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Sa, 10:02 Uhr
29.04.2023
ADAC veröffentlicht zweiten Mobilitätsindex

Deutschland tritt auf der Stelle

Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität kommt Deutschland nicht vom Fleck. Zwar hat sich die Situation in den Jahren 2020 und 2021 deutlich verbessert und damit auch der ADAC Mobilitätsindex. Dies war jedoch auf die vorübergehend geringere Verkehrsnachfrage durch die Corona-Pandemie zurückzuführen...

Strukturelle Verbesserungen, die von bleibender Wirkung über die Pandemie hinaus sind, wurden kaum erreicht. Das zeigt der neue ADAC Mobilitätsindex, den der ADAC gemeinsam mit dem Analyse- und Beratungsunternehmen Prognos entwickelt hat und heute zum zweiten Mal veröffentlicht.

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Damit wächst der Handlungsdruck auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, das Tempo auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität zu erhöhen. Das erste Pandemiejahr ließ den Index sprunghaft auf 115 Punkte ansteigen, doch schon im Jahr danach kündigte sich eine Trendwende an, als der Index wieder auf 113 sank. Bei der erstmaligen Veröffentlichung des Mobilitätsindex für das Jahr 2019 lag der Indexwert – wie schon im Basisjahr 2015 – bei 100.

Der ADAC Mobilitätsindex ist eine wissenschaftliche Bewertung der Entwicklungen im Bereich der Mobilität. Dazu werden zahlreiche Indikatoren erfasst und transparent gemacht. Sie berücksichtigen wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Aspekte. Der Mobilitätsindex bildet dies durch fünf Bewertungsdimensionen ab: Verkehrssicherheit, Klima und Umwelt, Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Bezahlbarkeit.

Den höchsten Index-Wert wies die Bewertungsdimension „Klima und Umwelt“ aus. Da während Corona die Belastungen durch Luftschadstoffe geringer waren, stieg der Index auf 119. Doch schon 2021 zeichnete sich ein Wiederanstieg von Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen ab. Aufgrund der niedrigeren Verkehrsleistung und des daraus resultierenden geringeren Unfallgeschehens verbesserte sich der Indexwert für die „Verkehrssicherheit“ auf 118. Doch auch hier ist mit der Erholung des Straßenverkehrs eine Verschlechterung absehbar.

Der Index für die „Zuverlässigkeit“ stieg deutlich auf 113 und zeigt, wie sehr die geringere Verkehrsleistung während der Corona-Jahre auch die Zahl der Staus reduziert hat. Die im vergangenen Jahr erkennbaren Verkehrsspitzen lassen erwarten, dass auch diese positive Entwicklung nicht von Dauer sein wird. Die gekappten Angebote im Luft- und Fernbusverkehr führten schließlich zu einem leichten Rückgang des Indexwertes auf 102 bei der „Verfügbarkeit“.

Inwieweit es den Menschen finanziell möglich ist, ihre Mobilitätsbedürfnisse zu befriedigen, wird bei der Bewertungsdimension „Bezahlbarkeit“ gemessen. Hier sorgten die deutlich gestiegenen Energiekosten 2021 für eine spürbare Verteuerung der Mobilität. Es deutet sich an, dass sich die Energiepreise und damit die Kosten der Mobilität künftig auf einem vergleichsweise hohen Niveau einpendeln.

Aus Sicht des ADAC muss nachhaltige Mobilität die negativen Auswirkungen des Verkehrs verringern. ADAC Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand: „Das positive Ergebnis des Mobilitätsindex während Corona war nur ein Scheinerfolg. Erzwungener Mobilitätsverzicht wie in den beiden Corona-Jahren hat keinen Bestand und ist keine realistische Option, um die Nachhaltigkeit der Mobilität dauerhaft zu verbessern. Das Bedürfnis der Menschen nach Mobilität ist weiterhin groß. Auch wenn Einzelne zu freiwilligem Verzicht bereit sind: Es ist unrealistisch, dass die gesamte Gesellschaft darauf setzen wird. Wir müssen davon ausgehen, dass die Indexwerte für das Jahr 2022 fast wieder auf dem Niveau des Jahres 2019 liegen werden. Das zeigt, dass wir in puncto Nachhaltigkeit auf der Stelle treten und neue Impulse brauchen. Hier sind die Politik, die Wirtschaft und auch jeder Einzelne gefordert, zu Verbesserungen beizutragen. Der Bericht zum ADAC Mobilitätsindex zeigt hierzu Handlungsfelder in allen Bewertungsdimensionen auf.“

Detaillierte Informationen gibt es unter www.adac.de/mobilitaetsindex.
Autor: red

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Kommentare
grobschmied56
29.04.2023, 19:16 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Verstoß gegen AGB
Leser X
29.04.2023, 19:26 Uhr
Mobilität als Selbstzweck und Geschäftsmodell
Deutschland ist ein dicht besiedeltes, man könnte auch sagen: enges Land. Dummerweise liegt es auch noch mitten in Europa, und alles "muss" hier rein, raus und durch.

Noch dümmer wird es, wenn man bedenkt, dass hierzulande seit Jahrzehnten eine auf Individualverkehr ausgerichtete und einseitige Autoverkehrspolitik betrieben wird. Währenddessen verrottet die alternative Verkehrsinfrastruktur planmäßig auf Betreiben der Autolobbyisten.

Und so richtig schlimm wird es, wenn des Deutschen Drang hinzukommt, so oft wie möglich einen Ortswechsel zu vollziehen selbst dann, wenn es gar nicht sein muss.

Also ich gehe dann lieber in den Wald. Solange es ihn noch gibt...
grobschmied56
29.04.2023, 20:51 Uhr
Die Erinnerung an die 'Pandemie' ...
... soll so etwas wie Rückblick auf 'bessere Zeiten' sein? Da bluten mir die Hosenträger! Mal zum Nachdenken:
Die vielgeschmähten und pöhsen Autofahrer, das sind im allgemeinen die Arbeiter, die die Wertschöpfung im Land aufrecht erhalten und den abgehobenen, arroganten und naserümpfenden 'Eliten' ihr komfortables Nichtstuer - Dasein erst ermöglichen!
Wo wären die 'Trauzeugen', 'Schwäger' und 'Busenfreunde' im grünem Ministerium, wenn nicht ein paar Millionen doofe und rückschrittliche Pendler Tag für Tag zur Arbeit fahren, den Buckel krumm machen und die Steuerknete für die Moralweltmarktführer erwirtschaften würden?
Von was würden all die fortschrittlichen 'Klimaretter', NGO's und zeigefingererhebenden Warner, Mahner, Kleber leben, wenn die autofahrenden, arbeitenden und zahlenden Proleten plötzlich beschließen, daß ihnen das ganze Schei**spiel zu blöde ist?
Tag für Tag auf Arbeit fahren. Rackern, Schuften, Schindern, Malochen.
Im Stau stehen und zu spät kommen, weil ein paar Weltretter auf der Straße kleben.
Wegen zu spät kommen - Kündigung angedroht...
Na leckt mich doch am A....!
Wenn der letzte frustrierte Arbeiter hinschmeißt und und sich mit seinen Kumpels bei Bierchen und blauem Würger hinter dem Getränkemarkt versammelt, werdet ihr feststellen, daß man Sekundenkleber und 1,5 Grad Klimaziel nicht essen kann.
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