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Mi, 14:00 Uhr
26.07.2023
ThüringenForst

Klima verändert Wald – Wald verändert Klima

Der Klimawandel bedroht das Ökosystem Wald. Ein sensibel austariertes Gleichgewicht unterschiedlichster Organismen und ihrer Umwelt gerät dadurch in Gefahr. Forstleute und Waldbesitzende versuchen die negativen Folgen zu mildern...

Der Feuersalamander fühlt sich in den feuchten Laubmischwäldern des Thüringer Mittelgebirges wohl. Der fortschreitende Klimawandel wird sein heutiges Verbreitungsgebiet einschränken (Foto: Horst Sproßmann) Der Feuersalamander fühlt sich in den feuchten Laubmischwäldern des Thüringer Mittelgebirges wohl. Der fortschreitende Klimawandel wird sein heutiges Verbreitungsgebiet einschränken (Foto: Horst Sproßmann)

 
Die Risiken des Klimawandels für die heimischen Wälder sind der Verlust von Lebensräumen, der Rückgang von Tier- und Pflanzengemeinschaften sowie deren genetische Verarmung. Am stärksten betroffen von ansteigenden Durchschnittstemperaturen, trockeneren Sommern, heißeren Tagen und Wetterextremen sind Arten, die auf feuchte und kühle Lebensräume angewiesen sind. So etwa Tier- und Pflanzenarten in den rund 350 Hochmooren in den Hoch- und Kammlagen des Thüringer Waldes.

Forstleute und Waldbesitzende haben Strategien entwickelt, um die negativen Folgen des Klimawandels zu mildern: Dies geschieht durch den Umbau noch intakter Wälder in klimastabile Mischbestände und die Wiederbewaldung von Schadflächen mit artenreichen und klimawandelresistenten Mischbaumarten. Die Klimawandelfolgen sorgen andererseits auch für mehr Wärme und Licht in den Wäldern. Dies fördert licht- und wärmeliebende Arten und eröffnet neue Chancen für Mischwälder.
 
Klimawandel: Artenverlust – aber auch neue Chancen
Insbesondere die klimawandelbedingte Veränderung des Artenbestandes einheimischer Wälder beobachten Forstleute und Waldbesitzende schon seit einigen Jahren mit Sorgen. „Während einige Arten verschwinden, nehmen bestimmte einheimische wie gebietsfremde Arten zu“ erläutert Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. So hat der Fichtenborkenkäfer in Thüringen seit 2018 eine enorme Ausbreitung erfahren. Der Käfer befällt von Trockenheit geschwächte Fichten und bringt diese zum Absterben. Da die Fichte die häufigste Baumart im Freistaat ist, sind die Auswirkungen -deutlich am veränderten Landschaftsbild nachzuvollziehen- dramatisch.

Neben den heimischen Forstschädlingen reisen mit dem globalen Warenhandel aber auch gebietsfremde Schadorganismen nach Thüringen ein. So etwa der Asiatische Laubholzbockkäfer, der 2016 in Nordthüringen in einer Holzpalette mit aus Asien stammenden Steinplatten entdeckt wurde. Die heimischen Bäume und Sträucher können sich gegen diese Neuankömmlinge nicht wehren und sterben bei Befall nach einigen Jahren ab. Das Eschentriebsterben, verursacht durch den eingewanderten Pilz „Falsches weißes Stängelbecherchen“, zeigt die ganze Dimension dieser Entwicklung.

In Thüringen werden seit Jahren im Staatswald keine Eschen mehr gepflanzt, ihre Überlebenschancen sind zu gering
Neben Schädlingen verbreiten sich im Zuge der Klimaerwärmung auch im vergangenen Jahrhundert vom Menschen oft als Zierpflanze eingebrachte exotische Pflanzen, wie etwa die Spätblühende Traubenkirsche, der Japanische Staudenknöterich, Götterbaum und Riesenbärenklau. Die beiden letztgenannten Arten können beim Waldbesuchenden durch ihre Inhaltstoffe schwere Hautirritationen bis zu allergischen Schocks hervorrufen. Auch diesen Arten fehlt es an natürlicher Konkurrenz in den Wäldern, weshalb sie einheimische Arten erfolgreich verdrängen können.
 
Waldumbau und Wiederbewaldung brauchen langen Atem und Stehvermögen
Zu groß ist die Rasanz des Klimawandels. Das komplexe Ökosystem Wald kann durch natürliche Anpassungsprozesse nicht schnell genug reagieren, um seine Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen zu gewährleisten. Durch die pflegende und ordnende Hand von Forstleuten und Waldbesitzenden können die heimischen Wälder besser, zukunftsfähiger und klimastabil gemacht werden. Eine Aufgabe, die Waldakteure in den nächsten Jahrzehnten in Atem halten und ihnen Ausdauer und Stehvermögen abverlangen wird.
 
Autor: emw

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Kommentare
P.Burkhardt
26.07.2023, 22:54 Uhr
schön, dass die Dramatik erkannt wird.
Es gibt immer noch zu viele, die diese Entwicklung leugnen. Wir werden uns auf dramatische Veränderungen unseres Lebensstils einstellen müssen, wenn wir nicht oder zu langsam reagieren. Am Wlad - so finde ich - ist der Wandel besonders deutlich abzulesen.

Statt die Notwendigkeit von Veränderungen in globalem Maßstab zu erkennen und somit vor der eigenen Haustür anfangen zu wollen, gibt es immer wieder Zeitgenossen, die um der eigenen, kleinen Bequemlichkeit willen die Realität als Propaganda und Panikmache abtun. Tatsächlich gibt es Gewinnler dieser fatalen Einstellung, die auf der Welle reiten, sie verstärken und in Wahrheit ganz andere Ziele verfolgen.
Hallogemeinde
27.07.2023, 21:08 Uhr
Wieder einer der den Unfug glaubt
Klimawandel kann ja gut sein… aber es gibt keinen einzigen echten Beweis dass der Mensch schuld daran ist! Und diejenigen die glauben sie könnten das Klima beeinflussen oder ändern… viel Erfolg! Reine Panikmache der Medien und Gelddruckmaschine!
Kobold2
28.07.2023, 07:52 Uhr
Der "Unfug"
Kommt aber von Fachleuten und Wissenschaftlern, wie man auch diesem Artikel entnehmen kann.
Wenn die Nachricht nicht gefällt, ist nicht der Überbringer das Problem. Wo ist es denn Geldmacherei, wenn der Thürigenforst über die Entwicklug der Wälder berichtet???
Man kann sich natürlich auch ein Sack Sand kaufen und den Kopf dort reinstecken.....
nur_mal_so
28.07.2023, 09:15 Uhr
Immerhin ist man schon mal von "Klimawandel gibt es nicht!"
bereit, den Schritt zu gegen "Klimawandel gibt es schon, aber keinen Beweis dafür, er sei menschengemacht!"
Das ist ja schon ganz schön.

Wenn man jetzt aber noch bereit wäre zu akzeptieren, dass normale Erderwärmung, wie sie in den vergangenen Millionen Jahren schon mehrfach in Verläufen von tausenden bis zehntausenden Jahren gab, nachweislich mit dem Beginn der industriellen Revolution nun innerhalb von Jahrzehnten stattfindet, wäre das ein ECHTER Fortschritt.

Und wenn mann DANN noch bereit wäre zu realisieren, dass zehntausende Jahre nicht dasselbe sind wie wenige Jahrzehnte - - - aber jetzt fantasiere ich, diesen Mind-Opener wird die nnz-Community für sich nie zulassen.
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