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Fr, 09:00 Uhr
03.03.2023
Lichtblick zum Wochenende

Keine Gewalt

Als Pfarrerin Theilemann einem Freund erzählte, dass sie den Lichtblick für heute schreiben soll und überlege, etwas zum Thema Frieden zu schreiben, sagte dieser, er vermeide es gerade über hochaktuelle Themen zu sprechen...

Der Grund: man werde schnell für die eigene Position - so sie von der allgemeinen Meinung abweicht - niedergemacht.

Mit Worten, hoffe ich. Er ist kein Einzelner, von dem ich höre: ich traue mich nicht, etwas zu sagen, weil ich anders denke, zum Beispiel, ich finde es schlimm und gefährlich, dass sich die Bundesrepublik durch Waffenlieferungen an einem Krieg beteiligt und damit selbst im Krieg ist!!

Menschen, die angesichts des Überfalls Putins vor einem Jahr in die Ukraine, der Meinung sind, dass allein Friedensverhandlungen geboten sind, werden als Putin - Versteher oder gar Putin - Freunde beschimpft. Es wird ihnen unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Dabei wollen sie nur eines: Frieden. Das wollte auch Bertha von Suttner, die versucht hat, den ersten Weltkrieg zu verhindern. Sie wurde belächelt und belacht. Vielleicht belächeln Sie auch ihren Vergleich: Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden. Mir leuchtet er ein. Sie war die erste Frau, die den Friedensnobelpreis bekommen hat.

Auch am 24. Februar, dem Tag, an dem Westeuropa aus dem „Schlaf der Sicherheit aufgerüttelt wurde, fanden in vielen Kirchen Friedensgebete statt. Aufgerufen haben dazu auch die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). Mit einem gemeinsamen Gottesdienstvorschlag riefen die Kirchen in Deutschland dazu auf, in der Zeit vom 24. bis 26. Februar, ein Jahr nach Kriegsausbruch, an die Opfer des Krieges zu gedenken und für ein Ende der Gewalt zu beten.

„Keine Gewalt“, so lässt sich die Bergpredigt Jesu mit zwei Worten zusammenfassen. Das ist Jesus pur. So hat er gelebt, so ist er gestorben.

Was sagt Jesus zum Thema Waffengewalt? Nun, er verbietet Gewalt du sollst nicht töten! -und geht noch einen Schritt weiter: „Liebt eure Feinde und tut denen Gutes, die euch hassen.“

Pazifismus und Feindesliebe. Weil er das gelebt hat, hat er keinen Widerstand geleistet, als er unschuldig gefangengenommen wurde. Er hat die Konsequenzen dafür getragen. Er wurde gekreuzigt.

Zum Anderen ruht auf den Friedensstiftern der Segen Gottes: sie werden Kinder Gottes heißen.

Und denen, die sich nicht mit Gewalt wehren, denen, die Leid tragen, verspricht Jesus, dass sie getröstet werden.
Das ist welt fremd und muss welt fremd sein, es ist ja Gott, der da zu uns aus einer anderen Welt spricht, in unsere Welt, die andere Maßstäbe hat. Viel „Menschenvernunft“ spricht gegen das Gebot der Feindesliebe.

Aber nicht weniger Vernunft spricht beispielsweise durch den Satz: „Lieber 100 Stunden umsonst verhandeln, als eine Minute schießen.“ (Helmut Schmidt)

Oder. „Wir Pazifisten können nicht einfach behaupten, wir hätten für alle Probleme die gewaltfreie Lösung, aber es gibt hinlängliche Gründe, sie zu suchen, ihnen nachzugehen und auf dem Wege der gewaltfreien Aktion die passenden Lösungen zu finden.“ ( Theodor Ebert)
Sie wollen Frieden?

Dann beten wir zusammen dafür und/oder gehen dafür auf die Straße und am besten gleich. Rollen erst Panzer durch die Straßen oder schlagen Bomben ein, ist es zu spät.

Darum: Herr, richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und der Friede Gottes, der höher ist als alle menschliche Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen
Autor: red

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