eic kyf msh nnz uhz tv nt
Mo, 11:16 Uhr
21.08.2023
Befragung der Verbraucherzentrale

Wechselbereitschaft bei Strom und Gas gering

Über 80 Prozent der Privathaushalte haben von Januar bis Mai 2023 weder den Strom- oder Gastarif gewechselt noch einen Anbieterwechsel geplant. Das ergab eine haushaltsrepräsentative forsa-Befragung im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv)...

Dabei sinken die Arbeitspreise für Strom und Gas seit Jahresbeginn und liegen in den untersuchten Großstädten im Durchschnitt deutlich unter den Energiepreisbremsen.

Anzeige Refinery (lang)
„Verbraucher sind ihrem Strom- und Gasanbieter mehrheitlich treu, obwohl Anbieter im Zuge der Energiekrise vielfach die Preise erhöht haben“, sagt Ramona Pop, Vorständin des vzbv. Wie eine aktuelle repräsentative forsa-Befragung im Auftrag des vzbv zeigt, war zwischen Januar und Mai 2023 die Mehrheit der Haushalte von gestiegenen Stromkosten betroffen (57 Prozent). 42 Prozent der Haushalte, die Gas beziehen, erhielten eine Gaspreiserhöhung.

Obwohl seit Jahresbeginn sowohl für Strom als auch für Gas die Angebotspreise für Neukunden sinken, blieb das Wechselverhalten von Verbrauchern sehr zurückhaltend. 83 Prozent der Haushalte haben zum Befragungszeitpunkt weder den Stromtarif gewechselt noch es in Zukunft geplant. Bei Haushalten, die Gas beziehen, sind es 85 Prozent. Dabei spielt es keine erhebliche Rolle, ob diese Haushalte seit Januar 2023 von einer Preiserhöhung ihres Energieanbieters betroffen waren oder der Arbeitspreis zum Befragungszeitpunkt oberhalb des Preisdeckels lag.

Preisbremsen bis April 2024 verlängern
Um private Haushalte zu entlasten, hat die Bundesregierung im Januar 2023 Energiepreisbremsen eingeführt. Sie deckeln für einen Basisbedarf die Arbeitspreise der Stromlieferverträge für Privathaushalte bei 40 Cent/kWh und für Gaslieferverträge bei 12 Cent/kWh. Für Verbraucher mit teuren Tarifen haben die Energiepreisbremsen ihre Wirkung entfaltet: Gut jeder fünfte Haushalt profitierte zum Zeitpunkt der Befragung von den Preisbremsen auf Strom und Gas (jeweils 21 Prozent). Bei ihnen lag der Arbeitspreis oberhalb der Preisbremsen.

Der vzbv begrüßt daher die aktuellen Überlegungen innerhalb der Bundesregierung, die Energiepreisbremsen-Gesetze bis zum 30. April 2024 zu verlängern. Dies hatte die Regierung bereits bei Einführung der Preisbremsen in Aussicht gestellt. „Private Haushalte wären so bei einem extremen Anstieg von Strom- und Gaspreisen auch im nächsten Winter geschützt“, sagt Pop. Für Strom- und Gaskunden sei es aber auch jetzt sinnvoll, die Verträge zu prüfen, so Pop. „Wer einen neuen Vertrag für Strom oder Gas abschließt, kann derzeit stark von den gesunkenen Preisen profitieren und viel Geld sparen.“

Seit Jahresbeginn sind auf den Vergleichsportalen die Angebotspreise sowohl für Strom als auch für Gas stark gefallen. Dies zeigt ein vom vzbv monatlich durchgeführter Marktcheck von Strom- und Gaspreisen in den 14 bevölkerungsstärksten Städten Deutschlands. So lagen die auf den Vergleichsportalen günstigsten Angebotspreise für Neukunden im Mai – zeitnah zum Befragungszeitraum – bereits merklich unter der Strom- und Gaspreisbremse.

Auch im Juli 2023 liegen die günstigsten ermittelten Arbeitspreise bei einem neuen Sondervertrag für Strom in den untersuchten 14 Städten im Mittel bei 27 ct/kWh und für Gas bei durchschnittlich 8 ct/kWh. Damit befinden sich die günstigsten Arbeitspreise für Strom und Gas jeweils 33 Prozent unter den angesetzten Werten der Energiepreisbremsen.

Methode der Befragung: Computergestützte Telefoninterviews (CATI) auf Basis einer Dual-Frame Stichprobe (Mobilfunk und Festnetz). Grundgesamtheit: Deutschsprachige Energie(mit)entscheider ab 18 Jahren. Stichprobengröße: 1.001 Haushalte (Strom: 1.001, Gas: 464). Statistische Fehlertoleranz: max. +/- 3 Prozentpunkte in der Gesamtstichprobe. Erhebungszeitraum: 17. April bis 5. Mai 2023, Institut: forsa.

Im Rahmen eines Marktchecks untersucht der vzbv außerdem monatlich die Strom- und Gastarife in den 14 bevölkerungsreichsten Städten Deutschlands: Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt/Main, Stuttgart, Düsseldorf, Leipzig, Dortmund, Essen, Bremen, Dresden, Hannover und Nürnberg (zuletzt erhoben am 17. Juli 2023). Auf Basis des jeweils geltenden Grund- und Arbeitspreises werden repräsentative Gesamtpreise berechnet, wobei ein üblicher jährlicher Haushaltsverbrauch von 3.500 kWh für Strom und von 20.000 kWh für Gas angenommen wird. Neben Grundversorgungstarifen werden in dem Marktcheck auch die auf den meist genutzten Vergleichsportalen Check24 und Verivox angebotenen günstigsten Sondertarife erfasst.
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
RWE
21.08.2023, 11:43 Uhr
selber schuld,
ein Wechsel ist so einfach und kann viel Geld sparen.
Leser X
21.08.2023, 14:01 Uhr
Lebenszeit
Hopping-Zeit ist Lebenszeit. Man könnte den ganzen Tag - und zwar jeden Tag - damit verbringen, an allen Fronten eine Ersparnis rauszuholen. Alle Geschäfte im Umkreis abklappern, alle Tankstellen, alle Geldinstitute, das Internet durchforsten nach Gas-, Strom-, Mobil- ... Tarifen.

Man kann es aber auch lassen. Man wird so oder so abgezockt - und zwar jeden Tag.
reiner3000
21.08.2023, 14:23 Uhr
reiner3000
Ich bleibe lieber bei der Energieversorgung vor Ort. Ob es den Billiganbieter nach der nächsten Krise noch gibt - ist nie sicher. :-)
El loco
21.08.2023, 18:09 Uhr
Tja Leser X
5 min. für einen Wechsel, der mehrere hundert € im Jahr spart, sind weniger Lebenszeit als sie fürs Kommentieren hier aufwenden. Aber egal, jeder nach seinem Gusto.
El loco
21.08.2023, 18:13 Uhr
Und Reiner
die Billiganbieter sind oftmals große Energiekonzerne, die verschwinden mit Sicherheit nicht so schnell vom Markt. Aber ein wenig Mühe muss man sich bei der Suche schon geben.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)