Do, 06:55 Uhr
04.05.2006
Rauchen zunehmend uncool?
Nordhausen (nnz). Die Bundesregierung schlägt Alarm, weil Jugendliche immer früher zu Joints greifen. Zudem steigt die Zahl der Abhängigen. Das wurde gestern bei der Präsentation des Drogen- und Suchtberichts bekannt, über den nnz nachfolgend berichtet.
Das Ausmaß der Drogenabhängigkeit in Deutschland sei weiterhin alarmierend, erklärte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), bei der Präsentation des Drogen- und Suchtberichts in Berlin. Dem Bericht zufolge leiden 16,7 Millionen Menschen an Tabakabhängigkeit, von Alkohol sind 1,6 Millionen abhängig und als medikamentenabhängig gelten 1,5 bis 1,9 Millionen Menschen.
Frühzeitig einsetzende Beratungsangebote und Präventionsmaßnahmen sollen Jugendliche über die Risiken aufklären. Eine Schlüsselfunktion sieht Bätzing vor allem in der Tabakprävention: Jugendliche, die keine Zigaretten rauchen, griffen auch nicht so schnell zum Joint. Zudem werde Rauchen in der Altersgruppe zunehmend uncool: Während 2001 noch 28 Prozent der 12- bis 17-Jährigen geraucht haben, waren es 2005 noch 20 Prozent.
Die Drogenbeauftragte führt dies unter anderem auf das Verbot von Kleinstzigarettenpackungen und kostenlosen Abgaben zu Werbezwecken zurück. Einfluss habe auch die dreistufige Tabaksteuererhöhung gehabt. Der Kampf gegen das Rauchen soll verschärft werden. Bätzing drohte mit einer Zwangsregelung, falls die Gastronomie nicht wie vereinbart Nichtraucherplätze schaffe.
Das Einstiegsalter für Cannabis sei in den vergangenen Jahren gesunken und liege bei 16 Jahren, sagte Bätzing. Die Jugendlichen unterschätzten die Risiken. Rund 400 000 Menschen seien abhängig oder konsumierten zuviel Cannabis - Tendenz steigend. Auch hier will die Regierung die Beratung ausbauen. Die Zahl der Todesfälle infolge des Konsums illegaler Drogen ist im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent gesunken und seit dem Jahr 2000 rückläufig. Sie befindet sich mit 1326 auf dem niedrigsten Stand seit 1989. Mit dazu beigetragen haben der Ausbau niedrigschwelliger Beratungsangebote für Opiatabhängige sowie eine verbesserte Substitutionsbehandlung.
Bätzing wies insbesondere auf das Modellprojekt zur heroingestützten Behandlung Schwerstabhängiger hin, das eine deutliche Überlegenheit zur Methadonsubstitution gezeigt habe: Verbessert hat sich der Gesundheitszustand, zurückgegangen ist der Konsum anderer illegaler Drogen sowie die Beschaffungskriminalität beim ärztlich begleiteten Konsum von Heroin als Medikament (Diamorphin). Strittig ist in der großen Koalition die Vergabe von Heroin für Schwerstkranke.
Autor: nnzDas Ausmaß der Drogenabhängigkeit in Deutschland sei weiterhin alarmierend, erklärte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), bei der Präsentation des Drogen- und Suchtberichts in Berlin. Dem Bericht zufolge leiden 16,7 Millionen Menschen an Tabakabhängigkeit, von Alkohol sind 1,6 Millionen abhängig und als medikamentenabhängig gelten 1,5 bis 1,9 Millionen Menschen.
Frühzeitig einsetzende Beratungsangebote und Präventionsmaßnahmen sollen Jugendliche über die Risiken aufklären. Eine Schlüsselfunktion sieht Bätzing vor allem in der Tabakprävention: Jugendliche, die keine Zigaretten rauchen, griffen auch nicht so schnell zum Joint. Zudem werde Rauchen in der Altersgruppe zunehmend uncool: Während 2001 noch 28 Prozent der 12- bis 17-Jährigen geraucht haben, waren es 2005 noch 20 Prozent.
Die Drogenbeauftragte führt dies unter anderem auf das Verbot von Kleinstzigarettenpackungen und kostenlosen Abgaben zu Werbezwecken zurück. Einfluss habe auch die dreistufige Tabaksteuererhöhung gehabt. Der Kampf gegen das Rauchen soll verschärft werden. Bätzing drohte mit einer Zwangsregelung, falls die Gastronomie nicht wie vereinbart Nichtraucherplätze schaffe.
Das Einstiegsalter für Cannabis sei in den vergangenen Jahren gesunken und liege bei 16 Jahren, sagte Bätzing. Die Jugendlichen unterschätzten die Risiken. Rund 400 000 Menschen seien abhängig oder konsumierten zuviel Cannabis - Tendenz steigend. Auch hier will die Regierung die Beratung ausbauen. Die Zahl der Todesfälle infolge des Konsums illegaler Drogen ist im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent gesunken und seit dem Jahr 2000 rückläufig. Sie befindet sich mit 1326 auf dem niedrigsten Stand seit 1989. Mit dazu beigetragen haben der Ausbau niedrigschwelliger Beratungsangebote für Opiatabhängige sowie eine verbesserte Substitutionsbehandlung.
Bätzing wies insbesondere auf das Modellprojekt zur heroingestützten Behandlung Schwerstabhängiger hin, das eine deutliche Überlegenheit zur Methadonsubstitution gezeigt habe: Verbessert hat sich der Gesundheitszustand, zurückgegangen ist der Konsum anderer illegaler Drogen sowie die Beschaffungskriminalität beim ärztlich begleiteten Konsum von Heroin als Medikament (Diamorphin). Strittig ist in der großen Koalition die Vergabe von Heroin für Schwerstkranke.


