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Fr, 17:30 Uhr
06.10.2023
Ende des Gipsabbaus gefordert

Der Natur einen Wert geben

Anlässlich der heute stattfindenden Fachtagung „Ressourcenschutz im Südharz“, welche vom BUND-Arbeitskreis Abfall und Rohstoffe, dem BUND Thüringen und dem BUND-Kreisverband Nordhausen veranstaltet wird, drängen die Teilnehmenden auf ein Ende des Naturgipsabbaus bis spätestens 2045...

Angesichts der fortschreitenden Zerstörung einmaliger Landschaft und Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten im Hotspot der Artenvielfalt Südharz, wird die Verwendung und Förderung umweltfreundlicher Alternativen zum Naturgips immer dringender.

Experten aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Verbänden kommen deshalb heute zusammen, um neue Entwicklungen vorzustellen, sich auszutauschen und gemeinsam über Wege und Lösungen zu diskutieren. Interessierte und Gäste haben die Möglichkeit, mit den Fachleuten ins Gespräch zu kommen und sich über die Notwendigkeit des schonenden Umgangs mit Ressourcen zu informieren.

Neben der Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung über umweltfreundliche Alternativen zu Naturgips braucht es außerdem verbindliche Regelungen, welche den unschätzbaren Wert der artenreichen Karstlandschaft anerkennen und schützen. Dazu gehört beispielsweise die Einführung eines Ressourcenschutzgesetzes und die Verleihung eines Schutzstatus für den gesamten Südharzer Gipskarst. Ein länderübergreifendes Biosphärenreservat könnte darüber hinaus Impulse für innovative und umweltverträgliche Arbeitsplätze in der Region geben und Fördermittel einwerben.

„Bereits seit 1990 wird die Einrichtung eines Biosphärenreservates „Karstlandschaft Südharz“ in Thüringen diskutiert. Bis jetzt ohne Erfolg oder gar Fortschritt. Ganz im Gegenteil. Unser Engagement für den Erhalt der Gipskarstlandschaft in Thüringen ist notwendiger denn je. Der Abbau von Naturgips durch großen Firmen geht unbeirrt weiter und so verschwindet jedes Jahr mehr und mehr dieser einmaligen Landschaft. Unsere Mühen können nur zum Erfolg führen, wenn die Südharzer Gipskarstlandschaft durch Schutzgebiete ausreichend gesichert wird“, so Tobias Strietzel, Vorsitzender des BUND Nordhausen.

„Am Beispiel Gips zeigt sich besonders deutlich: Ressourcen sind endlich. Wenn wir sie weiter verschwenden wie bisher, hat das schwerwiegende Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima und belastet die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Vor allem die Industrie muss ihren Ressourcenverbrauch erheblich reduzieren. Die Politik muss dafür die Weichen stellen: Wir fordern die Bundesregierung auf, zügig ein Ressourcenschutzgesetz mit verbindlichen Zielen auf den Weg zu bringen. Insbesondere braucht es dringend sinnvolle Regelungen für die Nutzung von Baumaterialien wie Beton und Gips. Insgesamt muss der Ressourcenverbrauch in Deutschland bis 2050 um 85 Prozent gesenkt werden“, sagt Ulrike Kallee, Abteilungsleiterin Stoffe & Technologien beim BUND Deutschland.

„Die industrielle Zerstörung der Gips-Landschaft ist nicht notwendig. Das belegt ein vom BUND beauftragtes Gutachten von 2020. Deshalb fordern wir das Land Thüringen auf, bis spätestens 2045 komplett auf Ersatzstoffe umzusteigen. Wir brauchen eine echte Kreislaufwirtschaft und die Förderung alternativer Baustoffe wie Lehm, Holz und andere nachwachsende Rohstoffe. Uns allen muss klar sein: Einmal zerstörte Geotope und die spezielle Gipskarst-Natur lassen sich nicht wiederherstellen. Es ist die Aufgabe der Regierung, den Prozess zur Ausweisung der Thüringer Gipskarstlandschaft als Biosphärenreservat zum Erfolg zu bringen und als nächstes Ziel ein länderübergreifendes Biosphärenreservat im Südharz anzustreben“, so Sebastian König, Landesgeschäftsführer beim BUND Thüringen.
Autor: red

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Kommentare
grobschmied56
06.10.2023, 18:45 Uhr
Die Bundesregierung tut alles ...
... in ihrer Macht stehende, um Industrie und Bauwirtschaft herunter zu fahren!
So gesehen fallen die Apelle des BUND auf fruchtbaren Boden. Ursprünglich sollten nach Ankündigung der Ampel pro Jahr 400 000 Wohnungen fertig werden. Im Jahr 2020 waren es noch 306 400. Im Jahr 2022 wurden ganze 295 300 Wohnungen fertig.
Das ifo-Institut erwartet in den nächsten Jahren einen weiteren Rückgang:
Zitat:
'Das ifo Institut erwartet einen drastischen Rückgang beim Wohnungsbau in Deutschland. Berechnungen des Instituts zufolge werden 2023 rund 245.000 und nächstes Jahr 210.000 Wohnungen in neuen Wohngebäuden fertiggestellt, im Jahr 2025 sogar nur noch rund 175.000.'
Zitat Ende.
Wie man sieht, rennt der BUND nur noch offene Türen ein, denn je weniger gebaut wird, desto weniger Gips wird natürlich verbraucht.
TRA
06.10.2023, 19:05 Uhr
Na ja
Der Kohleausstieg ist Realität und so fängt es an. Ich will das moralisch nicht bewerten aber ich beobachte weiter mit Interesse.
Franz 2018
06.10.2023, 22:27 Uhr
Und die Damen und Herren vom BUND
haben dann auch neue Jobs für alle, die mittelbar und unmittelbar von der Gipsindustrie leben? Bei uns im Ort gab's zu diesem Biosphärenreservat eine Befragung und die große Mehrheit war dagegen. Fragt bitte die Leute, die da Wohnen und denen das Land und die Wälder gehören ( und die man dann noch mit weiteren Vorschriften gängeln kann und diese Menschen kümmern sich seit Generationen um das Land!) und die sich darum kümmern und nicht irgendwelche Menschen, die überhaupt nicht persönlich betroffen sind und deshalb immer tolle Reden schwingen. Das ist wie mit dem Heizungsgesetz und dem Verbot von Verbrennungsmotoren, wenn man irgendwo in der Großstadt wohnt zur Miete und mit dem Rad und dem ÖPNV ohne Probleme überall hinkommt, kann man alle möglichen Forderungen aufmachen. Ist halt was ganz anderes, wenn man sein teuer abbezahltes und instandgehaltenes Eigenheim in einem 400 Seelen Dorf hat. Man kann natürlich das flache Land entvölkern, dann gibt's aber nicht nur keine Gipskartonplatten mehr sondern auch kein Brot und keine Wurst......
geloescht.20250302
07.10.2023, 06:13 Uhr
Verlorene Jahre...
...in Thüringen gabar die Zeit unter der CDU, lieber Grobschmied!

Egal ob unter Vogel, Althaus, Lieberknecht und mit oder ohne einer Regierungsbeteiligung von SPD und FDP, letztere stellte immerhin sogar mal einen Wirtschaftsminister.

Jeder von denen sonnte sich im Glanze "wirtschaftlicher Stärke" durch Niedriglohnsektoren im so genannten Freistaat, der eigentlich unfreie Arbeitnehmer wollte.
Ex-post
07.10.2023, 11:29 Uhr
nein zu Grüne und Biosphärenreservat
Jede Kommune hat hier nein gestimmt zum Biosphärenreservat.

Jetzt kommt der BUND um die Ecke und will das auf Krawall durchdrücken.

Das ist undemokratisch. Auch wenn das niemand wundern sollte, was das für ein Haufen ist.

Ich fordere alle Entscheidungsträger auf, das Votum der örtlichen Kommunen hier zu respektieren.

Langsam aber sicher kommt raus, wer hier Demokratiefeind ist: die Grünen und ihre Satrappen wie BUND usw.

Die Grünen respektieren die Entscheidungen und uns Menschen hier vor Ort nicht und belehren andauernd.

Die Linke guckt zu und bringt nichts mehr hin. Und wenn dann der Rückfall auf DDR Methoden, die zwar nur noch Alte wie ich kennen.

Ich fordere die SPD auf, die Zusammenarbeit mit den Grünen und dann auch mit den Linken sofort zu beenden. Sie muss von mir aus dann eben mit der CDU was machen.

Nur so geht das doch nicht mehr weiter. Was hier los ist!

Und jetzt können auch noch BUND Leute in Nordhausen unwidersprochen gegen Bergbau hetzen und Zwangsenteignung durch Reservate fordern.
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