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Fr, 16:32 Uhr
23.06.2023
Stadtbrandmeister Theuerkauf berichtet in der nnz

Was wirklich in der Nacht in Heringen geschah

Der Stadtbrandmeister der Landgemeinde Heringen, Toni Theuerkauf (37), ist noch immer geschockt und wütend. In den inzwischen 27 Jahren, in denen er der Feuerwehr angehört, ist ihm so etwas noch nicht widerfahren. Silvio Dietzel hat nachgefragt …

Starke Rauchentwicklung führte letzte nicht zu einem außergewöhnlichen Feuerwehreinsatz (Foto: FFW Heringen/S.Dietzel) Starke Rauchentwicklung führte letzte nicht zu einem außergewöhnlichen Feuerwehreinsatz (Foto: FFW Heringen/S.Dietzel)

Es ist Freitagmorgen gegen 2:25 Uhr, als der Funkmelder Toni Theuerkauf aus dem Schlaf reißt.
Die Rettungsleitstelle alarmiert die Einsatzkräfte aus Hamma, Uthleben, Windehausen, Auleben und Heringen zu einem gemeldeten Garagenbrand in den Heringer Mühlweg. Noch ist die Lage unklar, deshalb ist, wie sonst auch, höchste Eile geboten. 

Toni Theuerkauf ist als erster mit am Einsatzort. Die Straße ist verqualmt, im aufsteigenden Rauch ist eine Person auszumachen, die sofort beginnt, die Einsatzkräfte verbal zu attackieren. Hier wäre kein Feuer und man solle sich doch verpissen, ist das, was die Feuerwehrleute zu hören bekommen. Aber Toni Theuerkauf will sich selbst ein Bild von der gefährlichen Rauchentwicklung machen. Das gefällt dem Grundstückseigentümer überhaupt nicht und er verweigert dem Feuerwehrmann den Zutritt.
Der Floriansjünger muss sich aber laut Dienstvorschriften ein Lagebild verschaffen und betritt dennoch das Grundstück.
Nun wird es allerdings richtig „brenzlig“ für den Feuerwehrmann, denn sofort wird er von dem alkoholisierten Mann körperlich attackiert und vom Grundstück befördert.

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Theuerkauf bleibt hartnäckig, will den Brandort aufsuchen und bleibt im Eingang stehen. Mehrfach wird die Tür heftig zugeschlagen und trifft den Stadtbrandmeister an Fuß und Oberkörper. Anschließend schubst ihn der Angreifer in Richtung der Einsatzfahrzeuge. Jetzt greifen die anderen Feuerwehrkameraden ein und versuchen die Lage zu deeskalieren. Der rabiate Mann lässt sich jedoch nicht beruhigen und verwehrt weiterhin den Zutritt zu seinem Grundstück. Darauf alarmiert Toni Theuerkauf die Polizei, die schon bald eintrifft. Die Polizisten schauen nach, was dort auf dem Grundstück brennt, Toni Theuerkauf kommt mit einigem Abstand dazu.  Wieder reagiert der Eigentümer unverhältnismäßig aggressiv und wird im Anschluss durch die Polizeibeamten wegen Behinderung eines Einsatzes in Gewahrsam genommen.

Erst jetzt kann die Feuerwehr einen Löschangriff starten.
Zum Glück brannte nicht die Garage sondern „nur" angezündeter Müll auf dem Hof. „Unter anderem war da eine alte Sitzbank und Dämmwolle dabei“, berichtet Theuerkauf. „So eine Situation, so ein Hass auf Einsatzkräfte habe ich noch nie erlebt", ist er immer noch fassungslos. Für ihn heißt es jetzt das Erlebte zu verarbeiten. Die Schmerzen, die er erlitten hat, werden wieder vergehen. Aber traumatisiert ist er immer noch, auch wenn er sich am Morgen schon wieder in sein Auto setzte und zu einem Lehrgang fuhr.
Silvio Dietzel 
Autor: red

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Kommentare
grobschmied56
23.06.2023, 19:34 Uhr
Zumindest einige Heringer ...
... sind schon ein ziemlich spezielles Völkchen. Kann ich bestätigen, denn wir haben für kurze Zeit dort gewohnt. Und wurden prompt Zielscheibe für einen 'Stinkbomben-Anschlag' eines Minderbemittelten. Die übliche Mischung zu DDR-Zeiten - ein Stück Plastiklineal, in eine Alufolie eingewickelt und angezündet. Warf uns ein wenig wohlgesonnener Jugendlicher in den Flur. Hat aus seiner Sicht gut gewirkt.
Der hatte großes Glück, daß er erst 15 Jahre alt war, ich hingegen volljährig.
Ich kenne persönlich zumindest einen Kameraden der Heringer Feuerwehr.
Ein sehr ruhiger und sachlicher Mensch. Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft in Person.
Ich zweifle nicht daran, daß seine Kameraden ähnlich verläßliche und umgängliche Menschen sind. Aber die andere Sorte 'Bürger' gibt es eben leider auch.
Cychreides
24.06.2023, 00:07 Uhr
Es ist traurig.
Man weiß gar nicht mehr was man zu der Geisteshaltung mancher Menschen noch sagen soll. Empathie- und Anstandslos. Egozentrisch, aggressiv und verantwortungslos. Keine Ahnung ob das früher auch schon so gewesen ist. Aber es muss endlich mal etwas gegen dieses Assitum unternommen werden. Die Art und Weise wie Menschen gegen Feuerwehr, Polizei und Sanitäter aber auch untereinander agieren ist nicht mehr hinnehmbar und ich finde der Staat sollte hier mit deutlich mehr Härte vorgehen um ein ausbreiten dieser "Seuche" einzudämmen. So etwas fängt im den Schulen und Familien an. Und gemäß des Sprichwörtes: "Was Hansi nicht lernt , lernt Hans nimmer mehr." - kann man nicht früh genug anfangen dagegen vorzugehen > Jugendamt.
Jäger53
24.06.2023, 07:29 Uhr
Wenn es
Nach Cychreides gehen würde sollen Kinder schon in eine politische Ecke geschoben werden. Ich bin der Meinung das junge Menschen Ihre eigenen Erfahrungen machen sollten und selber eigene Entscheidungen treffen sollten. Nichts ist schlimmer wie Bevormundung.
Kobold2
24.06.2023, 13:02 Uhr
Ja, Jäger53
es sind Leute mit ihrer Einstellung, die die Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens als Bevormundung und Schubs in eine politische Ecke sehen, und auf deren Boden dieses Verhalten gedeiht.
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