohne dass es öffentlich diskutiert worden wäre wie zum Beispiel das Thema Kilometergeldpauschale – im Haushaltsbegleitgesetz gefunden hat, welches am 19. Mai den Bundestag passiert hat.
Zwar stehen bis 2010 immer noch mehr Mittel zur Verfügung als im Jahr 1997, dem ersten vollen Jahr der Regionalisierung, doch müsse man, so Reinboth, inzwischen organisierte Mehrleistungen, Verbesserungen und Investitionen sowie die Inflationsrate berücksichtigen. Damit wird es für Bahn und Bus in den kommenden Jahren sehr, sehr eng. Verbesserungen werden kaum noch möglich sein. Wir können nur hoffen, dass wenigstens der heutige Status quo, der ja weitaus besser ist als das, was wir vor 10 Jahren hatten, erhalten bleiben kann. Sicher ist dies nicht so der Sprecher weiter.
Höchste Eisenbahn befürchtet nun Preiserhöhungen, um die durch den Gesetzgeber geschaffene Lücke schliessen zu können, sowie Fahrplankürzungen besonders in Tagesrandlagen oder an Wochenenden. Der beste Schutz hiergegen sei eine gute Nutzung der Züge und Busse. Hier aber, so Reinboth, sind beim Verkehrsverbund noch einige Hindernisse zu beseitigen – unter anderem das Thema Fahrradmitnahme oder aber die Anerkennung des Übergangstarifs Harz im Zug, um noch mehr Kunden zu gewinnen.
Ein ländlicher Raum wie der Südharz gerät nach Meinung der Initiative schneller in den Fokus von Kürzungsüberlegungen als ein Ballungsraum. Die Landesnahverkehrsgesellschaften haben bisher in beiden Bundesländern sehr zukunftsorientiert agiert – wir hoffen, dass sie diesen Kurs auch bei der neuen Mittellage beibehalten und das Angebot im Südharz im jetzigen guten Zustand gehalten werden kann.

