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Sa, 18:01 Uhr
01.12.2001

nnz-Buchtip: Allende: Porträt in Sepia

Nordhausen (nnz/djd). Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legt. Isabel Allende spinnt in "Porträt in Sepia" die Saga der Familie del Valle weiter und schließt die zeitliche Lücke zwischen "Fortunas Tochter" und dem Bestseller "Das Geisterhaus".


Allende Bildgewaltig und leidenschaftlich erzählt Allende das Schicksal der Aurora, einer starken, eigenwilligen jungen Frau, die in Chile Ende des 19. Jahrhunderts bei ihrer Großmutter aufwächst. Im Alter von dreizehn Jahren bekommt sie eine Fotokamera geschenkt, ungewöhnlich zu dieser Zeit. Albträume plagen das Mädchen und es experimentiert mit der Kamera, weil es glaubt, seine Dämonen damit bannen zu können. Doch nur die Erinnerung kann helfen, ihnen beizukommen. Wer waren die Eltern der jungen Frau, woher stammen fremde Sprachfetzen in ihrem Gedächtnis? Sie findet heraus, dass sie das uneheliche Kind einer Halbchinesin ist und ihre ersten Lebensjahre im Chinesenviertel von San Francisco verbracht hat. Die Kamera hilft ihr auf der Suche nach ihrer persönlichen Wahrheit, wird Mittel, um Vergangenes zu bewahren. Die Erinnerung ist das zentrale Thema des Romans, spielt aber auch für die 1942 geborene Allende eine große Rolle, die nach Pinochets Putsch Chile verließ und sich in ihren Romanen mit dem Land auseinander setzt. Ein fesselndes Buch und ein Schmuckstück für den weihnachtlichen Gabentisch. Isabel Allende: Porträt in Sepia, Suhrkamp Verlag, 460 S., DM 49,80, ISBN 3-518-41280-9.
Autor: nnz

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