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Fr, 08:20 Uhr
05.05.2006

nnz-Forum: Umgang mit Kritikern?

Nordhausen (nnz). Im Forum der nnz meldet sich heute der ehemalige Chefarzt des Nordhäuser Südharz-Krankenhauses, Dr. Klaus Gebhardt, zu Wort. Er kritisiert unter anderem die Arbeitsweise im Landratsamt und gibt auch eine Wahlempfehlung.


Am 4. April ging ein von mir an Landrat Claus gerichtetes Schreiben in seinem Büro ein, in dem ich um die Aushändigung des viele persönliche Daten enthaltenen Fragebogens bat, den ich als Mitarbeiter des Südharz-Krankenhauses 1993 zu einer eventuellen Stasi-Tätigkeit ausfüllen musste und der zur Sichtung ans Landratsamt weitergeleitet wurde. Er wird dort wohl kaum noch von Amts wegen benötigt.

Es sind vier Wochen vergangen, ohne dass ich eine Eingangsbestätigung oder ein Antwortschreiben erhalten habe. Es stellt sich für mich die Frage: ist das der normale Bearbeitungsablauf in diesem Amt, oder handelt es sich um eine Sonderbehandlung für ein kritisches Kreistagsmitglied. Letztere Vermutung erscheint mir nahe liegend, da mich Herr Claus nicht mehr grüßt, seit ich ihm in einer Kreistagssitzung die Schuld an der jahrelangen Verschleppung von notwendigen Kreistagsbeschlüssen zugewiesen habe, bei denen es sich um Tatbestände des Südharzkrankenhauses handelte.

Etwas mehr Geschick im Umgang auch mit Kritikern hätte sich Herr Claus in den vielen Jahren seiner Amtstätigkeit eigentlich aneignen können. Und wenn er sich wundert, warum die Zusammenarbeit im Stadtrat so viel besser funktioniert als im Kreistag, so muss ich ihm sagen, dass das am großen Geschick von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke liegt, alle Fraktionen unabhängig von ihrem Parteibuch, in die Arbeit einzubeziehen und gegenseitigen Respekt zu erweisen. Herr Claus sollte an sich selbst die Frage richten, ob die Probleme, die er mit der SPD-Fraktion und seinen Beigeordneten hat, nicht vielleicht an seinem Ungeschick liegen, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu organisieren.

Zunächst wurde der Beigeordnete Jendricke zur Zielscheibe der CDU - Kritiker auserkoren, mittlerweile hat man die 1. Beigeordnete (SPD) im Visier. Es gehört zu ihren Aufgaben, sich um die Aufstellung des Kreishaushaltes zu kümmern und Lösungswege aus der Finanzmisere zu finden. Der Haushalt muß ausgeglichen sein, sonst droht die Zahlungsunfähigkeit des Kreises und die eventuell die Zwangsverwaltung. Wenn der Landrat sich schon keine Gedanken zum Haushalt macht, sollte er froh sein, dass jemand neue Ideen in die Diskussion bringt.

Und ein Wort zu einer Äußerung von Herrn Primas: wir wollten das Krankenhaus eigentlich aus dem Wahlkampf heraus lassen, und er hat das Gespenst eines Totalverkaufes des Klinikums drohend dargestellt, obwohl der Gedanke von Frau Krauth ein ganz anderer ist. Sie hat die Vorstellung, dass das Südharz-Krankenhaus vom Hauptgesellschafter Landkreis Gesellschaftsanteile abkauft und somit Geld in den desolaten Kreishaushalt kommt. Aber diese Dinge müssten ohne Aufregung sowieso erst in der Gesellschafterversammlung, im Aufsichtrat und im Kreistag diskutiert und beschlossen werden.

Das sind alles ungelegte Eier, die nur aus Wahlkampfgründen in die Öffentlichkeit getragen werden und Unruhe erzeugen, die das Krankenhaus nun momentan wirklich nicht schon wieder gebrauchen kann. Landrat Claus hat in seinen Wahlkampfveranstaltungen wenig Konkretes zu dem, was er erreicht hat und noch erreichen will, ausgesagt, dagegen aber viel geklagt,dass er von den Beigeordneten Krauth (SPD) und Grünwald (Linkspartei) enttäuscht ist.

Sollte man nach neuen Beigeordneten oder vielleicht nach einem neuen Landrat oder Landrätin Ausschau halten? Der Wähler hat es in der Hand.
Dr. Klaus Gebhardt, Nordhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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