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Do, 15:17 Uhr
27.04.2006

nnz-Leserforum: Vogel abgeschossen

Nordhausen (nnz). Der Wahlkampf in Nordhausen geht in die heiße Phase und treibt Blüten. Bei einigen Kandidaten sogar Stilblüten, wie unser Leser Olaf Schulze feststellte.


Zugegeben, ich hatte heute Schwierigkeiten, mein Frühstück einzunehmen, weil ich mich vor Heiterkeit mehrfach verschluckte. Aber mit dem Abstand einiger Stunden betrachtet, finde ich es eher traurig, was OB-Kandidat Martin Höfer seinem Wahlvolk offeriert. „Nordhäuser Mitteilungen“ nennt er sein 16-seitiges Pamphlet, das den Weg in viele Nordhäuser Briefkästen fand. Zur Illustration nutzt er den Adler, das Nordhäuser Wappentier, das aus seinem Wappen steigt und durch des Kandidaten Schrift geistert. Das arme Tier!

Wenn Höfer sein Hochglanzheftchen „Nordhäuser Zumutungen“ genannt hätte, wäre er der Wahrheit näher gekommen.

Nicht jeder wird als Literat geboren und der eine oder andere hat mit dem schriftlichen Ausdruck ebensolche Probleme wie mit der Orthographie und Grammatik, speziell der Kommasetzung (da schließe ich mich sofort ein). Aber selbst die größtmögliche Toleranz und ungeklärte Fragen der neusten Rechtschreibreform können sprachliche Katastrophen wie folgende nicht entschuldigen:

„Manieren sind das Parfüm das vergessen lässt, das man stinkt! Oder es stinkt halt ohne Manieren, schade nur, dass es keinem stört.“

„Mann sollte nicht immer gleich, alles zerreden oder Die, die etwas ändern wollen für „verrückt“ erklären!“

„Selbst die Anwohner, welche an das Viertel grenzten, waren Interessiert an der...“

„Landtagsabgeordneter in Würtenberg...“

Leider ließen sich noch viele andere Beispiele auf jeder einzelnen Seite anführen. Als weltläufiger Mann von Kompetenz und Bildung hat sich Martin Höfer durch seine Veröffentlichung deutlich disqualifiziert. Die anderen im Redaktorenteam erwähnten Herren Marcel Hardrarth, Martin Steinecke, Michael Fichtner und Hans-Martin Kamp haben sich auch nicht mit Ruhm bekleckert.

Bemerkungen zu PISA oder Sprachschulungen für unsere ausländischen Mitbürger verkneife ich mir an dieser Stelle. Stattdessen versuche ich es mit der Abwandlung eines alten Sponti-Spruches, der hier gut zu passen scheint:

„Es kommt nicht nur darauf an, dass man nichts zu sagen hat, man muss auch noch unfähig sein, sich richtig auszudrücken.“

Ich könnte mir gut vorstellen, dass Herrn Höfers „Zeitung“ beim politischen Gegner im Rathaus zu einem Born ausgelassener Schadenfreude wird. Ob er das wirklich gewollt hat?
Olaf Schulze
Autor: nnz

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