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Mo, 17:25 Uhr
30.01.2023
Lesecafé in der Stadtbibliothek

Gedenken an Brigitte Reimann

„Stell Dir vor, es wäre DDR - und Du bist in einer nicht überholbaren Vorteilsposition: Dein Opa war im KZ.“ So ähnlich schreibt es Brigitte Reimann in ihren Tagebüchern...

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1933 geboren wird sie nach dem Abitur Schriftstellerin. Zunächst scheint es so zu sein, dass sie Ulbrichts „bestes Pferd im Bitterfelder Stall“ ist. Dann kam es doch etwas anders. Sie entwickelt einen kritischen Blick auf die DDR und den Aufbau des Sozialismus. Überall Heuchelei, überall Konjunkturritter und Hohlköpfe, die ihre eigenen Interessen im Sinn haben und nicht das gemeinsame Ziel eines sozialistischen Aufbaus.

„Ankunft im Alltag" ist der Buchtitel eines frühen Werkes. 1961 erscheint das Buch. Sie selbst arbeitete wie ihre Romanprotagonisten eine Zeitlang zwischen Schule und Studium in der Industrie. Das war damals gern gesehen. Und sie, B. Reimann, kommt wie ihre Romanfiguren in der Wirklichkeit an. Ähnlich wie ihrer Schriftstellerkollegin und Freundin Christa Wolf geht es nicht mehr um Schönschreiberei, sondern um Problembeschreibung. Damit kam sie auf Abwege. Denn die richtigen Wege der richtigen Schriftsteller in der DDR – so die SED- Kulturpolitik - sollen „Sozialistischer Realismus" heißen.

Brigitte Reimann wählt ihre eigenen Wege. „Franziska Linkerhand“ ist das berühmte Buch, das sie nicht vollendete. Sie starb an Krebs im Jahr 1973. Zuvor aber musste sie das Buch, das nach ihrem Tod im Jahr 1974 erschien, in Selbstzensur kürzen und entschärfen. In diesem Jahr ist ihr 90. Geburtstag und ihr 50. Todestag.

Veranstaltung in der Stadtbibliothek am Mittwoch, 1. Februar um 16 Uhr im Lesecafé.
Autor: red

Kommentare
Anne V.
30.01.2023, 17.50 Uhr
Für uns Frauen war B. Reimann wichtig
Für viele von uns Frauen (damals wohl noch Mädchen) waren die Bücher von Frau Reimann in der DDR und auch danach wichtige Wegweiser und auch Ermutigung. Danke an die Bibliothek.
Manni
30.01.2023, 18.50 Uhr
Unpassend
Die Einladung zur Gedenkveranstaltung klingt wie eine sich immer wiederholenden Abrechnung mit der nicht mehr existierenden DDR - nach über 30 Jahren.
Ich habe mich intensiv mit der Biografie Brigitte Reimanns beschäftigt, kenne das "Brigitte Reimann-Haus" in Neubrandenburg. Sie war eine einzigartige Schriftstellerin und hat mit ihrer Arbeits- und Lebensweise nicht immer in das damalige Bild gepasst. Aber das was hier geschrieben wurde ist nur Polemik gegen die eingangs genannte Richtung!
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