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Sa, 15:31 Uhr
12.08.2023
Eine Zwischenbilanz

Ist der Sommer so schlecht, wie er sich anfühlt?

„Schönheit liegt im Auge des Betrachters“, das gilt auch für das Wetter und in diesem Sommer vielleicht ganz besonders. Die vergangenen nassen und vergleichsweise kühlen Wochen erreichen auf der subjektiven Sommerfeeling-Skala sicher nicht die Bestnote und gehen eher als typisch herbstlich durch...


Niklas Weise, Meteorologe bei WetterOnline, beantwortet die Fragen, wie der Sommer im Vergleich zu den Vorjahren abschneidet und ob sich das Gefühl eines eher miesen Sommers bestätigen lässt.

Zum Thema „gefühltes Wetter“ hat zu Recht jeder seine eigene Meinung. Die Tatsache, dass das Wetter in den letzten Wochen in weiten Teilen des Landes kaum zu sommerlichen Freiluftvergnügen einlud, hat sicherlich zu einer intensiven Meinungsbildung beigetragen.

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Nun liegt es zum einen auch nicht in der Natur des Menschen, sich an die letzten 30 Sommer zu erinnern, mit denen in der Regel verglichen wird. Und zum anderen vergessen wir sehr warme und sonnige Phasen, die uns inzwischen normal erscheinen, auch schnell. Zur Wahrheit gehört auch, dass uns ausschließlich ein Gefühl keine klimatologische Einordnung erlaubt. Eine Zwischenbilanz zeigt, dass der Sommer 2023 rein meteorologisch betrachtet bisher gar nicht so unsommerlich war.

Wie sommerlich und warm war der Sommer bisher?
Niklas Weise:
„Auch wenn er sich unterkühlt angefühlt hat, waren die Temperaturen im Durchschnitt hoch. Das Problem ist, dass man einen Mittelwert nicht fühlen kann. Schaut man sich den Temperaturdurchschnitt des diesjährigen meteorologischen Sommers an, also Juni, Juli und den bisherigen August, fällt zunächst nichts auf. Im Gegenteil, der Sommer ist sogar fast 1 Grad wärmer als das langjährige Mittel der letzten 30 Jahre.

Das liegt vor allem am Juni, der mit einer Abweichung von über zwei Grad nicht nur sehr warm, sondern auch der zweitsonnigste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war. Entsprechend liegen wir bei der Sonnenscheindauer für den bisherigen Sommer derzeit auf einem durchschnittlichen Niveau für Anfang August.“

Wie warm ist es im Vergleich zu den letzten fünf Sommern?
„Im Vergleich zu den letzten fünf Jahren sieht die Sommerbilanz schon anders aus, denn dann ist dieser Sommer etwa ein halbes Grad kühler.

Besonders ‚gefühlsprägend‘ war in diesem Jahr offenbar die kühle und regnerische Phase genau an den Hundstagen, die gleichzeitig die Haupturlaubszeit Ende Juli und Anfang August sind. In den letzten Jahren war es dann oft sehr heiß, manchmal sogar um die 40 Grad wie im Sommer 2022 oder 2019. Davon waren wir jetzt um diese Zeit mit einer durchschnittlichen Höchsttemperatur von 20,7 Grad meilenweit entfernt. Dazu hat es fast jeden Tag geregnet. Besonders im Vergleich zu den letzten Jahren gab es mehr Tage mit starkem Wind. Durch den Wind kann es sich auch schnell ein paar Grad kühler anfühlen.“

Wie sommerlich geht’s weiter?
„Die Gesamtbilanz des Sommers wird am Ende normal bis überdurchschnittlich warm ausfallen. Bei den Sommertagen liegen wir bereits im Erwartungsbereich und bei den aktuellen Aussichten kommen bis Monatsende noch viele warme Tage hinzu - und auch bei den Hitzetagen mit über 30 Grad liegen wir schon gut im Soll.“
Autor: red

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Kommentare
geloescht.20250302
12.08.2023, 15:42 Uhr
Wetterexperten...
...interpretieren auch nur sogenannte Wetternodelle, die am PC erstellt werden.

Wir haben jetzt gerade wieder eine Unwetterwarnung (Heftige Gewitter) für unsere Region.

Mir erscheint das ganze Getue auch im TV wie Glaskugelleserei und eine Vorhersage der wahrscheinlich zu ziehenden Lottozahlen inklusive Spiel77 und Super6.

Man gewinnt zwar nicht, aber eine Zahl war dabei.
Leser X
12.08.2023, 18:12 Uhr
Bitte Wetter nicht mit Politik vergleichen
Im obigen Beitrag steht wissenschaftlich und faktisch basiert alles zum Thema. Man muss es nur verstehen (wollen).

Über Politik zu schimpfen ist für mich absolut nachvollziehbar und verständlich.

Beim Wetter aber ist es einfach nur sinnfrei, weil er ein sich selbst generierender Prozeß ist. Vergessen wir beim Vergleichen nicht die abartigen Sommer in Folge von 2018 bis 2022. Die waren ausnahmslos zu sonnig und zu heiß.

In diesem Jahr ist es mal halbwegs normal für unsere Breiten. Daher freue ich mich auf die bevorstehende Pilz-Saison, die in den letzten fünf Jahren mehr oder weniger ausfiel.
Kobold2
12.08.2023, 21:05 Uhr
Meteorologie
Wird halt allegemeinbildend nicht gelehrt, deshalb braucht man sich hier über unqualifizierte Beiträge nicht wundern.
Dieses Jahr haben wir mal endlich wieder etwas mehr Niederschlag. Auch wenn das Defizit damit noch lange nicht ausgeglichen wird, ist der Unterschied mehr, als offensichtlich.
geloescht.20250302
12.08.2023, 22:09 Uhr
Hier geht's aber nicht...
...um wettertechnische Allgemeinbildung sondern darum, dass uns von den Medien in den USA erstellte Wettermodelle aufgedrückt werden sollen.

Wo ist denn das vor 6 Stunden vorhergesagte Gewitter in Nordthüringen abgeblieben?
P.Burkhardt
12.08.2023, 23:39 Uhr
Wettervorhersagen...
...unterliegen immer Wahrscheinlichkeiten... und gerade Gewitter sind regionale Ereignisse, die eben schwer vorherzusagen sind... Das tut mir fast körperlich weh, wenn ein als möglich angesagtes Gewitter, welches dann ausblieb, als ""aufgedrücktes Modell" der Medien aus den USA dargestellt wird. Meteorologie ist eine Wissenschaft und wird nicht von Medien sondern von Meteorologen betrieben. Dabei geht es im Wesentlichen um Datenreihen und Eintrittswahrscheinlichkeiten... Es ist sehr, sehr komplex, da es viele Abhängigkeiten und Zusammenhänge gibt - aber das kann jeder selber googlen, sofern denn tatsächlich Interesse daran besteht.
Kobold2
13.08.2023, 07:30 Uhr
Es ist wohl
Ein Trend der Zeit, alles aggressiv ins negative zu verdrehen. Da wird der Bau eines Radweges damit verknüpft, zum Rad fahren gezwungen zu werden, die einfache Meldung über die Fertigstellung einer Baustelle, ist eine propagandistische Erfolgsmeldung, die Wettervorhersage ist dann etwas vom US Modell "aufgedrücktes" . Es ist und bleibt eine Vorhersage. Einen Bericht darüber kann man erst machen wenn es durch ist. Aber sachlich normal, ist scheinbar langweilig....
Nach meiner Erinnerung ist lt. Wetterradar das Gewitter gestern nördlich an uns vorbeigezogen. Der lebhafte Wind am gestrigen frühen Abend passt ganz gut dazu.
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