Mi, 15:04 Uhr
28.11.2001
Zum Tod von Regine Hildebrandt
Nordhausen (nnz). Mit Trauer reagieren viele Menschen im Landkreis Nordhausen auf den Tod von Regine Hildebrandt. nnz hat einige Stimmen gesammelt.
SPD-Ortsverein Nordhausen:
Mit tiefer Betroffenheit reagierten die SPD-Mitglieder des Ortsvereins Nordhausen und des Kreisverbandes Nordhausen auf den plötzlichen Tod von unserer Genossin Regine Hildebrandt. Nicht nur Mitglieder der SPD, sondern auch andere Mitbürger der Stadt und des Landkreises Nordhausen haben die streitbare Politikerin bei Wahlveranstaltungen in Nordhausen und in Ellrich persönlich erleben können, wie sie politische Zielstellungen darlegte und für viele Menschen eine Stimme war, die mahnte, die Schwachen in der Gesellschaft nicht zu vergessen. Mit ihrem Berliner Witz und dem oft gebrauchten Satz Det kann nich sein machte sie deutlich, daß es darauf ankommt, nicht die Dinge einfach hinzunehmen, sondern auf Veränderung zu drängen, wo es notwendig ist. Für politische Veränderungen zu werben und Mehrheiten zu gewinnen, dafür war sie bis zuletzt engagiert. Ihr Engagement und ihre insbesondere für die Menschen in den neuen Bundesländern parteiergreifende Stimme werden uns künftig fehlen.
Klaus Wahlbuhl, Nordhausen:
Die Mutter Courage des Ostens lebt nicht mehr. Viele Menschen, auch in unserer Stadt, sind traurig, weil sie über Parteigrenzen hinweg immer für die sozial Schwachen in unserer Gesellschaft da war. Ihr Engagement, ihr Kampfgeist, ihre einzigartige Rhetorik und ihr Mut werden vielen Leuten in Erinnerung bleiben. Ein typische Begebenheit möchte ich an dieser Stelle schildern.
Es war im Kommunalwahlkampf 1994. In der Turnhalle der Käthe-Kollwitz-Schule wollte Regine Hildebrandt sprechen. Fünf Minuten vor dem angekündigten Termin stieg sie aus dem Wagen, bekleidet mit grauem Kostüm, blau-weißer Bluse und riesengroßen Schuhen. Sie wurde von mir im Auftrag des Ortsvorstandes der SPD begrüßt. Ihre Antwort was einfach und lakonisch: Junge, es ist schön, dass Du mich so freundlich empfängst, aber ich habe da draußen einen Bratwurststand gesehen und habe Hunger. Ich brauche eine Thüringer Rostbratwurst und dann kann es losgehen. Gesagt, getan, Frau Hildebrandt aß mit großem Appetit eine Bratwurst und noch ehe sie den letzten Bissen zu Ende gekaut hatte, trat sie vor die über 300 begeisterten Bürgerinnen und Bürger.
Warmherzig, humorvoll und kämpferisch erläuterte sie fast eine Stunde ohne Stichwortzettel ihre Vorstellung von einer sozial gerechteren Welt. Immer wieder betonte sie aber auch, dass die Menschen nicht alles kampflos hinnehmen müssten, sondern dass sie um ihre Rechte kämpfen sollten, auch, wenn sich nicht gleich der Erfolg einstellen würde. Nach Ende ihrer Ausführungen spendeten die Bürgerinnen und Bürger begeistert Applaus. Ein Schornsteinfegermeister, bestimmt kein Mitglied der SPD, sprach den Beteiligten aus dem Herzen, als er Frau Hildebrandt zurief: Sie sind das Beste, was der Osten je hervorgebracht hat!
So werde ich Regine Hildebrandt in Erinnerung behalten: Eine engagierte Frau, mit sozialem Gewissen, mit Humor und mit Mut. Die Politik und die deutsche Bevölkerung haben eine warmherzige Persönlichkeit verloren.
Autor: nnzSPD-Ortsverein Nordhausen:
Mit tiefer Betroffenheit reagierten die SPD-Mitglieder des Ortsvereins Nordhausen und des Kreisverbandes Nordhausen auf den plötzlichen Tod von unserer Genossin Regine Hildebrandt. Nicht nur Mitglieder der SPD, sondern auch andere Mitbürger der Stadt und des Landkreises Nordhausen haben die streitbare Politikerin bei Wahlveranstaltungen in Nordhausen und in Ellrich persönlich erleben können, wie sie politische Zielstellungen darlegte und für viele Menschen eine Stimme war, die mahnte, die Schwachen in der Gesellschaft nicht zu vergessen. Mit ihrem Berliner Witz und dem oft gebrauchten Satz Det kann nich sein machte sie deutlich, daß es darauf ankommt, nicht die Dinge einfach hinzunehmen, sondern auf Veränderung zu drängen, wo es notwendig ist. Für politische Veränderungen zu werben und Mehrheiten zu gewinnen, dafür war sie bis zuletzt engagiert. Ihr Engagement und ihre insbesondere für die Menschen in den neuen Bundesländern parteiergreifende Stimme werden uns künftig fehlen.
Klaus Wahlbuhl, Nordhausen:
Die Mutter Courage des Ostens lebt nicht mehr. Viele Menschen, auch in unserer Stadt, sind traurig, weil sie über Parteigrenzen hinweg immer für die sozial Schwachen in unserer Gesellschaft da war. Ihr Engagement, ihr Kampfgeist, ihre einzigartige Rhetorik und ihr Mut werden vielen Leuten in Erinnerung bleiben. Ein typische Begebenheit möchte ich an dieser Stelle schildern.
Es war im Kommunalwahlkampf 1994. In der Turnhalle der Käthe-Kollwitz-Schule wollte Regine Hildebrandt sprechen. Fünf Minuten vor dem angekündigten Termin stieg sie aus dem Wagen, bekleidet mit grauem Kostüm, blau-weißer Bluse und riesengroßen Schuhen. Sie wurde von mir im Auftrag des Ortsvorstandes der SPD begrüßt. Ihre Antwort was einfach und lakonisch: Junge, es ist schön, dass Du mich so freundlich empfängst, aber ich habe da draußen einen Bratwurststand gesehen und habe Hunger. Ich brauche eine Thüringer Rostbratwurst und dann kann es losgehen. Gesagt, getan, Frau Hildebrandt aß mit großem Appetit eine Bratwurst und noch ehe sie den letzten Bissen zu Ende gekaut hatte, trat sie vor die über 300 begeisterten Bürgerinnen und Bürger.
Warmherzig, humorvoll und kämpferisch erläuterte sie fast eine Stunde ohne Stichwortzettel ihre Vorstellung von einer sozial gerechteren Welt. Immer wieder betonte sie aber auch, dass die Menschen nicht alles kampflos hinnehmen müssten, sondern dass sie um ihre Rechte kämpfen sollten, auch, wenn sich nicht gleich der Erfolg einstellen würde. Nach Ende ihrer Ausführungen spendeten die Bürgerinnen und Bürger begeistert Applaus. Ein Schornsteinfegermeister, bestimmt kein Mitglied der SPD, sprach den Beteiligten aus dem Herzen, als er Frau Hildebrandt zurief: Sie sind das Beste, was der Osten je hervorgebracht hat!
So werde ich Regine Hildebrandt in Erinnerung behalten: Eine engagierte Frau, mit sozialem Gewissen, mit Humor und mit Mut. Die Politik und die deutsche Bevölkerung haben eine warmherzige Persönlichkeit verloren.


