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Do, 10:33 Uhr
11.05.2023
Großspende für die Frohe Zukunft

Miteinander leben lernt man in der Küche

Das Kinder- und Jugendheim hat in den letzten Jahren einiges zu schultern gehabt. In der Flüchtlingskrise und der Corona-Pandemie hat man alle Kräfte aufbringen müssen. Die Arbeit erfährt jetzt praktische Wertschätzung, die vor allem den Kindern und Jugendlichen zu Gute kommen wird…

Großspende für die "Frohe Zukunft" - der Club "Inner Wheel" und der Verein Kinderlachen wollen dem Kinder- und Jugendheim einen Wunsch erfüllen (Foto: agl) Großspende für die "Frohe Zukunft" - der Club "Inner Wheel" und der Verein Kinderlachen wollen dem Kinder- und Jugendheim einen Wunsch erfüllen (Foto: agl)


Auf den ersten Blick ist die dritte Küche in der „Frohen Zukunft“ in ganz passablem Zustand. Das Mobiliar in Anthrazitoptik scheint solide, die Ausstattung sieht auf den ersten Blick gut aus, im Schrank finden sich die persönlichen Müslischüsseln der Kinder, am Kühlschrank Einkaufsliste und Speiseplan, eine belebte Küche.

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Für die Kinder und Jugendlichen ist der Raum aber mehr als eine Kochstelle, durch die Gemeinsamkeit, die die Küche in den Alltag bringt, ist sie ein zentraler Ort des Lebens. „Man kocht zusammen, das ist sehr schön, aber bei weitem nicht alles“, sagt Gert Bufe, der Herr des Hauses. „Die Küche bedeutet für viele Kinder auch schlicht Sicherheit. Die Sicherheit, dass am Ende des Tages eine Mahlzeit auf dem Tisch stehen wird und das war für viele unserer Kinder in ihrem Leben nicht immer eine Selbstverständlichkeit“.

Zwei moderne Küchen hat man bereits im Haus, die Dritte lässt auf den zweiten Blick den nagenden Zahn der Zeit deutlich erkennen. Elektro- und Rohrleitungen wurden in den 90er Jahren zuletzt angefasst, die Türzarge ist arg in Mitleidenschaft gezogen worden, mancher Schrank zeigt deutliche Blessuren. Eine Sanierung wäre dringend nötig, allein aus eigener Kraft wäre ein kompletter Umbau nicht zu stemmen.

v.l.: Hausherr Gerd Bufe, die Projektleiterinnen Sandra Brandau und Renate Thost-Stetzler von Inner Wheel und der Geschäftsführer des Vereins Kinderlachen, Marc Peine (Foto: agl) v.l.: Hausherr Gerd Bufe, die Projektleiterinnen Sandra Brandau und Renate Thost-Stetzler von Inner Wheel und der Geschäftsführer des Vereins Kinderlachen, Marc Peine (Foto: agl)


Das Innere Rad will Kinder wieder lachen machen
Das Haus hat viel geleistet in den letzten Jahren, eigentlich mehr als die Kräfte hergeben, erzählt Bufe. Man war bei der Aufnahme unbegleiteter Minderjähriger Flüchtlinge ganz vorne dabei, sogenannte „Inobhutnahmen“, also die kurzfristige Aufnahme von Kindern und Jugendlichen, die von Amts wegen aus ihren Familien genommen werden, hat man auch immer ermöglicht. Mit den Auflagen der Corona-Pandemie wurde das zunehmend schwierig, zumal die Zahlen der Inobhutnahmen in den letzten Jahren auch in Nordhausen stark angestiegen sind. Hinter den Zahlen stehen echte Traumata, wenn Kinder Kriegsgebieten mit den Narben von Schusswunden leben müssen, hat nicht nur der Körper gelitten.

Ein Einzelfall ist die „Frohe Zukunft“ nicht, die Jugendhilfe in privater Trägerschaft hat viele Lasten der Pandemie geschultert, das sieht man auch bei „Inner Wheel“. Hinter dem Begriff, der übersetzt soviel wie „Inneres Rad“ bedeutet, steht ein Zusammenschluss aus Frauen, der vor knapp 100 Jahren aus dem Rotary-Clubs hervorgegangen ist.

In Deutschland feiert man im kommenden Jahr den großen, runden Geburtstag und zum besonderen Jubiläum wollte man auch ganz der Tradition nach, auch ein besonderes soziales Projekt auf die Beine stellen. „Wir haben uns mit unserem Leuchtturmprojekt vorgenommen, traumatisierten und vernachlässigten Kindern zu helfen“, sagt Renate Thost-Stetzler von „Inner Wheel“, zusammen mit Sandra Brandau, der Hauptorganisatorin der Aktion im Club und der Nordhäuser Clubfreundin Hildegard Seidel war man Anfang der Woche zu Besuch vor Ort.

Da man sich vor allem auf das „Fundraising“, also das Spendensammeln versteht, hat man sich für die Umsetzung eine erfahrenen Partner an die Seite geholt, den Verein „Kinderlachen“. Gemeinsam wurden bundesweit 15 Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe ausgewählt, denen mit jeweils 10.000 Euro ein besonderer Wunsch erfüllt werden soll.

Zu den Ausgewählten gehört auch die „Frohe Zukunft“ und welcher Wunsch hier erfüllt werden soll, war schnell klar - die Küche wird einmal bis hinab zum letzten Kabel runderneuert. Nicht der außergewöhnlichste Wunsch, berichtet berichtet Marc Peine, der Geschäftsführer des Vereins „Kinderlachen“ aus Dortmund, die Bedarfe seien vielfältig und reichen vom Sitzmobiliar samt Holzhäuschen und Sonnensegel, über Fitnessgeräte bis zum Therapiepferd.

Auf den ersten Blick sieht die Küche noch passabel aus, doch es besteht dringender Sanierungsbedarf (Foto: agl) Auf den ersten Blick sieht die Küche noch passabel aus, doch es besteht dringender Sanierungsbedarf (Foto: agl)


Großprojekte sind für den Verein nichts neues, erzählt Peine weiter, es gebe Themen, die müssten dringend heraus aus der „Tabuzone“. Im Projekt „Pausenhofpaten“ will man etwa darauf aufmerksam machen, das rund 25 Prozent der unter 13jährigen ohne Frühstück in die Schule kommen, was etwa 2,6 Millionen Kindern entspricht.

Hungrig muss in der Frohen Zukunft niemand das Haus verlassen und wenn die neue Küche erst einmal da ist, geht die gemeinsame Vorbereitung sicher bald noch viel leichter von der Hand und ein wenig Leichtigkeit kann im Leben der Heimkinder sicher nicht schaden.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
urbach44
11.05.2023, 13:05 Uhr
Heimkinder
Warum sieht man auf den Fotos eigentlich keine Heimkinder ? Das sind doch eigentlich die Hauptpersonen. Auf den Fotos gewinnt man den Eindruck, dass sich die Erwachsenen gegenseitig auf die Schultern kllopfen ob ihrer hervorragenden Arbeit.
Kinderlachen
12.05.2023, 08:31 Uhr
Antwort
Ihr Kommentar zeigt, dass Sie sich noch nie mit dem Thema beschäftigt haben. Was glauben Sie, welchen Hintergrund diese Kinder haben und weshalb sie eventuell nicht auf Fotos erscheinen dürfen..? Es handelt sich um Kinder, deren leibhaftige Eltern nicht wissen sollten, wo sich ihre Kinder aktuell aufhalten, da deren "Behandlung" dazu geführt hat, dass diese tollen Kinder vor eben diesen Eltern geschützt werden müssen. Die Erwachsenen erscheinen auf dem Bild, um auf das Schicksal dieser Kinder und der besonders wichtigen Einrichtungen aufmerksam zu machen. Dies könnte für Sie ja ein Anlass sein, sich mehr damit zu beschäftigen, statt einfach einen solch uninformierten Kommentar abzusetzen.
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