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Mo, 08:29 Uhr
21.08.2023
ifo Institut

Der Absturz im Wohnungsbau setzt sich fort

Im Juli klagten 40,3 Prozent der Unternehmen über Auftragsmangel, nach 34,5 Prozent im Juni. Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 10,8 Prozent. Das geht aus der aktuellen Umfrage des ifo Instituts hervor...

„Es braut sich ein Sturm zusammen. Nach einem langjährigen Boom würgen die höheren Zinsen und die drastisch gestiegenen Baukosten das Neugeschäft förmlich ab.“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen.

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Seit dem Frühling 2022 sind auffällig viele Auftragsstornierungen im Wohnungsbau zu beobachten. Aktuell klagten 18,9 Prozent der Betriebe über abgesagte Projekte, nach 19,2 Prozent im Vormonat. Im langfristigen Mittel betrug der Anteil lediglich 3,1 Prozent. Betrachtet man nur die Jahre bis 2021, waren es lediglich 1,5 Prozent. „Der Wohnungsbau steht unter starkem Druck. Auf der einen Seite werden kontinuierlich bestehende Aufträge storniert, auf der anderen Seite kommen immer weniger Neuaufträge rein”, sagt Wohlrabe.

Viele Unternehmen zehren noch von den Auftragspolstern, die sie in besseren Zeiten aufbauen konnten. Für einige Betriebe wird die Situation allerdings schon bedrohlich. Im Rahmen der jüngsten Umfrage meldeten 10,5 Prozent der Wohnungsbauunternehmen Finanzierungsschwierigkeiten.

Im Vorjahr waren es nur halb so viele. „Viele Projekte sind unter den neuen Rahmenbedingungen für Investoren nicht mehr rentabel, und auch private Bauleute haben zunehmenden Probleme, eine Finanzierung auf die Beine zu stellen“, sagt Wohlrabe. Für die kommenden Monate rechnet eine Mehrheit der Unternehmen mit einer weiteren Abkühlung. Die Geschäftserwartungen lagen bei außerordentlich schwachen minus 52,1 Punkten.
Autor: red

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Kommentare
P.Burkhardt
21.08.2023, 18:19 Uhr
Sehr gut !
Dann bekommt man auch mal wieder einen Handwerker und zahlt nicht mehr diese Mondpreise.
PandaR
22.08.2023, 10:18 Uhr
Was ist denn mit den Gewinnen der letzten Jahre?
Das ist so typisch für unsere Bauunternehmen. In den letzten Jahren kamen die vor Lachen nicht in den Schlaf, konnten sich die lukrativsten Aufträge aussuchen und Preise aufrufen, dass einem die Tränen kamen. Mehrfache Anfragen zu Arbeiten am Eigenheim bei ortsansässigen Baufirmen wurden dankend abgelehnt, die Bücher waren voll, da war man nicht auf solche „Kleckeraufträge“ wie 10 m Fußweg pflastern, oder einen neuen Fassadenanstrich mit wenigen Gerüstmetern angewiesen.
Aber kaum ist das geringfügig anders, ruft man nach dem Staat und der hat nicht besseres zu tun, als über das nächste große Hilfspaket für die Branche laut nachzudenken. Vielen Dank auch!
Welches unternehmerische Risiko müssen den die Anteilseigner solcher Firmen noch selbst tragen? Was ist denn mit Eigenverantwortung? Warum werden denn nicht erst einmal die mehr als ordentlichen Gewinne der letzten Jahre zur Bewältigung des aktuellen Auftragsrückganges herangezogen?
Haben die Damen und Herren Unternehmer gedacht, es geht ewig so weiter? Dann sollten sie vielleicht noch mal den einen oder anderen Lehrgang zum Thema „Konjunkturzyklus“ belegen.
Aber der einfachste Weg ist ja immer die Gewinne zu privatisieren und Verluste möglichst zu verstaatlichen. Solange das funktioniert, können die Unternehmer es sich in Zeiten voller Bücher gut gehen lassen und wenn es mal nicht so gut läuft, greift ihnen der Staat schon unter die Arme.
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