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Di, 13:45 Uhr
20.06.2023
Riesenböller in Salza gezündet

Die Fenster haben gewackelt

Böllerkrach erwartet man eigentlich nur zu Silvester, dass die Knallerei den Rest des Jahres verboten ist, scheint aber manch Zeitgenossen nicht zu kümmern. Einen besonders krassen Fall erlebte jetzt eine Familie aus Salza…



Früh um 9 Uhr zitterten bei Familie K. in Salza die Fensterscheiben. Nach dem ersten Schock stellt sich schnell heraus: irgendjemand hat einen Böller auf den Hof geworfen und es war kein kleiner Knaller. Beim zusammen puzzeln der übrig gebliebenen Schnipsel wird auch klar, um was es sich genau gehandelt hat - eine „Nova Bomb 4.2G“.

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Das Stück hat es in sich. Die Pyrotechnik stammt wohl aus Tschechien und ist auf der Website des Herstellers mit der Produktklasse "F4" versehen. In Deutschland gilt das als „Großfeuerwerk“ und umfasst laut deutschem Zoll Feuerwerkskörper "von denen eine große Gefahr ausgeht, die zur Verwendung nur durch Personen mit Fachkenntnissen vorgesehen sind, deren Lärmpegel die menschliche Gesundheit jedoch nicht gefährdet."

Der Erwerb und die Nutzung solcher Pyrotechnik ist qua Gesetzt stark eingeschränkt, es bedarf einer gesonderten Erlaubnis sowie eines Befähigungsscheines, das Mindestalter für den Erwerb beträgt zudem 21 Jahre. Wobei legale Grenzen den oder die Böllerwerfer wohl kaum kümmern dürften, schließlich ist die Knallerei eigentlich generell verboten.

Es ist nicht das erste Mal, das in der Gegend illegal geböllert wird. „Das letzte mal hat es vor drei Wochen bei der nahen Lackiererei gekracht, da ist der Böller zwischen den Fahrzeugen der Kunden gelandet.“, berichtet Frau K. Sie selber ist Krankenschwester auf der Kinderstation des Krankenhauses und hat in ihrem Berufsleben genügend Dinge gesehen, um sich ernsthafte Sorgen um den eigenen Nachwuchs zu machen. Drei kleine Kinder leben im Haus, nicht auszudenken was passiert wäre, wäre eines der Kinder von dem „Großfeuerwerk“ erwischt worden.

Frau K. ruft also die Polizei. Die rückt an, muss aber auf das Ordnungsamt verweisen, das wiederum reicht sie weiter an das Landesamt für Verbraucherschutz, welches Wiederrum an die Polizei verweist. Ein Zirkelschluss, der die Sorgen der Familie aus Salza nicht lindert.

Im Nordhäuser Stadtgebiet sind öfter Knallgeräusche zu hören, gerne in den Abendstunden, nicht immer muss es sich dabei auch um Pyrotechnik handeln. Die Zuständigkeiten gestalten sich im Fall der Fälle hier aber tatsächlich ein wenig kompliziert. Wird der Knall als Ruhestörung gemeldet, rückt in der Regel die Polizei aus um erst einmal die Ursache festzustellen. Entsteht Personen- oder Sachschaden wäre ebenfalls die Polizei am Zug.

Andernfalls informiert man das Ordnungsamt als zuständige Behörde. Mit der illegalen Verwendung von Sprengstoffen darf man sich hier aber tatsächlich nicht befassen, vielmehr muss man nach Erfurt zum Landesamt für Verbraucherschutz verweisen. Dort geht es zumeist um legale Wünsche, auch außerhalb der Silvester-Tage Feuerwerk abzubrennen und es werden entsprechende Genehmigungen vergeben.

Grundlage der Entscheidungen ist dabei das Sprengstoffgesetz und das sieht bei Verstoß gegen die einschlägigen Paragraphen Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren vor. In Sachen Einfuhr kann auch der Zoll ein Wörtchen mitzureden haben. Es müsste also Anzeige gestellt werden, im vorliegenden Fall gegen Unbekannt. Die Chancen auf Erfolg stehen da eher gering.

Wer der oder die Böllerwerfen waren, wird sich nur schwer klären lassen. Denkbar sei, dass der Böller aus dem Zug geworfen wurde, sagt die schockierte Mutter, in direkter Nähe des Hauses verlaufen die Bahnschienen. "Mir geht es gar nicht darum, dass das gemacht wird oder wer das nun war. Ich habe einfach Angst um meine Kinder", sagt Frau K. der nnz. "Selbst wenn man nicht herausfinden kann, wer das getan hat, besteht ja vielleicht doch die Möglichkeit das der- oder diejenige das hier liest und anfängt sich Gedanken zu machen und das eigene Handeln in Frage stellt".
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Kill_it_tonight
21.06.2023, 07:16 Uhr
Ein generelles Verkaufsverbot an Privatpersonen...
und das Problem könnte schon minimiert werden. Einsetzen dürfen es Privatpersonen ja eh nur an einem Tag. Bedenkt man die indirekten Kosten, die sich aus der Knallerei ergeben und die Auswirkungen auf die Natur und die Tierwelt sollte man über ein bundesweites Verbot des Verkaufs nachdenken. Dann im selben Atemzug das Gesetz verschärfen und die Zuständigkeiten konkretisieren. Es handelt sich um einen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz und hier sehe ich ausschließlich die Polizei in der Pflicht.

Wenn schon Feuerwerk, dann von professionellen Pyrotechnikern. wie jedes Jahr zu Martini, dann eben noch zusätzlich zum Jahresausklang. Und für die Kleinen ein paar Wunderkerzen, mehr nicht. Aber so weit sind wir hier leider noch nicht, hat man ja letztes Silvester leider erst gesehen, Und so werden unsere Rettungskräfte weiter an diesem Tag außergewöhnliches leisten müssen.
NDH62
21.06.2023, 07:26 Uhr
Nordhäuser Knalltüten
Nachdem wir nach Nordhausen, unserer Heimatstadt zurückgezogen sind fragt man sich öfter mal,: Wo sind wir hier gelandet?
Optisch hat sich die Stadt entwickelt. Es hat sich in den Jahren viel getan.
Aber was ist mit den Menschen passiert?
Man hat den Eindruck, hier gibt es eine wahre Rückentwicklung. Ich möchte mich nicht dazu äußern, was in der Stadt so für Figuren rumlaufen. Da meine ich nicht die Flüchtlinge.
Zum Bahnhofsfest hat es uns mal aus Neugier hingezogen, aber es war ja eie auf der Geiserbahn. Wir sind dann wieder schnell mit der Straßenbahn in die Obestadt gefahren, um den Abend gepflegt in eiem Lokal ausklingen zu lassen. Mit einigen Leuten in der Bahn kamen wir ins Gespräch. Ihnen ging es genau so. Nur weg da.
Selbst meine Kollegen in Niedersachsen haben mich schon gefragt, wie ich nach Nordhausen ziehen könnte.
Aber egal, es gibt ibt eben auch viele Vorteile in der Stadt.
Das sich das geistige Niveau in dieser Stadt allgemein mehr abwärts geht, kann man täglich erleben.
Das geht schon in der Nachbarschaft los.
Gegenseite Rücksichtnahme gibt es nur noch wenig. Mittags oder am Sonntag wird man z. B. mit lauten Gartengeräten unterhalten. Mitdenken ist Glückssache.
Und wenn man durch die Stadt geht. Alles wird beklebt, beschmiert oder der Müll einfach im Grünen entsorgt.
Wenn ich durch die Stadt gehe, habe ich oft eine Tüte dabei, wo ich dann mal den Müll am Wegesrand aufhebe.
Ein besonderer Blickfang sind die Klebefolien an Lampenmasten von Nordhäuser "Fuballfans". Da muß man nicht mehr viel zu sagen.
Das Ganze steigert sich weiter bis zu sinnlosen, mutwilligen Zerstörungen. Wie z. B. im Park Hohenrode die abgesägten bzw. abgeknickten Jungbäume. Sie wurden von Nordhäuser Bürgern gespendet. Aber das ist diesen Dummköpfen scheinbar alles egal.
Und auch besagte Knallereien gehören eben regelmäßig dazu.
Ich möchte nicht nur meckern.
Einen ganz großen Dank an die Menschen in der Stadt, die sich für Ordnung und Saubekeit einsetzen und durch entsprechendes Engagement dafür aktiv sind, dass mit hohem finanziellen Aufwand die Zerstörungen wieder repariert bzw. ersetzt werden.
Aber den Knalltüten dieser Stadt eird das egal sein.
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