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So, 09:15 Uhr
02.04.2006

Arme Malocher

Nordhausen (nnz) Bislang war man ja der Meinung, dass ein Arbeiter in einem Vollzeitjob zumindest soviel verdient, dass er davon leben kann. Dass dem nicht in jedem Falle so ist, berichtete gerade n-tv unter Berufung auf die „Financial Times Deutschland“


In Deutschland gibt es rund 300.000 Menschen, die eine volle Stelle haben und dabei so wenig verdienen, dass sie ergänzende Hilfen aus dem Arbeitslosengeld II erhalten. Diese Zahl nannte Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) der "Financial Times Deutschland".

"Es gibt schätzungsweise 300.000 Vollzeitjobber, die so wenig Geld bekommen, dass sie es mit ALG II aufstocken", sagte der Minister. Dazu kommen mehrere hunderttausend Menschen, die neben einem Teilzeit- oder Minijob ALG II bekommen.

Das Sozialministerium nannte damit erstmals eine Zahl der Niedrigverdiener, die trotz Vollzeitarbeit weniger verdienen, als ihnen an staatlicher Unterstützung zustehen würde. In einigen Wirtschaftszweigen werden Tariflöhne von vier Euro die Stunde und weniger gezahlt, was vor allem dann nicht reicht, wenn mehrere Menschen in einer Familie davon leben müssen. Müntefering sagte, er wolle das Thema in der anstehenden Diskussion über existenzsichernde Löhne aufgreifen. Der Minister will dazu im Herbst Vorschläge vorlegen. (js)
Autor: nnz

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