Do, 08:14 Uhr
27.04.2006
Große Ausstrahlung
Nordhausen (nnz). Es war Dienstagabend in der Nordhäuser Blasiikirche. Dort erlebte ein Oratorium der besonderen Art seine Aufführung. Dazu eine Rezension von Eckhard Bürger für die nnz.
Um es vorweg zu nehmen: der emphatische Applaus nach der Aufführung des Oratoriums Emmaus am vergangenen Dienstag in der St. Blasii-Kirche in Nordhausen galt sowohl den beteiligten Musikern wie auch dem Werk und seiner Ausstrahlung selbst.
Doch nun zur Sache: Die Zusammenarbeit von drei Chören aus Sondershausen, Bad Frankenhausen und Arnstadt, gemeinsam mit Musikern des Loh-Orchesters Sondershausen und der Gruppe Keimzeit (Ralf Benschu, Rüdiger Feuerbach und Hartmut Leisegang) bildete einen vielfältigen Klangkörper zur Aufführung des zeitgenössischen Oratoriums aus der Feder des süddeutschen Kirchenmusikers Thomas Gabriel. Die überzeugenden Leistungen der Solisten Anja Daniela Wagner, Matthias Dill, Thomas Kohl und Rob Pitcher trugen wesentlich zur ergreifenden Darstellung des Werkes bei. Der sicheren und äußerst engagierten Stabführung von Kirchenmusiker Jens Goldhardt (Sondershausen) gebührt große Anerkennung.
Das Oratorium Emmaus vertont die biblische Geschichte zweier Jünger Jesu, die am Ostersonntag von dem gemeinsamen Leben mit Jesus und dessen Kreuzigung erzählen und erst durch die Hilfe eines vermeintlich Fremden, der sich im Brot-Brechen als Jesus selbst zu erkennen gibt, die Zusammenhänge verstehen und so am Ende aus ihrer Verzweiflung herausgeführt werden. Thomas Gabriel hat nach der Textvorlage des Theologen Eugen Eckert ein dramatisch gelungenes Werk geschaffen, das in der stilistischen Vielfalt von barock anmutenden Klängen bis hin zu Klezmer-Musik und Rock-Elementen interessante Gegensätze und stets variable Instrumentierungen bietet. Die sehr persönlichen Schilderungen der Jünger Kleophas und Thekla waren stets überzeugend und anschaulich geführt.
Das zahlreiche Publikum nahm diese musikalische Sprache dankbar auf, die Begeisterung der Chorsänger übertrug sich auf die Zuhörer. Am Ende verwandelte sich die gespannte Stille des Konzertes in begeisterte Zustimmung, die Ausführenden wurden erst nach einer Zugabe entlassen. Ein gelungener Abschluss des Abends waren die Getränke und selbstgebackenen Brote der Eine-Welt-Initiative Sondershausen. Gemeinschaft und Begeisterung über das Gehörte waren somit an beiden Orten: damals im kleinen Dorf Emmaus und am Dienstag in der Blasii-Kirche in Nordhausen.
Eckhard Bürger, Nordhausen
Autor: nnzUm es vorweg zu nehmen: der emphatische Applaus nach der Aufführung des Oratoriums Emmaus am vergangenen Dienstag in der St. Blasii-Kirche in Nordhausen galt sowohl den beteiligten Musikern wie auch dem Werk und seiner Ausstrahlung selbst.
Doch nun zur Sache: Die Zusammenarbeit von drei Chören aus Sondershausen, Bad Frankenhausen und Arnstadt, gemeinsam mit Musikern des Loh-Orchesters Sondershausen und der Gruppe Keimzeit (Ralf Benschu, Rüdiger Feuerbach und Hartmut Leisegang) bildete einen vielfältigen Klangkörper zur Aufführung des zeitgenössischen Oratoriums aus der Feder des süddeutschen Kirchenmusikers Thomas Gabriel. Die überzeugenden Leistungen der Solisten Anja Daniela Wagner, Matthias Dill, Thomas Kohl und Rob Pitcher trugen wesentlich zur ergreifenden Darstellung des Werkes bei. Der sicheren und äußerst engagierten Stabführung von Kirchenmusiker Jens Goldhardt (Sondershausen) gebührt große Anerkennung.
Das Oratorium Emmaus vertont die biblische Geschichte zweier Jünger Jesu, die am Ostersonntag von dem gemeinsamen Leben mit Jesus und dessen Kreuzigung erzählen und erst durch die Hilfe eines vermeintlich Fremden, der sich im Brot-Brechen als Jesus selbst zu erkennen gibt, die Zusammenhänge verstehen und so am Ende aus ihrer Verzweiflung herausgeführt werden. Thomas Gabriel hat nach der Textvorlage des Theologen Eugen Eckert ein dramatisch gelungenes Werk geschaffen, das in der stilistischen Vielfalt von barock anmutenden Klängen bis hin zu Klezmer-Musik und Rock-Elementen interessante Gegensätze und stets variable Instrumentierungen bietet. Die sehr persönlichen Schilderungen der Jünger Kleophas und Thekla waren stets überzeugend und anschaulich geführt.
Das zahlreiche Publikum nahm diese musikalische Sprache dankbar auf, die Begeisterung der Chorsänger übertrug sich auf die Zuhörer. Am Ende verwandelte sich die gespannte Stille des Konzertes in begeisterte Zustimmung, die Ausführenden wurden erst nach einer Zugabe entlassen. Ein gelungener Abschluss des Abends waren die Getränke und selbstgebackenen Brote der Eine-Welt-Initiative Sondershausen. Gemeinschaft und Begeisterung über das Gehörte waren somit an beiden Orten: damals im kleinen Dorf Emmaus und am Dienstag in der Blasii-Kirche in Nordhausen.
Eckhard Bürger, Nordhausen


