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Mo, 11:19 Uhr
27.03.2006

Asoziales Pack?

Nordhausen (nnz). Im Nordhäuser Rathaus brodelt es. Dort wird derzeit intern ermittelt. Bereits während der Sitzung des Hauptausschusses in der vergangenen Woche bestätigt dies Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD). Im Focus befindet sich eine Mitarbeiterin, die für die Aufsicht der Ein-Euro-Jobber zuständig sein soll.


Gegen Frau K. gibt es massive Anschuldigungen seitens mehrerer Frauen und Männer, die Arbeitsgelegenheiten wahrnahmen und wahrnehmen, die ihnen die ARGE und die Stadtverwaltung bieten. Die Ein-Euro-Jobber fühlen sich gemobbt, beleidigt und gedemütigt. In vielen Briefen an die nnz-Redaktion schildern Betroffene den Umgang der Rathaus-Mitarbeiterin mit ihnen. Sollten daran auch nur die feinsten Nuancen zutreffen, dann wäre das schlichtweg ein Skandal. Nur ein Beispiel:

Im Januar, im Freien herrschten tagsüber minus 10 Grad Celsius, sollten mehrere Ein-Euro-Jobber im Bereich der Gumpe Bäume schneiden. Im Freien empfindet man diese Temperaturen noch ein wenig kälter als es die Quecksilbersäule tatsächlich anzeigt.

Die nnz zitiert aus einem Brief: „Im Januar war der Winter ja hier in unserer Gegend nicht gerade als mild einzustufen und Temperaturen von -10°C waren ja nicht selten. Alles voller festgefrorenen Schnee, wo wir in der Mitte der „Gumpe“ in Richtung Rüdigsdorf Gras zusammen harken und Bäume beschneiden sollten. Diese Tätigkeit wurde auf dem offenen Feld ausgeführt, wo es keine Möglichkeit des Schutzes vor dem, doch manchmal heftigem Wind gab. Wir hatten uns erlaubt unsere 5er Truppe bei der Kälte so aufzuteilen, dass die Frauen gegen 9:30 Uhr und die beiden Männer um 10:00 Uhr mal für 10 Minuten zum Bauwagen gehen konnten um sich aufzuwärmen. Trotz dem Verbot von Frau K.

Allein der Weg von unserer Arbeitsstelle zum Bauwagen betrug schon 15 Minuten strammen Marsches über vereiste Felder. So wäre dann gewährleistet gewesen, dass nicht die ganze Truppe, sondern immer nur 2-3 Personen sich gleichzeitig im Bauwagen aufhalten würden.

Als wir Männer uns dann gegen 10:00 Uhr zum Bauwagen begaben, trafen wir unterwegs die zurückkehrenden Frauen, die uns den Schlüssel übergaben. Wir kamen beim Bauwagen an und sahen wie Frau K. sich dort aufhielt und einen Weg inspizierte, den wir bei gefrorenem Boden anlegen sollten.

Frau K. empfängt uns am Bauwagen mit zynischem Ton und fragt uns, wo wir denn spazieren gehen würden. Auf unsere Antwort, dass wir frieren wie die Schlosshunde und uns mal aufwärmen und mal nen Schluck Kaffee trinken wollten, wies sie uns harsch zurecht, dass wir gefälligst arbeiten sollen und uns keine Pause außerhalb der Mittagspause zustehen würde. Wir machten als befehlsgemäß kehrt und beneideten ein bisschen die Frauen, die etwas mehr Glück hatte und wenigstens ansatzweise mal die Füße wärmen konnten.“


In einem anderen Brief sind ähnliche Vorwürfe zu finden. Doch wir wollen eine Passage zitieren, die auch im Nordhäuser Rathaus nachdenklich stimmen sollte: „Außer Frage steht, dass manchen eingesetzten 1-Euro-Jobber der Lebensweg, vor allem der zwischen den Getränkeverkaufsstellen, deutlich im Gesicht geschrieben steht. Das alles aber ist wahrhaftig kein Grund, diese Menschen nicht als Persönlichkeiten zu respektieren.“

Mehrere Ein-Euro-Jobber wollten sich die Reaktionen der Frau K. nicht gefallen lassen und schrieben eine Diensaufsichtsbeschwerde an Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD). Auch sollen sie nach Informationen der nnz ein Gespräch geführt haben. Bislang jedoch gab es nach Aussagen der Betroffenen keinerlei Reaktion zu den erhobenen Vorwürfen.

Damit schließt sich der Kreis zur jüngsten Hauptausschuss-Sitzung. Es wird intern ermittelt, hieß es da.
Autor: nnz

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